12. Dezember 2019
PRESSE-STATEMENT

VdK: Armut ist eine der größten sozialen Katastrophen im Land

Heute hat der Paritätische Gesamtverband seinen Armutsbericht 2019 vorgestellt. Dies kommentiert Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, wie folgt:

„Dass die bundesweite Armutsquote 2018 auf 15,5 Prozent gesunken ist, freut uns. Doch es ist nur ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr, der keinesfalls dazu führen darf, sich bei der Armutsbekämpfung zurückzulehnen. Im Gegenteil. Die Bekämpfung von Armut muss zur obersten Priorität der politisch Verantwortlichen werden. Armut ist und bleibt eine der größten sozialen Katastrophen im Land. Hier brauchen wir ein schnelles und entschlossenes Vorgehen.

Laut Bericht ist die Armut regional sehr unterschiedlich verteilt, auch sind von Armut einzelne soziale Gruppen besonders stark betroffen. Uns als VdK erschreckt vor allem, dass die Armut von Rentnerinnen und Rentnern in den letzten zehn Jahren um 33 Prozent und damit so stark wie in keiner anderen Gruppe gestiegen ist. Von den erwachsenen Armen sind 29 in Rente und 32 Prozent erwerbstätig. Jedes fünfte Kind lebt in Armut.

Solche Zahlen müssen uns alle alarmieren. Wir brauchen effektive Maßnahmen zur Armutsbekämpfung. Dabei ist ein ganzes Bündel an Maßnahmen nötig, da Altersarmut viele Ursachen hat. Es braucht endlich einen Mindestlohn von über 12 Euro, damit Arbeitnehmer im Alter eine Rente oberhalb des Existenzminimums erhalten. Auch muss die unwürdige Diskussion um die Grundrente ein Ende haben. Sie muss zum 1.1.2021 kommen, ohne „Wenn“ und „Aber“.

Zudem ist aus Sicht des VdK die Rente nicht vollständig mit der Grundsicherung zu verrechnen. Alle die in die Rente eingezahlt haben, müssen davon auch etwas haben, auch wenn sie Grundsicherung beziehen. Von Altersarmut sind zudem vor allem Menschen betroffen, die krankheitsbedingt nicht mehr arbeiten können. Deshalb fordert der VdK bei der Erwerbsminderungsrente endlich die Abschläge abzuschaffen. Denn diese Arbeitnehmer gehen nicht freiwillig vorzeitig in Rente. Wenn die Politik die Zunahme der armen Rentner stoppen will, ist es wichtig jetzt zu handeln.

Für Kinder brauchen wir eine Neuberechnung der Kinderregelsätze in Hartz IV, die ihre wirklichen Bedarfe abdecken. Die Maßnahmen liegen auf dem Tisch. Nun gilt es, sie zeitnah umzusetzen. Die Zeit drängt.“

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Schlagworte Rentner | Parität | Kinder | Armut | Armutsbericht | VdK | Sozialverband

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