23. Juni 2016
So hilft der VdK

So hilft der VdK: Dank dem VdK früher in Rente

VdK Bayern setzt rückwirkende Einzahlung freiwilliger Beiträge durch

Mit Hilfe des VdK konnte Angelika Szymanski aus dem oberfränkischen Landkreis Coburg 15 Monate früher in Rente gehen. Die Deutsche Rentenversicherung hatte es versäumt, sie darauf hinzuweisen, freiwillig in die Rentenkasse einzubezahlen, um vorzeitig die Wartezeit zu erfüllen. Der VdK beantragte mit Erfolg eine rückwirkende Beitragszahlung.

Angelika Szymanski (links) freut sich, dass sie in Rente gehen konnte. VdK-Kreisgeschäftsführer Thomas Steinlein half ihr dabei. | © VdK Coburg

Angelika Szymanski war bis 1998 berufstätig. Danach pflegte sie ihren Vater bis zu dessen Tod. Den Wiedereinstieg ins Berufsleben schaffte sie nicht mehr, weil sie selbst an Krebs erkrankte. „Mein Mann musste für uns beide arbeiten“, erinnert sich die 64-Jährige. Doch das Geld war knapp, und als ihr Mann in Rente ging, musste er einen Nebenjob annehmen, damit es für zwei reichte.

Dreimal – in den Jahren 2009, 2012 und 2014 – hatte sich Szymanski bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV) beraten lassen, weil sie vorzeitig in Rente gehen wollte. Doch nach überstandener Krebserkrankung hatte sie statt der notwendigen 50 nur noch 30 Grad der Behinderung (GdB). Jedesmal teilte man ihr mit, dass sie warten müsse, bis sie im August 2017 die Regelaltersrente erreicht haben würde.

Im Dezember 2015 suchte Angelika Szymanski schließlich die Hilfe des Sozialverbands VdK. „Sie wollte ihren Grad der Behinderung feststellen lassen“, berichtet der Coburger VdK-Kreisgeschäftsführer Thomas Steinlein, der Szymanski beraten hat. „Weil sie bereits das 63. Lebensjahr vollendet hat, haben wir uns auch über ihren Lebensunterhalt und ihre Rente unterhalten.“

Steinlein forderte für das VdK-Mitglied eine Rentenauskunft bei der DRV an. Bei Durchsicht der Akte stellte er fest, dass Szymanski nur noch 28 Monate fehlten, um eine Altersrente für langjährig Versicherte beziehen zu können. Er wunderte sich, dass sie in den Beratungsgesprächen nicht darauf hingewiesen worden war, freiwillige Beiträge zu entrichten.

Möglichkeit wenig bekannt

Da Szymanski versicherte, dass ihr niemand diese Möglichkeit aufgezeigt habe, stellte Steinlein bei der DRV einen Antrag auf rückwirkende Beitragszahlung und verwies auf das letzte Beratungsgespräch im Jahr 2014. Normalerweise können Beitragszahler nur für das laufende Jahr freiwillig einbezahlen. Da aber der Fehler auf Seiten der Rentenversicherung lag, sah Steinlein für das VdK-Mitglied die Möglichkeit, dass es auch außerhalb dieser Frist eine Nachzahlung leisten kann und somit die Wartezeit von 35 Jahren für langjährig Versicherte erreicht.

Nach nur einer Woche kam der Bewilligungsbescheid: Angelika Szymanski durfte für die Jahre 2014 und 2015 freiwillige Versicherungsbeiträge nachentrichten. Insgesamt handelte es sich um einen Betrag in Höhe von rund 2300 Euro, den sie sofort überwies. Seit 1. Mai 2016 bekommt sie nun eine Altersrente für langjährig Versicherte.

Angelika Szymanski ist überglücklich über die Hilfe des VdK: „Der positive Rentenbescheid war wie Weihnachten, Ostern und Geburtstag zusammen“, sagt sie und stellt fest: „Ich hätte schon viel eher zum VdK gehen müssen.“ Doch die Möglichkeit, freiwillig in die Rentenkasse einzubezahlen, sei ihr nicht bekannt gewesen. „Es gibt viele, die das nicht wissen“, glaubt sie und hofft, dass ihr Fall auch andere dazu motiviert, nochmal nachzuhaken.

Das Schönste ist für Angelika Szymanski aber, dass ihr Mann nun endlich seinen Ruhestand genießen kann und nicht mehr nebenbei jobben muss. „Ohne den VdK hätte er sonst gearbeitet, bis er umgefallen wäre.“


Mehr Fälle aus der Reihe "So hilft der VdK":

So hilft der VdK
Symbolfoto: Eine Statue der Justitia
In unserer Serie "So hilft der VdK" berichten wir regelmäßig über echte Fälle aus der Sozialrechtsberatung unserer VdK-Landesverbände, bei denen der VdK seinen Mitgliedern zu ihrem Recht verholfen hat. | weiter

ali

Schlagworte So hilft der VdK | Rente | Sozialrecht | Rechtsberatung | VdK Bayern

VdK-Rechtsberatung

Der Sozialverband VdK berät und vertritt seine Mitglieder im Bereich gesetzliche Rentenversicherung, zum Beispiel zum Thema Erwerbsminderungsrente.

