30. August 2016
VdK-Zeitung

Mindestlohn schützt nicht vor Armut

Sozialverband VdK bewertet die Anhebung um 34 Cent als unzureichend

Kann man mit einem Stundenlohn von 8,84 Euro eine Familie ernähren und eine angemessene Alterssicherung aufbauen? Nein, sagt der Sozialverband VdK und bewertet die Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns um 34 Cent auf 8,84 Euro als völlig unzureichend.

© imago/Winfried Rothermel

Für die vier Millionen Beschäftigten des Niedriglohnsektors, die ab Januar 2017 mehr Geld bekommen, sei dies ein Tropfen auf den heißen Stein. Auch 34 Cent mehr Stundenlohn verbessere die Situation dieser Menschen nicht wirklich. „Sie müssen weiterhin ihren Lohn mit Arbeitslosengeld II aufstocken und erreichen später eine Rente unter Grundsicherungsniveau“, kritisiert VdK-Präsidentin Ulrike Mascher. Die derzeit gute wirtschaftliche Lage erlaube es, den Mindestlohn stärker anzuheben. Trotz stabiler Konjunktur und allgemeiner Lohnsteigerungen bleibe ein großer Teil der Menschen dauerhaft vom Wohlstand abgehängt. Zudem habe sich seit der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns im vergangenen Jahr gezeigt, dass es nicht zu Arbeitsplatzabbau und Preissteigerungen gekommen ist.

„Es ist an der Zeit, den Mindestlohn auf ein existenzsicherndes Niveau anzuheben“, so die VdK-Präsidentin. Explodierende Mieten in den Ballungszentren und steigende Ausgaben für die Gesundheit müssten ebenso einberechnet werden wie die Auswirkungen des Mindestlohns auf die spätere Rentenhöhe. Nach Auskunft des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales muss ein Arbeitnehmer Vollzeit 45 Jahre lang mindestens 11,50 Euro pro Stunde verdienen, um später eine Rente oberhalb der Grundsicherungsschwelle von 769 Euro zu erreichen.


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03.06.2016

Ines Klut

Schlagworte Mindestlohn | Anhebung | Stundenlohn | Existenzsicherung | Armut | Niedriglohn | Arbeitslosengeld

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