27. September 2018
STATEMENT

VdK fordert Gesamtstrategie für Senioren

Im Vorfeld des Internationalen Seniorentages am 1. Oktober hat das Statistische Bundesamt Daten zur Entwicklung der Bevölkerung in der Altersgruppe 65+ vorgestellt. Danach ist die Zahl älterer Menschen in den letzten 20 Jahren um rund 36 Prozent gestiegen und liegt nun bei 17,7 Millionen. Dies kommentiert Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, wie folgt:

„Wir brauchen nachhaltige Konzepte für die Zukunft unserer älter werdenden Gesellschaft. Die Politik muss den demografischen Wandel in den Blick nehmen, ihn gestalten und dafür sorgen, dass Menschen im Alter nicht abgehängt und sozial isoliert werden. Eine nachhaltige Seniorenpolitik heißt auch, dass sich Alt und Jung in einer offenen Gesellschaft unterstützen.

Teilhabe von Senioren ist eine politische Pflichtaufgabe des Bundes, der Länder und der Kommunen. Vor allem brauchen wir eine Gesamtstrategie für Senioren und Maßnahmen, die ihre Einbeziehung in die Gesellschaft sicherstellen.

Viele Menschen sind im Alter von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht. Auch wenn sich mit dem Rentenpaket etwas in Bewegung gesetzt hat, sind wir von sicheren Renten noch meilenweit entfernt. Die gesetzliche Rentenversicherung muss sicherstellen, dass langjährig Versicherte vor Armut geschützt werden. Deshalb ist es wichtig, das Rentenniveau dauerhaft auf 50 Prozent zu stabilisieren.

Ältere brauchen zudem eine gute pflegerische und gesundheitliche Versorgung, die sie sich leisten können. Dabei muss eine solche Versorgung sowohl in der Stadt als auch auf dem Land garantiert sein. Versorgungsengpässe etwa mit ärztlichen Dienstleistungen oder ambulanten Pflegediensten in ländlichen Regionen darf es nicht geben. Senioren brauchen darüber hinaus ein barrierefreies Umfeld, das ihnen ermöglicht, weiterhin mobil zu sein und ihren Bedürfnissen entsprechend zu wohnen. Um das zu erreichen, muss der öffentliche Nahverkehr um- und ausgebaut werden. Auch brauchen wir mehr barrierefreien und bezahlbaren Wohnraum. Der Bund, die Länder und die Kommunen müssen hier schnell aktiv werden, denn bereits jetzt fehlen über zwei Millionen barrierefreie Wohnungen.

Um die Gesamtstrategie für Senioren und die darunter fallenden Maßnahmen umzusetzen, müssen der Bund, die Länder und die Kommunen ausreichende finanzielle Mittel bereitstellen.

Das Wissen und die Fähigkeiten älterer Menschen sind bedeutsam und dürfen nicht verloren gehen. Daher sind Rahmenbedingungen wichtig, die älteren Menschen ermöglichen, selbst die Gesellschaft aktiv zu gestalten."

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