28. September 2015
Rente

Vorsicht, Trickbetrüger! Der Enkeltrick und andere Betrugsmaschen

„Rate mal, wer dran ist!“ – Wenn ein Telefongespräch so beginnt, sollten Seniorinnen und Senioren ganz besonders vorsichtig und misstrauisch sein, denn dahinter könnte sich der berüchtigte „Enkeltrick“ verbergen.

Bei dieser Form des Betrugs durchsuchen die Betrüger oft gezielt Telefonverzeichnisse oder Klingelschilder nach altmodisch klingenden Namen, geben sich dann am Telefon als Verwandte, etwa als Enkel oder Neffe aus und bitten um eine große Summe Geld, weil ein akuter Notfall vorliege. Ein fast schon klassisches Betrugsszenario, auf das leider immer noch Menschen hereinfallen.


VdK-TV: Gauner am Telefon - Der Enkeltrick und andere Gemeinheiten (UT)

"Rate mal, wer dran ist!" - Mit dieser Fangfrage geht es meistens los. Wenn Sie hier nicht gleich auflegen, müssen Sie auf der Hut sein. Am anderen Ende ist vielleicht eine gute Bekannte, vielleicht aber auch ein Trickbetrüger. Das Video ist untertitelt.

Natürlich werden nicht nur Senioren Opfer von solchen Trickbetrügern - tatsächlich fallen auch junge Menschen auf Betrüger herein -, jedoch können Ältere besonders anfällig für Betrugsmaschen sein: Häufig leben sie allein, freuen sich über die Abwechslung, Geselligkeit und ein Gespräch, wenn jemand anruft oder an der Tür klingelt. Manche sind aufgrund ihres hohen Alters oder einer Erkrankung mit der Situation überfordert, können sich nicht zur Wehr setzen. Hinzu kommt, dass viele Trickbetrüger ausgesprochen professionell und glaubwürdig auftreten, charmant und redegewandt sind und psychologisch sehr raffiniert vorgehen. Neben dem „Enkeltrick“, den der aktuelle Film aus dem VdK-Internet-TV zum Thema hat, gibt es eine Vielzahl weiterer Trick- und Betrugsmaschen:

Unseriöse Haustürgeschäfte: An der Haustür werden völlig überteuerte, oftmals auch gefälschte Produkte, Abonnements oder Dienstleistungen verkauft, die als einzigartiges Schnäppchen oder besondere Gelegenheit angepriesen werden. Kaufverträge werden zurückdatiert, um die Widerrufsfrist auszuhebeln. Auch Unterschriften der Käufer werden gefälscht, um einen Vertragsabschluss vorzutäuschen.

Kaffeefahrten: Senioren werden zu Ausflugsfahrten eingeladen und dort mit falschen Versprechungen gelockt – im Mittelpunkt stehen Verkaufsveranstaltungen, auf denen die Teilnehmer oft massiv unter Druck gesetzt und sogar mit Drohungen eingeschüchtert werden, damit sie etwas zu kaufen. Die angebotenen Produkte sind meist qualitativ minderwertig, dabei maßlos überteuert oder es handelt sich um völlig wirkungslose und gegebenenfalls sogar gefährliche „Gesundheits-Wundermittel“.

Handwerker-Trick: Die Betrüger geben sich als Handwerker oder Mitarbeiter einer Behörde aus, entweder um sich Zugang zur Wohnung zu verschaffen und dort Wertgegenstände und Geld zu entwenden oder um angebliche Wartungsarbeiten durchzuführen – und im Anschluss eine horrende Rechnung zu präsentieren, die natürlich in bar beglichen werden soll. Vorsicht auch bei angeblichen Nachzahlungen von Strom, Wasser, Telefonrechnungen und dergleichen mehr!

Vortäuschen einer Notlage an der Haustür: Jemand klingelt an der Tür und bittet um ein Glas Wasser, um einen Stift oder darum, das Telefon oder die Toilette benutzen zu dürfen. Während der Bewohner das Gewünschte holt oder die Person hereinlässt, durchsuchen der oder die Täter die Wohnung nach Schmuck oder Bargeld.

