4. Oktober 2016
Presse

Sozialverband VdK fordert mehr Rentengerechtigkeit

Nachbesserungen bei Erwerbsminderungsrenten und Grundsicherung dringend nötig

„Bei der Rente geht die Schere immer weiter auseinander. Wir dürfen nicht zulassen, dass immer mehr Menschen in Deutschland im Alter keine finanziellen Perspektiven haben und abgehängt werden“, erklärt Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, heute im Vorfeld des Rentendialogs mit Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles in Berlin. Der VdK, stellt Mascher klar, wolle keine „Rentengeschenke“, wie es so oft heißt, sondern „mehr Rentengerechtigkeit“.

© imago/imagebroker

Den größten Handlungsbedarf sieht Mascher bei Geringverdienern und Erwerbsminderungsrentnern. Vor allem bei Erwerbsminderungsrentnern sei die Gefahr der Altersarmut besonders hoch. So sind 15 Prozent aller Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen eine Erwerbsminderungsrente beziehen, bis ans Lebensende zusätzlich auf Grundsicherungsleistungen angewiesen. Die Erwerbsminderungsrenten bewegen sich heute oft nahe der Armutsschwelle. Im Jahr 2015 erhielt ein Neurentner in Deutschland durchschnittlich 672 Euro Erwerbsminderungsrente. „Wer krank ist und deshalb nicht mehr arbeiten kann, darf nicht durch finanzielle Einbußen zusätzlich bestraft werden“, betont die VdK-Präsidentin. Deshalb fordert der Sozialverband VdK die komplette Streichung der Abschläge von 10,8 Prozent, die Erwerbsminderungsrentner derzeit lebenslang hinnehmen müssen. Zudem muss nach Auffassung des VdK der Rentenbetrag durch eine Erweiterung der Zurechnungszeit auf das 65. Lebensjahr erhöht werden. Derzeit geht die Zurechnungszeit bis zum 62. Lebensjahr. Das heißt, dass bei Eintritt der Erwerbsunfähigkeit das aktuelle Einkommen nur bis zum 62. Lebensjahr fortgerechnet wird und sich daraus die Höhe der Rente berechnet – wovon wiederum 10,8 Prozent Abschläge abgezogen werden.

Außerdem muss aus Sicht des VdK ein Freibetrag von 100 Euro auf gesetzliche Rentenansprüche sowie auf Leistungen aus privater und betrieblicher Vorsorge geschaffen werden. „Die Einführung eines Freibetrags wäre ein echter Schritt zur Armutslinderung und eine Form der Anerkennung, die diese Menschen für ihre Lebensleistung verdient haben“, so die VdK-Präsidentin.

Zusätzlich fordert der Sozialverband VdK, das Rentenniveau jetzt zu stabilisieren. „Durch das sinkende Rentenniveau werden Verbesserungen für besonders von Armut betroffene Personengruppen ansonsten schnell wieder aufgefressen“, warnt Mascher.

Cornelia Jurrmann

Schlagworte Mascher | Erwerbsminderungsrentner | Andrea Nahles | Pressemeldung | Grundsicherung | Altersarmut | Armutsschwelle | Bundesarbeitsministerium | Präsidentin

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