28. Januar 2019
STATEMENT

VdK: Finanzielle Belastungen Pflegebedürftiger müssen ein Ende haben

Die Bundesregierung will mit einem Maßnahmenpaket die Pflege-Ausbildung stärken. Nach Angaben von Familienministerin Franziska Giffey soll die Zahl der Auszubildenden und der ausbildenden Einrichtungen gemeinsam mit den Ländern im Schnitt um zehn Prozent erhöht werden. Geplant sind auch 5000 Weiterbildungsplätze. Umgesetzt werden soll das Paket bis 2023.

Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, kommentiert die Maßnahmen wie folgt:

Der VdK begrüßt die „Ausbildungsoffensive Pflege“. Wir brauchen dringend mehr Aktivitäten für eine bessere Personalausstattung, für bessere Arbeitsbedingungen und zur Steigerung der Attraktivität des Pflegeberufs in allen Bereichen der professionellen Pflege.

Wichtig ist, dass die Kosten, die mit diesen Verbesserungen einhergehen, nicht den Pflegebedürftigen und ihren Familien aufgebürdet werden. Pflegebedürftige zahlen ohnehin schon viel und müssen häufig ihre gesamten Ersparnisse aufbrauchen, um die Pflege zu finanzieren. Das muss sich ändern! Die finanziellen Belastungen Pflegebedürftiger müssen ein Ende haben. Das notwendige Geld, um den Altenpflegeberuf attraktiver zu machen, muss daher aus der Pflegeversicherung und aus Steuermitteln kommen. Die Eigenanteile in der Pflege dürfen nicht weiter steigen. Perspektivisch brauchen wir eine Pflegevollversicherung, in der die pflegebedingten Leistungen solidarisch getragen werden. Das Prinzip der gesetzlichen Krankenversicherung muss auf die Pflegeversicherung übertragen werden.

So wichtig es ist, die Arbeitnehmer in der Pflegebranche zu stärken – politisch darf man darüber die pflegenden Angehörigen und ihre Unterstützung nicht vergessen. Man muss pflegenden Angehörigen dabei helfen, ihren Beruf und die Pflege ihrer Verwandten so miteinander zu vereinbaren, dass ihre Belastungen und finanziellen Einbußen gering bleiben. Konkrete Vorschläge, die sich am Vorbild der Elternzeit und des Elterngelds für Mütter und Väter orientieren, hat der VdK vorgelegt. Mit der Pflegepersonenzeit und einem Pflegepersonengeld sollen pflegende Angehörige, Nachbarn oder Freunde einen Rechtsanspruch auf eine teilweise oder vollständige Befreiung von ihrer Arbeit bekommen.

Analog zum Elterngeld sollen Pflegende eine Lohnersatzleistung in Form eines neuen Pflegepersonengelds in der Regel für die Dauer von zwölf Monaten erhalten. Die Bundesregierung ist aufgefordert, unsere Vorschläge aufzugreifen, damit die Pflege zu Hause angesichts steigender Pflegebedürftigkeit und eines sinkenden Angebots in der ambulanten Versorgung zukünftig noch möglich ist. Die häusliche Betreuung von Angehörigen oder Freunden ist eine gesellschaftlich wichtige Aufgabe, die gefördert werden muss.

Mehr zum Thema:

Themen
Eine jüngere und eine ältere Hand halten einander.
Die Belastung pflegender Angehöriger muss reduziert werden. Dafür hat der VdK die Konzepte zur Pflegepersonenzeit und zum Pflegepersonengeld vorgelegt. | weiter
25.01.2019 | bsc
Themen
Eine Frau schiebt den Rollsuhl einer älteren Frau, vielleicht ihrer Mutter.
Wie kann man Pflegende unterstützen? Der Sozialverband VdK hat dazu Ideen und das Konzept der Pflegepersonenzeit inklusive des Pflegepersonengeldes vorgelegt. | weiter
27.12.2018 | ken/ime

verantwortlich: Cornelia Jurrmann, Telefon: 030 / 92 10 580-401

Schlagworte Pflege | Pflegebedürftige | Pflegepersonenzeit | Pflegepersonengeld | Entlastung | pflegende Angehörige | Ausbildungsoffensive

Abteilung Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Sozialverband VdK Deutschland
Linienstraße 131
10115 Berlin

Telefon 030 9210580-400
Telefax 030 9210580-410

presse@vdk.de

Mehr unter Presse-Kontakt



Abonnieren Sie unseren Newsletter und unsere aktuellen Presseinformationen.