8. November 2017
Presse

VdK: Jamaika muss Armut in allen Altersgruppen bekämpfen

„Armut ist ein drängendes Problem in Deutschland und ein unhaltbarer Zustand, den die neue Bundesregierung schnell angehen muss“, mahnt Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, anlässlich aktueller Zahlen des Statistischen Bundesamts.

„Wenn trotz der guten wirtschaftlichen Konjunktur 16 Millionen Menschen von Armut oder sozialer Ausgrenzung in unserem Land bedroht sind, dann darf die Politik das Problem der Armut nicht länger kleinreden. Es müssen zügig konkrete Maßnahmen eingeleitet werden, um Armut in allen Altersgruppen nachhaltig zu bekämpfen“, fordert die VdK-Präsidentin.

Dringender Handlungsbedarf besteht in verschiedenen Politikfeldern. „Ein wachsender Niedriglohnbereich, ein Mindestlohn, mit dem man kaum über die Runden kommt, Kürzungsfaktoren und hohe Abschläge, die die Alterseinkommen ausbremsen, kaum Beschäftigungschancen für Langzeitarbeitslose, Zusatzbeiträge in der Krankenversicherung, die Versicherte einseitig belasten, hohe Mietbelastungen und Sozialleistungen, die zum Leben nicht reichen. Armut hat viele Ursachen“, so Mascher. Besonders betroffen sind Kinder, ältere, alleinerziehende, erwerbsgeminderte und langzeitarbeitslose Menschen.

Um einen echten Beitrag für die dringend notwendige Bekämpfung der Armut in Deutschland zu leisten, müssen aus Sicht des VdK folgende sozialpolitische Forderungen unbedingt in den Koalitionsvertrag aufgenommen und rasch umgesetzt werden:

  • Minijobs sowie Leih- und Zeitarbeit müssen eingedämmt werden.
  • Der Mindestlohn muss auf mindestens 12 Euro angehoben werden, damit nach langjähriger Beitragszahlung eine Rente über dem Grundsicherungsniveau gewährleistet ist.
  • Die Abschläge von bis zu 10,8 Prozent bei Erwerbsminderung müssen bei Neu- und Bestandsrenten entfallen.
  • Für Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung, wie der Mütterrente, muss es einen Freibetrag von 200 Euro in der Grundsicherung geben.
  • Die Arbeitsmarktchancen von Langzeitarbeitslosen müssen verbessert werden.
  • Die Regelsätze in der Grundsicherung müssen gerade bei Kindern, älteren und erwerbsgeminderten Menschen anhand der tatsächlichen Bedarfe neu berechnet und erhöht werden.
  • Die Mittel für den sozialen Wohnungsbau müssen deutlich erhöht und Mieten wieder bezahlbar werden.
  • Versicherte müssen durch die Rückkehr zur paritätischen Finanzierung in der gesetzlichen Krankenversicherung entlastet werden.

verantwortlich: Cornelia Jurrmann, Telefon: 030 / 92 10 580-401

Schlagworte Armut | Armutsgefährdung | Mindestlohn | Leiharbeit | Zeitarbeit | Abschläge | Erwerbsminderungsrente | Grundsicherung | Mütterrente

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