28. März 2018
Statements

VdK fordert: Thema Altersarmut endlich angehen

Heute hat das Statistische Bundesamt neue Zahlen zur Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung herausgegeben. In Deutschland bezogen im Dezember 2017 knapp 1 059 000 Personen ab 18 Jahren Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren das 3,2 Prozent mehr Leistungsberechtigte als im Dezember 2016. Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, kommentiert die neuen Zahlen zur Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung wie folgt:

„Die Bundesregierung muss das Thema Altersarmut und insbesondere das hohe Armutsrisiko bei Erwerbsminderung endlich angehen. Damit der Trend zur Altersarmut gestoppt wird, müssen vor allem die Regelsätze in der Grundsicherung für ältere Menschen und dauerhaft Erwerbsgeminderte angehoben werden. Notwendig ist eine Neubemessung der Regelsätze unter besonderer Berücksichtigung der Kosten für Gesundheit, Barrierefreiheit und Mobilität.

Wir brauchen aber viele weitere effektive Maßnahmen gegen die wachsende Altersarmut. So muss für Rentnerinnen und Rentner, die auf Grundsicherung angewiesen sind, endlich ein Freibetrag von 200 Euro geschaffen werden. So kann sichergestellt werden, dass z. B. Menschen, die langfristig in die gesetzliche Rentenversicherung einbezahlt haben, bessergestellt werden als Menschen, die überhaupt nicht vorgesorgt haben.

Akuten Handlungsbedarf sieht der VdK bei den Erwerbsminderungsrentnern. Rund 515 000 beziehungsweise 48,6 Prozent der Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung erhielten diese Leistungen aufgrund einer dauerhaft vollen Erwerbsminderung. Krankheit und Behinderung dürfen keine Armutsfalle sein. Die geplante, beschleunigte Anhebung der Zurechnungszeiten bei der Erwerbsminderungsrente darf nicht nur neuen Erwerbsminderungsrentnern zugutekommen, auch die Bestandsrentner müssen von den Verbesserungen profitieren. Zudem müssen die systemwidrigen Abschläge für alle Erwerbsminderungsrentner abgeschafft werden.

Völlig unbeachtet bleibt nach wie vor die Problematik der verdeckten Armut. Wir gehen von einer hohen Zahl an Menschen aus, die Grundsicherung aus Scham nicht beantragen, obwohl sie eigentlich ein Anrecht darauf hätten. Um diesen ‚verdeckt Armen‘ den Zugang zu den Leistungen zu gewähren, sind neben der schon bestehenden Information durch die gesetzliche Rentenversicherung weitere Aufklärungs- und Vereinfachungsmaßnahmen notwendig, um Zugangshindernisse abzubauen.“

verantwortlich: Cornelia Jurrmann

Abteilung Presse und Öffentlichkeitsarbeit
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