2. Juni 2021
VdK-Zeitung

Steuererklärung in der Pandemie

Durch Kurzarbeit, Homeoffice und Kinderbonus hat sich für Steuerpflichtige in diesem Jahr einiges geändert

Ein Steuererklärungsformular mit Stift
© pixabay

Die Corona-Pandemie hat die Steuererklärung deutlich verändert. Rudolf Gramlich, Steuerexperte beim Lohnsteuerhilfeverein Steuerring, beantwortet die wichtigsten Fragen der VdK-ZEITUNG.

Wer muss und wer kann in 2021 eine Steuererklärung abgeben?
Jeder, der im Jahr 2020 mehr als 410 Euro Kurzarbeitergeld bezogen hat, muss zusätzlich zu allen, die bisher schon dazu verpflichtet waren, eine Steuererklärung abgeben. Das gilt auch für Ehepaare, wenn sie gemeinsam mehr als 410 Euro Kurzarbeitergeld haben. Wer keine Steuererklärung abgeben muss, kann diese innerhalb von vier Jahren freiwillig einreichen und sich dabei oft Geld zurückholen.

Was ist beim Kurzarbeitergeld zu beachten?
Das Kurzarbeitergeld ist steuerfrei. Aber Vorsicht: Durch den Progressionsvorbehalt erhöht sich meist der Steuersatz. Da muss es nicht in jedem Fall zu einer Nachzahlung kommen. Wer einige Monate zu 100 Prozent in Kurzarbeit gewesen ist, kann unter Umständen mit einer Erstattung rechnen. Wer reduziert arbeiten musste und dabei Kurzarbeitergeld bezogen hat, bei dem ist die Gefahr einer Nachzahlung deutlich höher. Es kommt stark auf die individuellen Umstände an. Hier ist es ratsam, einen Profi zu konsultieren.
Wie sieht es mit den Fahrtkosten in der Steuererklärung aus?
Es kam schon immer auf die genaue Anzahl der Fahrten an. Im Jahr 2020 reduziert sich die Anzahl der Fahrten durch Kurzarbeit oder Homeoffice. Die verkehrsmittelunabhängige Entfernungspauschale gibt es nur für tatsächlich durchgeführte Fahrten.

Neu ist die Homeoffice-Pauschale. Wie funktioniert sie?
Die Homeoffice-Pauschale gilt für die Steuerjahre 2020 und 2021 und beträgt fünf Euro pro Tag, maximal 600 Euro im Jahr. Alle, die kein separates Arbeitszimmer haben, sondern in der Wohnung eine Arbeitsecke eingerichtet haben, profitieren davon. Voraussetzung ist, dass an dem jeweiligen Tag nur zu Hause gearbeitet wurde. Fahrtkosten und Homeoffice-Pauschale schließen sich gegenseitig aus. Wer auch nur für eine Stunde an einem Arbeitstag zum Betrieb fährt, muss die Fahrtkosten ansetzen.

Wann lohnt es sich, stattdessen ein Arbeitszimmer abzusetzen?
Der Abzug von Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer ist deutlich schwieriger. Es muss sich um ein räumlich abgeschlossenes Zimmer handeln, das mindestens 90 Prozent beruflich genutzt wird. Die anteiligen Kosten für das Arbeitszimmer müssen über die Wohnfläche ermittelt werden – es gibt keine Pauschalen. Theoretisch sind deutlich höhere Werbungskosten als bei der Homeoffice-Pauschale möglich. Sowohl die Pauschale als auch die Aufwendungen für ein Arbeitszimmer sind Werbungskosten, die sich erst auswirken, wenn sie den Pauschbetrag von 1000 Euro überschreiten.

Was müssen Rentner beachten?
Zum 1. Juli 2020 wurden die Renten um 3,45 Prozent in den alten und um 4,20 Prozent in den neuen Bundesländern erhöht. Je nach Jahr des Rentenbeginns wird die Rente mit einem immer größer werdenden Teil steuerpflichtig. Dadurch kann es sein, dass Rentnerinnen und Rentner in die Steuer „gewachsen“ sind und eine Steuererklärung abgeben müssen. Sie sollten ihre persönliche Situation regelmäßig überprüfen.

