29. Mai 2017

Sonnenbrillen: Dunkle Gläser sind nicht immer am besten

Bei Sonnenbrillen ist der UV-Schutz entscheidend – Auch Größe der Gläser und Passform spielen eine Rolle

Eine Sonnenbrille muss mehr als nur schick aussehen: Sie soll verhindern, dass der Träger durch das Sonnenlicht geblendet wird, und soll die Augen vor gefährlicher UV-Strahlung schützen. Giovanni Di Noto, Vorsitzender des Ausschusses für Öffentlichkeitsarbeit beim Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen (ZVA), erklärt, was eine gute Sonnenbrille ausmacht und woran man sie erkennt.

© webandi/pixabay.de

Sonnenbrillen gibt es in jeder Preisklasse. „Ein modisches, gut schützendes und sitzendes Modell sollte man ab 50 Euro erhalten“, sagt Di Noto. Hat das Brillenglas Schlieren, Blasen oder Einschlüsse, gibt es auf Druck in der Fassung nach oder wird das Bild verzerrt, sollte man die Finger davon lassen. „Denn dann handelt es sich um minderwertige Brillengläser, die zu Kopfschmerzen und Schwindel führen können“, so der Augenoptiker-Meister.

Besonders wichtig ist bei Sonnenbrillen der UV-Schutz. UV-Strahlung ist für das menschliche Auge unsichtbar. In hoher Dosis kann sie zu schmerzhaften Entzündungen der Binde- und Hornhaut, im schlimmsten Fall sogar zu dauerhaften Schädigungen der Netzhaut führen. Ob die Gläser einen UV-Schutz haben oder nicht, ist für den Laien nicht zu erkennen. „Das kann nur durch ein spezielles Messgerät bestimmt werden“, erklärt Di Noto.

Als Orientierungshilfe empfiehlt er, auf das CE-Zeichen zu achten, das sich meist auf der Innenseite des Bügels befindet. Brillen, die in der Europäischen Union vertrieben werden, müssen diese Kennzeichnung aufweisen. Sie wird allerdings vom Hersteller oder Importeur angebracht und nicht von einer unabhängigen Stelle überprüft. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann seine Brille von einem Optiker überprüfen lassen.

Der Blendschutz hält keine gefährliche Strahlung ab, sondern dämpft das sichtbare Licht. Er unterteilt sich in fünf verschiedene Kategorien:

  • Kategorie 0: ein leichter Filter für dunklere Umgebungen, beispielsweise ein Kino,
  • Kategorie 1: geeignet für bewölktes Wetter,
  • Kategorie 2: die gängige Sonnenbrille für den Sommer in Deutschland,
  • Kategorie 3: für südliche Breitengrade und den Strandurlaub,
  • Kategorie 4: extrem dunkler Filter zum Skifahren oder im Hochgebirge, nicht geeignet für den Straßenverkehr.


Sonnenbrillen mit Blend-, aber ohne UV-Schutz können großen Schaden anrichten. „Sie setzen den natürlichen Schutzmechanismus des Auges außer Kraft“, erklärt der Fachmann. Bei Helligkeit verkleinert sich die Pupille automatisch, sodass weniger Strahlung ins Auge dringt. Mit Sonnenbrille bleibt dieser Mechanismus aus. Das UV-Licht kann ungehindert ins Auge dringen und Schäden verursachen. „Nicht die dunkelsten Gläser schützen am besten, sondern jene aus hochwertigem Material mit einem entsprechenden UV-Schutz“, betont Di Noto.

Da UV-Strahlen auch von der Seite auf das Auge treffen können, sind die Größe der Gläser und die Passform weitere wichtige Kriterien beim Brillenkauf. Je näher die Gläser an den Augen sitzen, desto weniger Licht kann einfallen. Sonnenbrillengläser sollten mindestens bis zu den Augenbrauen reichen. Breite Bügel oder eine gebogene Form, wie sie beispielsweise Sportbrillen haben, schützen die Augen zusätzlich.

Di Noto rät, für den Kauf den Fachmann aufzusuchen. „Da jede Kopfform, Nasenform, Schläfenbreite, Abstand der Augen und Position der Ohren anders ist, muss die Sonnenbrille entsprechend ausgesucht und angepasst werden“, begründet er. Auch um den modischen Aspekt müsse man sich keine Sorgen machen: „Augenoptiker nehmen regelmäßig an Fachmessen teil, beziehen ständig Mode- und Fachzeitschriften und sind somit immer bestens darüber informiert, was ,in‘ ist.“

Annette Liebmann

Schlagworte Brille | Sonnenbrille | UV-Schutz | Gesundheit | Optiker | Empfehlung

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