16. Dezember 2020
VdK-Zeitung

„Die Zwiebel ruft an“: Autor Axel Hacke über lustige Verhörer

Mit seinen Kolumnen amüsiert Axel Hacke die Leser immer wieder aufs Neue. In seinen Büchern schreibt er immer wieder über lustige Irrtümer beim Hören und Übersetzen. Der Autor, der am 20. Januar 65 Jahre alt wird, hat der VdK-Zeitung einige Verhörer verraten, die ihm in jüngster Zeit geschrieben wurden.

Das Foto zeigt eine junge, die fragend die Hand ans Ohr legt.
Verhörer können durchaus lustig sein - Autor Axel Hacke schreibt kurzweilig darüber.

Bekommen Sie immer noch Zuschriften mit Verhörern?

Ja, aber natürlich längst nicht mehr so viele wie früher. Inzwischen schicken die Leute mehr lustig übersetzte Speisekarten aus aller Welt, wie ich sie in meinem Buch „Oberst von Huhn bittet zu Tisch“ vor Jahren mal verarbeitet habe. Um ein Beispiel zu nennen: Auf einer Karte stand im englischsprachigen Teil ein kleines Gericht namens „onion rings“, also Zwiebelringe. Auf Deutsch hieß das dann: „Zwiebel ruft an“. Stimmt ja auch, „onion“ ist die „Zwiebel“ und „to ring“ heißt „anrufen“.

Können Sie noch ein paar Beispiele nennen?

Es gibt immer wieder hinreißend schöne Sachen. Ein Vater schrieb mir, er habe während der schlimmsten Corona-Zeit oft lange Waldspaziergänge mit seinem jüngsten Sohn gemacht. Dieser war so fünf Jahre alt. Abends beim Einschlafen hat der Vater dann den Sohn gefragt, was heute das Schönste gewesen sei. Und der Kleine antwortete: „der Eichelhecht“. Ob nun der Eichelhäher oder was immer gemeint war, ließ sich nicht mehr herausfinden, da schlief der Junge nämlich schon, weil er so müde vom Wandern war. Aber ist so ein Eichelhecht nicht ein wunderbares Fantasiegeschöpf? So eine Art Wolpertinger.

Gibt es etwas, was Sie selbst immer falsch gehört haben?

Ach, es gibt einen alten Hit von Hot Chocolate. Da heißt es „I believe in miracles, since you came along, you sexy thing“. Und dieses „miracles“ wird so undeutlich gesungen, dass die Leute da „Mirko“, „Milka“, „milkbones“ und was weiß ich noch verstehen. Ich höre bis heute „Malcolm“, aber am besten finde ich, dass jemand hörte: „I believe in miracles, since you came along, you saxophone.“

Haben Sie mal nachgeforscht, wie diese Verhörer entstehen?
Am überzeugendsten ist Karl Valentin – mit dem habe ich natürlich nicht gesprochen – er hat den schönen Begriff „Illobrasekolidation“ erfunden. Damit meint er den Gleichlaut von Wörtern, auch als „Ichenbratekolidatiasimtioeijek“ bekannt, jedenfalls bei Valentin. Der „Viehacker“ klingt nun mal wie der „Fiaker“, da kann man sich quasi aussuchen, was man verstehen will.

Also ist der Grund für das Verhören eigentlich simpel?

Ja, im Grunde braucht man keine Experten, die Sache ist ganz einfach: Man hört etwas, versteht es aber nicht, weil es undeutlich gesprochen wurde, oder weil man schlecht hört, oder weil man das Wort nicht kennt. Das menschliche Gehirn will aber eine Erklärung. Also sucht es sozusagen in seinen Kammern den vorhandenen Bestand von Wörtern ab, bis es eines findet, das passt. Ein schönes Beispiel kommt von einer Familie, die mit ihren zwei Buben beim Italiener saß. Da kam der Kellner mit zwei Tellern und sagte: „Antipasti.“ Sofort schossen die Arme der Jungs in die Höhe. Die hießen nämlich „Andi“ und „Basti“.

Info: Im Februar 2021 erscheint Axel Hackes neues Buch „Im Bann des Eichelhechts und andere Geschichten aus Sprachland“.

Sebastian Heise

Schlagworte Autor | Humor | Verhören | Sprache

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