Was bewirkt der Kinderbonus?
Im Jahr 2020 erhielten Eltern für jedes Kind, für das sie mindestens einen Monat Kindergeld bekommen haben, einen Kinderbonus von 300 Euro. Er muss in der Anlage Kind eingetragen werden. Das Finanzamt bezieht dann den Bonus in die Günstigerprüfung ein.

Welche Entlastungen gibt es für Alleinerziehende?
Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende wurde im Jahr 2020 von 1908 Euro auf 4008 Euro erhöht. Dies sollte zunächst nur für 2020 und 2021 gelten. Diese Befristung wurde aber inzwischen aufgehoben. Ab dem zweiten Kind wird zum Grundentlastungsbetrag außerdem ein Erhöhungsbetrag von 240 Euro pro Kind gewährt.

Interview: Kristin Enge

Schlagworte Steuererklärung | Corona | Rentner | Kinderbonus | Homeoffice

  • Presse-Kontakt
    Ihr Kontakt zur Abteilung Presse und Öffentlichkeitsarbeit des Sozialverbands VdK Deutschland mit Sitz in Berlin. Journalisten können sich hier in unseren Presseverteiler eintragen. | weiter
  • Presseinformationen
    Unsere Pressemitteilungen und Statements informieren bundesweit über Forderungen, Positionen, Ziele und Termine des Sozialverbands VdK. | weiter
  • Der VdK in den Medien
    Wer berichtet über den Sozialverband VdK? Zu welchen Themen äußern wir uns aktuell in Presse, Radio und TV? Hier finden Sie eine Auswahl aus unserem Pressespiegel. | weiter
    09.06.2021
  • VdK-Zeitung
    Mit einer Auflage von mehr als 1,7 Millionen Exemplaren gehört die VdK-Zeitung zu den größten Mitgliederzeitungen. VdK-Mitglieder erhalten sie zehnmal pro Jahr. | weiter
    02.06.2021
  • VdK-TV
    Im Videoportal des VdK finden Sie mehr als 100 Filme rund um die Themen Pflege, Gesundheit, Behinderung, Rente, Sozialrecht, Arbeitsmarkt und viele mehr! | weiter
  • Publikationen
    Der Sozialverband VdK bietet wechselnde Publikationen an, die Sie auf dieser Seite direkt online bestellen, in vielen Fällen auch kostenlos herunterladen können. Aktuell: Neuauflage des Pflegeratgebers "Pflege geht jeden an!" - kostenlos für Sie zum Download. | weiter
  • Pressefotos
    Journalisten finden hier Pressefotos in hoher Auflösung und eine Vita der VdK-Präsidentin zum Herunterladen. | weiter
  • Newsletter abonnieren
    Abonnieren Sie unseren Newsletter mit Informationen zu Sozialpolitik und Sozialrecht. | weiter

Die VdK-Zeitung für blinde und sehbehinderte Menschen:

Die überregionalen Artikel der aktuellen Ausgabe können Sie hier als reines Textformat (rtf-Datei) herunterladen:

Mediadaten

  • Mediadaten VdK-Zeitung 2021.pdf (808,44 KB, PDF-Datei)

    Die VdK-Zeitung ist das Sprachrohr des Sozialverbands VdK für seine über 2,1 Millionen Mitglieder und gehört mit einer Auflage von über 1,7 Millionen Exemplaren zu den größten Mitgliederzeitungen bundesweit. Die ausführlichen Mediadaten können Sie hier herunterladen.

Abteilung Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Sozialverband VdK Deutschland
Linienstraße 131
10115 Berlin

Telefon 030 9210580-400
Telefax 030 9210580-410

presse@vdk.de

Mehr unter Presse-Kontakt

Datenschutzeinstellungen

Wir setzen auf unserer Website Cookies ein. Einige von ihnen sind notwendig, während andere uns helfen, unser Onlineangebot zu verbessern.

  • Notwendig
  • Externe Medien
Erweitert

Hier finden Sie eine Übersicht über alle verwendeten Cookies in externen Medien. Sie können Ihre Zustimmung für bestimmte Cookies auswählen.