17. Juni 2021
Presse

VdK-Präsidentin: „Pflegende Angehörige waren in der Pandemie am Ende ihrer Kräfte“

  • Verena Bentele berichtete als Sachverständige im Corona-Unterausschuss über die Situation Pflegebedürftiger, behinderter Menschen und ihrer Angehörigen
  • Klare Schutzkonzepte in Pflegeeinrichtungen, die überall gelten, sind dringend notwendig
Eine Frau trägt ein OP-Maske und zeigt einer einer Frau auf einem Mobiltelefon etwas.
© unsplash

Pflegebedürftige, Menschen mit Behinderungen und ihre jeweiligen Angehörigen sind die Vergessenen der Conrona-Pandemie. Darauf wies in einer Anhörung des Corona-Ausschusses am Donnerstag VdK-Präsidentin Verena Bentele hin: „Angehörige von Menschen, die zuhause gepflegt werden, waren in dieser Zeit komplett überfordert. Sie haben aus Angst Betreuungsdiensten abgesagt, konnten oder wollten keine Tagespflege mehr nutzen und gehörten dabei oft selbst zu den gefährdeten Risikogruppen, da viele von ihnen schon älter sind“, sagte Bentele. „Uns haben viele Mitglieder, die Angehörige pflegen, berichtet, dass sie in dieser Zeit gesundheitlich am Ende ihrer Kräfte waren.“ Finanzielle oder sonstige staatliche Hilfe habe es für sie nicht gegeben: „Es waren die Vergessenen der Pandemie.“

Die VdK-Präsidentin war bei der Anhörung zu Fragen der „gesundheitlichen und sozialen Dimension der Pandemie“ im Corona-Unterausschuss im Bundestag als eine von vier Sachverständigen geladen. Dort berichtete sie auch über die Situation in den Pflegeheimen. Diese sei in manchen Einrichtungen auch in der zweiten Welle noch schlimm gewesen, denn einige hätten immer noch keine Besuchskonzepte gehabt, sagte Bentele: „Wir haben herzerweichende Briefe von Angehörigen bekommen, die ihre Mutter oder ihren Ehemann nicht mehr besuchen konnten. Demenzkranke verstehen nicht, warum ihre Liebsten nicht mehr zu Besuch kommen können.“ Bentele forderte daher klare Schutzkonzepte für die Zukunft, die dann auch überall angewandt werden müssten.

Besonders dramatisch sei die Situation für Eltern und Geschwister von behinderten Kindern gewesen. „Ihnen wurde extrem viel abverlangt. Die Förderschulen waren geschlossen und die Schulbegleitung konnte zuhause im Home-Schooling nicht genutzt werden. Uns haben viele Mütter berichtet, dass sie ihre Arbeit komplett aufgeben mussten“, berichtete die VdK-Präsidentin im Ausschuss. Auch fehlten anfangs Schutzausrüstungen für Menschen mit Behinderung, die eine persönliche Assistenz nutzen. Viele mussten zudem ohne diese Assistenz auskommen, weil diese wegen fehlender Kinderbetreuung nicht arbeiten konnte.

Bentele forderte zudem, dass ausgefallene Behandlungen wie regelmäßige Physio- und Ergotherapien, die für viele behinderte Menschen und auch chronisch Erkrankte wichtig sind, schnellstmöglich nachgeholt werden: „Vor allem bei der Reha beobachten wir einen regelrechten Stau.“ Doch von Reha-Maßnahmen hingen auch Sozialleistungen wie Krankengeld und Arbeitslosengeld I ab. „Diese Sozialleistungen dürfen nicht gestrichen werden“, sagte Bentele.

Pressekontakt: Heike Vowinkel, 030 9210580-400 / presse@vdk.de

Schlagworte Corona-Krise | Pflegebedürftige | pflegende Angehörige | Menschen mit Behinderung | Kinder mit Behinderung

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