1. Juni 2017
Presse

VdK: Viele Rentner haben weiterhin
das Nachsehen

„Es ist begrüßenswert, dass die Bundesregierung nun verschiedene Maßnahmen ergreift, damit nicht immer mehr Menschen im Alter in die Armutsfalle laufen. Aus unserer Sicht werden viele armutsgefährdete Gruppen aber nicht im erforderlichen Umfang erreicht.“ Das erklärt Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, anlässlich der aktuellen Debatten zum Thema Rente im Deutschen Bundestag.

So sei nicht nachvollziehbar, dass zukünftig die private und betriebliche Altersvorsorge teilweise nicht mehr auf die Grundsicherung angerechnet wird, jede kleine Rentenanpassung aber schon. „Es muss endlich einen Freibetrag von 200 Euro auch für die gesetzliche Rente geben“, fordert Mascher.

Die Förderung der betrieblichen Altersvorsorge könne immer nur eine Ergänzung sein und das sinkende Niveau der gesetzlichen Rente nicht ausgleichen. „Ziel der Rentenpolitik in der nächsten Legislaturperiode muss es sein, die Talfahrt des Rentenniveaus endlich zu stoppen. Die Kürzungsfaktoren in der Rentenformel müssen abgeschafft werden, damit die Renten wieder parallel zu den Löhnen steigen“, so die VdK-Präsidentin.

Für über 1,7 Millionen Bestandsrentner ist es zudem eine herbe Enttäuschung, dass die geplanten Verbesserungen bei der Erwerbsminderungsrente nur für Neurentner gelten sollen. „Auch die jetzigen Erwerbsminderungsrentner leiden unter sehr niedrigen Renten und sind von Armut bedroht. Wenn die Politik den Erwerbsminderungsrentnern helfen will, dann müssen Verbesserungen für alle, auch für Bestandsrentner, gelten“, erklärt Mascher. Die Umsetzung der geplanten Verbesserungen wird den großen Einkommensverlust bei Erwerbsminderung nicht wettmachen. Der Sozialverband VdK fordert deshalb die Streichung der systemwidrigen Rentenabschläge von bis zu 10,8 Prozent.

Als „längst überfällig“ bezeichnet die VdK-Präsidentin die endlich in Angriff genommene Renteneinheit. Kritik übt sie an den aktuellen Finanzierungsplänen, nach denen die Beitragszahler der Rentenversicherung den allergrößten Teil bezahlen sollen. „Die Verwirklichung der deutschen Einheit ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und muss deshalb komplett aus Steuermitteln finanziert werden“, erklärt Mascher.

Im Zuge seiner Aktion zur Bundestagswahl „Soziale Spaltung stoppen!“ fordert der Sozialverband VdK weitere Maßnahmen gegen Altersarmut. Dazu gehören etwa die vollständige Angleichung der Mütterrenten und höhere Renten für Bezieher von Niedrigeinkommen.

Hintergrund

„Soziale Spaltung stoppen!“, so lautet das Motto der VdK-Aktion zur Bundestagswahl 2017. Der Sozialverband VdK hat zu den Themen Rente, Gesundheit, Pflege, Behinderung und Armut Kernforderungen aufgestellt und Vorschläge zur Finanzierung einer solidarischen Sozialpolitik gemacht.

Mehr Infos: Soziale Spaltung stoppen!

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Symbolfoto: Ein älterer Bauarbeiter auf einer Baustelle trägt eine Leiter
In Deutschland sind immer mehr Menschen auf eine Erwerbsminderungsrente angewiesen. Der VdK fordert deutliche Verbesserungen für Erwerbsminderungsrentner. | weiter

Schriftgrafik mit Forderungen des VdK: Rente muss zum Leben reichen! Im einzelnen: Talfahrt des Rentenniveaus bei 48 Prozent stoppen - Erwerbsminderung darf nicht zur Armutsfalle werden - Freibetrag für Grundsicherungsbezieher einführen - Rente für Geringverdiener erhöhen - Mütterrenten vollständig angleichen - Selbstständige in die Rentenversicherung einbeziehen

verantwortlich: Cornelia Jurrmann, Telefon: 030 / 92 10 580-401

Schlagworte Pressemeldung | Pressemitteilung | Rente | Bundestag | Ulrike Mascher | Grundsicherung | Armut | Alter | Rentner | Bestandsrentner | Erwerbsminderungsrente

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