26. April 2017

Kaum Erholung in der Nacht - Schlafstörungen nehmen immer weiter zu

Ein gutes Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen. So lautet ein altes Sprichwort. Doch das allein reicht nicht für einen guten und erholsamen Nachtschlaf. Heutzutage lassen unter anderem Termin- und Leistungsdruck am Arbeitsplatz und zu viel Zeit vor dem PC und dem Fernseher immer mehr Menschen schlecht ein- und durchschlafen.

© imago/McPHOTO

80 Prozent der deutschen Arbeitnehmer schlafen schlecht, Tendenz steigend. Das zeigt der aktuelle Gesundheitsreport der DAK „Deutschland schläft schlecht – ein unterschätztes Problem“. Jeder Zehnte hat sogar schwere Schlafstörungen (Insomnien) mit Ein- und Durchschlafstörungen, schlechter Schlafqualität, Tagesmüdigkeit und Erschöpfung. Frauen sind hier mit elf Prozent etwas häufiger betroffen als Männer (acht Prozent). Seit 2010 stieg der Anteil der von Ein- und Durchschlafproblemen betroffenen 35- bis 65-jährigen Arbeitnehmer um 66 Prozent an. Schwere Schlafstörungen nahmen seit 2010 um 60 Prozent zu.

Laut DAK-Report schläft jeder fünfte Arbeitnehmer nur fünf Stunden oder noch weniger. Doch ausreichender Schlaf ist wichtig, um im Alltag ausgeglichen und leistungsfähig sein zu können. Mindestens 7,5 Stunden pro Tag sollten es laut Experten daher für Erwachsene durchschnittlich sein, individuell mal mehr oder weniger. Auch das Alter spielt hier eine Rolle.

Kraft schöpfen im Schlaf

Schlafen ist für Menschen überlebensnotwendig, da es der biologischen und psychischen Regeneration dient. Wir erholen uns im Schlaf und tanken Kraft für den Tag. Ein- und Durchschlafschwierigkeiten sind an sich noch kein Problem, so lange sie nicht mehr als dreimal in der Woche vorkommen. Sollte dies aber der Fall sein und dieser Zustand über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten anhalten, ist es höchste Zeit, nach den Ursachen zu forschen. Von einer schweren Schlafstörung spricht man, wenn die Betroffenen am Tag müde und erschöpft sind und ihren privaten und beruflichen Alltag nur noch schwer bewältigen können. Ihre Leistungsfähigkeit ist stark eingeschränkt.

Psychische Belastungen

Ursachen für Schlafstörungen können psychische Belastungen, nächtlicher Lärm sowie ein unregelmäßiger Lebensstil sein. Feste Bettzeiten, ein ruhiger Ausklang des Tages, regelmäßige Bewegung sowie der Verzicht auf Kaffee, Alkohol und Zigaretten können helfen. Auch sollte man nur schlafen gehen, wenn man müde ist, und gegebenenfalls auf den Mittagsschlaf verzichten. Tritt keine Besserung ein, ist es Zeit, zum Arzt zu gehen, denn die Beschwerden können beispielsweise das Risiko für Depressionen und Angststörungen erhöhen. Möglicherweise bestehe hier ein Zusammenhang mit dem starken Anstieg der Krankmeldungen bei den psychischen Erkrankungen in den letzten Jahren, so der DAK-Report. 


VdK-TV: Gesunder Schlaf

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sko

Schlagworte Schlaf | Schlafprobleme | Schlafstörung | Statistik | Einschlafen | Durchschlafen

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