7. Mai 2018
So hilft der VdK

VdK-Mitglied Franz Kiefer setzt moderne Kniegelenkprothese durch

Nach der unfallbedingten Amputation seines rechten Unterschenkels wollte sich VdK-Mitglied Franz Kiefer aus Baden-Württemberg nicht mit der Standardversorgung zufriedengeben. Um weiter wie bisher am Leben teilhaben zu können, benötigte er ein spezielles Prothesensystem. Mithilfe des VdK in Offenburg gelang es ihm, dieses bei der gesetzlichen Krankenkasse durchzusetzen.

Holte sich rechtliche Unterstützung: Frank Kiefer (links) mit VdK-Sozialrechtsreferent Harry Krellmann. | © VdK Baden-Württemberg

„Ein wirklich sehr gutes Ergebnis“: Franz Kiefer (70) ist hoch zufrieden über das erfolgreiche Widerspruchsverfahren des VdK gegen die AOK. „Ich will mit meinem Beispiel auch anderen Betroffenen Mut machen, sich nicht von der ablehnenden Haltung der Krankenkasse abschrecken zu lassen, sondern sich professionelle Hilfe und Unterstützung zu holen“, so Kiefer. Er selbst hatte sich an den Sozialrechtsreferenten Harry Krellmann von der VdK Sozialrechtsschutz gGmbH des VdK Baden-Württemberg gewandt. „Das ganze Verfahren war derart nervenaufreibend, dass ich Herrn Krellmann umso dankbarer für seine Unterstützung bin.“ Vor allem die Verzögerungen und die Hinhaltetaktik der Kasse seien schlimm für ihn gewesen. Das Ganze habe sich zudem über ein Jahr hingezogen.

Schlimm: Hinhaltetaktik der Krankenkasse

Bereits bei den ersten Terminen zur Prothesenversorgung in der Reha-Klinik hatte Kiefer gegenüber dem Prothesentechniker und dem AOK-Beauftragten seinen Wunsch nach optimaler Ausstattung und prothetischer Versorgung deutlich gemacht. „Dennoch wurde ich lediglich mit einer so bezeichneten Volks- oder Standardprothese ausgestattet. Erst bei späteren Nachforschungen und eigenen Internet-Recherchen erfuhr ich von den weit besseren Möglichkeiten, die ein elektronisch gesteuertes Knieteil in Bezug auf Lebensqualität und Alltagsbewältigung bietet“, sagt das VdK-Mitglied.

Kasse lehnt Kostenübernahme zunächst ab

Kiefer nahm mit einem Sanitätshaus Kontakt auf und stellte einen Antrag auf eine Versorgung mit einem C-Leg-4-Kniegelenksystem. Das ist ein elektronisches, mikroprozessorgesteuertes Kniegelenk, das an die Oberschenkelprothese montiert wird. Doch die Kasse lehnte den Antrag ab, auch wegen der Kosten von rund 29.000 Euro. Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) empfahl stattdessen ein Kenevo-Kniegelenk.

Widerspruch mit Hilfe des VdK eingelegt

Das VdK-Mitglied legte mithilfe des VdK-Sozialrechtsreferenten Harry Krellmann Widerspruch ein. Dieser wies auch darauf hin, dass Franz Kiefer mit dem derzeitigen mechanischen Kniegelenk in der Vergangenheit mehrfach gestürzt sei und nicht sicher gehen könne. Der Test des vom MDK vorgeschlagenen Kenevo-Kniegelenks habe ergeben, dass es nicht annähernd die Gangsicherheit herstellen könne wie das C-Leg-4.

Mit der modernen C-Leg-4-Prothese kann Franz Kiefer auch Rad fahren. | © VdK Baden-Württemberg

Prothesen-Versorgung endlich bewilligt

Kiefers Hausarzt bestätigte, dass die C-Leg-4-Prothese sinnvoll und notwendig sei. Sie ist leichter, und der 70-Jährige kann sich mit ihr besser und schneller bewegen, zum Beispiel beim Wandern und Angeln. Auch die Sturz- und Stolpergefahr ist deutlich geringer. Zudem kann er mit der C-Leg-Prothese Rad fahren, was mit dem Kenevo-Kniegelenk nicht möglich ist.

Nach erneuter Vorlage beim Medizinischen Dienst der Krankenversicherung teilte die AOK im Dezember 2017 endlich mit, dass sie die gewünschte Versorgung mit einer Oberschenkelprothese mit C-Leg-4-Funktionsbauteil bewillige und das Sanitätshaus mittlerweile dementsprechend informiert habe.

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Schlagworte Prothese | Kniegelenk | Kostenübernahme | Krankenkasse | Widerspruch

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