Der Geldwechsel-Trick: Auf der Straße bitten die Betrüger darum, einen größeren Geldschein einzuwechseln. Während der Angesprochene im Portemonnaie kramt, wird er abgelenkt und Geld aus der Geldbörse gestohlen.

Der Bankautomaten-Trick: Während jemand am Geldautomaten Geld abhebt, lassen die Betrüger einen Schein fallen, machen darauf aufmerksam, dass man Geld verloren habe. Wenn das Betrugsopfer sich bückt, entwendet der Täter die EC-Karte, deren Nummer vorher ausgespäht wurde.

Gegen diese und ähnliche Tricks – denn die Betrüger denken sich immer wieder neue Maschen aus – helfen Vorsicht und gesundes Misstrauen. So können ältere Menschen sich schützen:

  • Lassen Sie niemanden in Ihre Wohnung, auch nicht für einen kurzen Moment. Benutzen Sie eine Vorlegekette.
  • Seien Sie nicht automatisch gutgläubig gegenüber Menschen, die sich als Vertreter von Behörden (etwa Polizei, Amtspersonen etc.) ausgeben. Lassen Sie sich zunächst den Ausweis zeigen und erkundigen Sie sich dann telefonisch bei der entsprechenden Stelle, ob alles seine Richtigkeit hat – natürlich bei geschlossener Wohnungstür. Achten Sie darauf, ob die Telefonnummer, die Sie zur Rückversicherung anrufen, wirklich von offizieller Stelle ist, ansonsten könnte es ein Komplize des Betrügers sein.
  • Lassen Sie sich nie drängen oder überreden, etwas zu kaufen oder einen Vertrag beziehungsweise ein Abonnement abzuschließen, auch nicht, wenn es sich angeblich um ein besonderes Schnäppchen oder eine einmalige Gelegenheit handelt - weder am Telefon oder bei Angeboten per E-Mail noch an der Haustür oder auf Verkaufsveranstaltungen.
  • Sprechen Sie Handwerker-Besuche grundsätzlich mit Ihrem Vermieter ab.
  • Quittieren Sie nie unüberlegt den Empfang zum Beispiel von Werbegeschenken oder Gewinnen. Ihre Unterschrift könnte verwendet werden, um einen Vertragsabschluss vorzutäuschen.
  • Bei Kaffeefahrten: Erkundigen Sie sich beim Ordnungsamt Ihrer Stadt, ob die Kaffeefahrt angemeldet ist. Achten Sie darauf, ob der Anbieter einen Namen und eine Anschrift angegeben hat und ob diese Angaben wirklich existieren. Lassen Sie sich nicht einschüchtern, etwas zu kaufen, und bestehen Sie darauf, dass die versprochenen Leistungen erbracht werden.
  • Am Telefon: Geben Sie niemals Ihre Kontodaten heraus und lassen Sie sich nicht von Werbeanrufen oder angeblichen Gewinn-Mitteilungen täuschen. Prüfen Sie Anrufe von „Enkeln“, „Neffen“ und dergleichen zunächst nach und rufen Sie die Person zurück, vor allem, wenn eine dramatische Geschichte erzählt und Geld gefordert wird.
  • Für alle Fälle: Bewahren Sie keine größeren Geldbeträge oder Wertgegenstände in der Wohnung auf. Die Betrüger kennen alle vermeintlich sicheren Verstecke.


Wenn Sie doch einmal auf einen Trickbetrug hereingefallen sind, brauchen Sie sich nicht zu schämen: Zeigen Sie den Vorfall bei der Polizei an, setzen Sie sich mit der Verbraucherzentrale und/oder eine Opferhilfe-Organisation wie dem Weissen Ring in Verbindung. Häufig kann der Schaden noch begrenzt werden und weitere Straftaten können möglicherweise aufgrund Ihrer Anzeige verhindert werden.

Mehr Informationen und Tipps für Senioren rund um das Thema „Trickbetrug“ gibt es hier:

www.pfiffige-senioren.de
www.polizei-dein-partner.de/infos-fuer/senioren.html
www.weisser-ring.de/index.php?id=8408
www.vz-nrw.de/abzocker

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Christina Liebeck

Schlagworte Enkeltrick | Betrug | Trickbetrüger | Kaffeefahrt | Senioren | Ältere | Betrüger

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