Mitgliedschaft
Symbolfoto: Eine Frau formt mit den Händen ein Dach und hält es schützen über einen Kreis aus ausgeschnittenen Papier-Figürchen
Es gibt viele gute Gründe für eine Mitgliedschaft im VdK - dem mit bundesweit über 1,8 Millionen Mitgliedern größten Sozialverband Deutschlands. | weiter
So hilft der VdK
Symbolfoto: Ein Mann mit einem Blindenstock steht am Straßenrand, im Hintergrund fährt ein Auto vorbei.
Mehrere Gutachten, ein umfangreicher Schriftverkehr sowie eine Klage vor dem Sozialgericht Stade führten nach zwei Jahren zum Erfolg: Das blinde VdK-Mitglied Lara Träger (Name von der Redaktion geändert) bekam weiterhin Leistungen der Pflegestufe I zugesprochen. | weiter
28.11.2016 | Sabine Kohls
So hilft der VdK
Symbolfoto: Ein Blatt Papier, auf das ein Paragraphen-Symbol aufgedruckt ist
Mit 56 Jahren fängt Regina Özcan aus Westerngrund im unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg noch einmal ganz von vorne an: Die gelernte Krankenpflegehelferin wird Busfahrerin. Die von der Deutschen Rentenversicherung Nordbayern finanzierte Umschulung hat sie sich mit Hilfe des VdK erstritten. | weiter
28.11.2016 | ali
So hilft der VdK
Symbolfoto: Jemand hält ein Hörgerät in der Hand.
Drei lange Jahre kämpfte VdK-Mitglied Marion L. (38, Name von der Redaktion geändert) für eine Versorgung mit digitalen Hörgeräten. Vor Kurzem gewann sie endlich den Prozess gegen ihre Krankenkasse. Ein langer Weg, der mithilfe des Sozialverbands VdK Nordrhein-Westfalen zu einem guten Ende führte. | weiter
31.10.2016 | sko
So hilft der VdK
Symbolfoto: Kind spielt Fußball
Wer Sport treibt, benötigt geeignete Kleidung und Schuhe. So ging es auch dem mobilitätseingeschränkten VdK-Mitglied Karsten T. (Name von der Redaktion geändert) aus Berlin. Mit Hilfe des Sozialverbands VdK Berlin-Brandenburg gelang es ihm, seinen Anspruch auf orthopädische Sportschuhe durchzusetzen. | weiter
27.09.2016 | Sabine Kohls
So hilft der VdK
Symbolfoto: Eine Statue der Justitia
VdK-Mitglied Gerald Berger aus Röllbach im unterfränkischen Landkreis Miltenberg ist seit einem Unfall querschnittsgelähmt. Um arbeiten zu können, braucht er ein Anti-Dekubitus-Sitzkissen für den Rollstuhl. Doch sowohl die Deutsche Rentenversicherung (DRV) als auch die Krankenkasse lehnten eine Kostenübernahme ab. Erst eine Klage des VdK vor dem Sozialgericht brachte Erfolg. | weiter
30.08.2016 | Annette Liebmann
So hilft der VdK
Symbolfoto: Ein Rollstuhl-Skater fährt mit seinem Rollstuhl über eine Minirampe
Gemeinsamer Sport macht Kindern Spaß und fördert den Teamgeist. Umso schlimmer, wenn man ausgeschlossen ist, so wie der elfjährige Marcel S. Mit seinem Rollstuhl konnte er nicht am Schulsport teilnehmen. Er klagte mit Hilfe der VdK-Rechtsschutzstelle Trier vor dem Sozialgericht, das ihm einen leichten Sportrollstuhl zusprach. | weiter
23.05.2016 | sko
So hilft der VdK
Symbolfoto: Eine Statue der Justitia
In unserer Serie "So hilft der VdK" berichten wir regelmäßig über echte Fälle aus der Sozialrechtsberatung unserer VdK-Landesverbände, bei denen der VdK seinen Mitgliedern zu ihrem Recht verholfen hat.
Mitgliedschaft
Grafik: Bunte Männchen stehen auf einer Plattform. Einer streckt die Hand aus und zieht ein weiteres Männchen nach oben zu den anderen.
Der VdK bietet seinen Mitgliedern qualifizierte Sozialrechtsberatung durch kompetente Fachleute, konsequente Interessenvertretung und vieles mehr.
Mitgliedschaft
Symbolfoto: Ein Schreiben von einerr Behörde.
Sie benötigen Hilfe und Beratung im Sozialrecht, etwa zu Rente, Behinderung, Pflege oder Krankenversicherung? Kommen Sie zum VdK - wir helfen Ihnen!
Mitgliedschaft
Symbolfoto: Frauen aus drei Generationen stehen zusammen
Wie kann ich Mitglied im Sozialverband VdK werden? Wie hoch ist der Mitgliedsbeitrag? Auf dieser Seite beantworten wir Fragen rund um die VdK-Mitgliedschaft.