22. Februar 2018
Teilhabe und Behinderung

Budget für Arbeit als Alternative zur Werkstatt

Für viele Menschen mit Behinderung ist es bisher schwer, von einer Werkstatt in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu wechseln. Mit dem Bundesteilhabegesetz und dem neu eingeführten Budget für Arbeit soll dieser Schritt häufiger gelingen. Wie funktioniert das Budget für Arbeit?

Budget für Arbeit: Welche Vorteile bringt es behinderten Arbeitnehmern? | © imago/Stefan Prager

Eine der wichtigsten Neuerungen des Bundesteilhabegesetzes ist das Budget für Arbeit. Dieses Budget ist Anfang 2018 in Kraft getreten. Es soll mehr Menschen mit Behinderung in den allgemeinen Arbeitsmarkt bringen und mehr Arbeitgeber als bisher motivieren, behinderte Arbeitnehmer einzustellen. Bislang beschäftigen 40.000 von rund 150.000 Arbeitgebern keine schwerbehinderten Menschen und zahlen zur Strafe eine Ausgleichsabgabe.

Nach den Regeln des Bundesteilhabegesetzes und des Budgets für Arbeit erhalten Arbeitgeber einen Ausgleich für die dauerhafte Minderleistung des schwerbehinderten Arbeitnehmers. Darüber hinaus werden notwendige Assistenzleistungen finanziert. Das Budget für Arbeit stellt damit eine Alternative zur Beschäftigung in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung dar. Ansprüche aus Leistungen aus dem Budget für Arbeit haben Menschen mit Behinderung, die in einer Behindertenwerkstatt arbeiten könnten. Der Bund stellt dafür jährlich 100 Millionen Euro zur Verfügung.

Budget für Arbeit: Arbeitgeber erhalten Lohnkostenzuschuss


Der unbefristete Lohnkostenzuschuss an Arbeitgeber beträgt bis zu 75 Prozent des vom Arbeitgeber regelmäßig gezahlten Arbeitsentgelts, jedoch höchstens 40 Prozent der monatlichen Bezugsgröße. Diese lag 2017 bei 1190 Euro. Das bedeutet, dass vor allem Menschen in geringer bezahlten Berufen dadurch leichter vermittelbar sind. Ein Ingenieur, der durch einen Unfall schwerbehindert wurde, wird dagegen allein mit diesem Zuschuss nicht auf das Gehalt kommen, was er früher verdiente.

Von dem Budget für Arbeit sollen nicht nur Beschäftigte von Werkstätten für Menschen mit Behinderung profitieren, sondern auch schwerbehinderte Jugendliche im Rahmen einer beruflichen Orientierung für die Zeit nach ihrer beruflichen Bildung sowie Menschen mit einer psychischen Behinderung, die nicht in einer Werkstatt arbeiten wollen. Diejenigen, die über das Budget für Arbeit im allgemeinen Arbeitsmarkt tätig sind, haben ein Rückkehrrecht in eine Behindertenwerkstatt.

Haben Sie Fragen zum Thema Behinderung und Teilhabe? Der Sozialverband VdK berät Sie gern! Besuchen Sie eine unserer zahlreichen Beratungsstellen, Beratungsstellen in Ihrer Nähe finden Sie hier.

Lesen und sehen Sie mehr:

Teilhabe und Behinderung
Ein Rollstuhlfahrer der für behinderte Menschen Arbeitnehmer stehen soll.
Laut BAG muss bei der Kündigung Schwerbehinderter die Behindertenvertretung informiert werden, aber nicht sofort. Was gilt generell bei Kündigungen & Kündigungsgschutz von behinderten Beschäftigten? | weiter
14.12.2018 | sko
Teilhabe und Behinderung
Eine Frau sitzt an einem Tisch, auf dem Buchstaben liegen.
Millionen Erwachsene können kaum lesen und schreiben. Um sie für das Lesen zu begeistern, erscheint immer mehr Literatur in leichter & einfacher Sprache. | weiter
26.01.2018 | hei

VdK-TV: Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung (UT)

In der Bäckerei Loskarn arbeiten viele Menschen mit Behinderung. Für den Chef ist das eine Selbstverständlichkeit. Nun wurde der Betrieb für sein Engagement und seine Vorbildfunktion ausgezeichnet.

hei

Schlagworte Behinderung | Arbeitnehmer | Lohn | Zuschuss | Arbeitgeber | Budget | Bundesteilhabegesetz | 2018

VdK-Rechtsberatung

Der Sozialverband VdK berät und vertritt seine Mitglieder unter anderem in den Bereichen Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen, Behinderung und Schwerbehinderung.

Mitgliedschaft
Eine Gruppe von Menschen - Männer und Frauen, Jung und Alt, mit und ohne Behinderung - bildet Arm in Arm eine Kette.
Es gibt viele gute Gründe für eine Mitgliedschaft im VdK - dem mit mehr als 2 Millionen Mitgliedern größten Sozialverband Deutschlands. | weiter
Logo Deutscher Behindertenrat

Der Sozialverband VdK im Mitglied im Deutschen Behindertenrat (DBR), dem Aktionsbündnis deutscher Behindertenverbände. Im DBR haben sich alle wichtigen Organisationen behinderter und chronisch kranker Menschen zu einem Aktionsbündnis zusammengeschlossen, das mehr als 2,5 Millionen Betroffene in Deutschland repräsentiert. Mehr unter

www.deutscher-behindertenrat.de

Datenschutzeinstellungen

Wir setzten auf unserer Website Cookies ein. Einige von ihnen sind notwendig, während andere uns helfen, unser Onlineangebot zu verbessern.

  • Notwendig
  • Externe Medien
Erweitert

Hier finden Sie eine Übersicht über alle verwendeten Cookies in externen Medien. Sie können Ihre Zustimmung für bestimmte Cookies auswählen.