Sozialverband VdK Deutschland e.V.
6. Januar 2022
Presse

VdK-Präsidentin: Inflation erschwert immer mehr Menschen, ihr alltägliches Leben zu finanzieren

  • Inflationsrate von 3,1 Prozent ist ein Desaster für alle Menschen mit niedrigem Einkommen und Bezieher von Grundsicherung
  • Erhöhung der Regelsätze liegen weit unter der Inflationsrate
Das Bild zeigt eine ansteigende Kurve aus kleinen Klötzen mit den Buchstaben INFLATION. Einer dieser Kästen wird herausgenommen und sie wankt.
© Canva / solidcolours

Wie das Statistische Bundesamt am heutigen Donnerstag mitteilt, wird die Inflationsrate im Jahresdurchschnitt 2021 voraussichtlich bei 3,1 Prozent liegen. VdK-Präsidentin Verena Bentele bezieht zu der steigenden Inflation Stellung.

„Eine Inflationsrate von 3,1 Prozent ist ein Desaster für alle Menschen mit niedrigem Einkommen und Bezieher von Grundsicherung. Die wachsende Unsicherheit, wie sie das alltägliche Leben künftig finanzieren sollen, ist eine starke Belastung. Zusätzlich zur Pandemie. Sie müssen jetzt schon ihr Einkommen komplett für Essen, Heizung und Miete ausgeben. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung bleibt da zwangsläufig auf der Strecke. Deshalb muss die Mehrwertsteuer auf gesunde Lebensmittel soweit wie möglich gesenkt werden. Menschen mit geringem Einkommen dürfen gesundheitlich nicht zu Verlierern werden.

Besonders stark betroffen sind Menschen, die Hartz IV oder Grundsicherung beziehen. Die Regelsätze wurden lediglich um drei Euro erhöht und liegen damit unter einem Prozentpunkt und somit weit unter der Inflationsrate. Das bedeutet einen starken Kaufkraftverlust und faktisch eine Kürzung der Regelsätze für die Betroffenen. Die Regelsätze müssen mindestens die Preissteigerungen ausgleichen. Bei den stark steigenden Strom- und Heizkosten müssen die tatsächlichen Kosten übernommen werden. Im Wohngeld müssen die Energiekosten komplett berücksichtigt und jährlich angepasst werden. Es reicht nicht, wie von der Ampelkoalition angekündigt, einen einmaligen Heizkostenzuschuss für Wohngeld-Empfänger zu zahlen.“

Pressekontakt: Heike Vowinkel, Mobil: 0151 26163180, presse@vdk.de