27. März 2017

Osterfeuer und Osterräder

Wenn die Holzfeuer leuchten, naht der Frühling

Wer an den Ostertagen abends unterwegs ist, kann die Osterfeuer leuchten sehen. Ursprünglich sollten sie nach dem kalten Winter die Sonne auf die Erde hinabziehen, um zu wärmen und für gute Ernten zu sorgen. In der katholischen Kirche versammelt sich die Gemeinde in der Osternacht um ein kleines Feuer, an dem die Osterkerze entzündet wird. Diese symbolisiert Christus als Licht der Welt.

Osterfeuer am Strand der Ostsee in Kölpinsee auf der Insel Usedom. | © picture alliance/ZB

Osterfeuer sind ein beliebter Anlass, um gemeinsam den Winter zu verabschieden. Der Brauch ist vor allem in ländlichen Gegenden verbreitet. Die Holzstöße aus Baum- und Strauchschnitt werden je nach Region bereits am Karfreitag angesteckt. In Westfalen finden die Osterfeuer oft am Abend des Ostersonntags statt, im Sauerland erst am Ostermontag. Im Harz werden aus Reisig und Fichten sogenannte Ostermeiler aufgeschichtet.

Osterfeuer sind in der Regel genehmigungspflichtig. Bei den offiziellen großen Feuern in den Gemeinden ist auch die Feuerwehr vor Ort. Der Festplatz liegt aus Sicherheitsgründen meist etwas abseits vom Wohngebiet. Wer ein privates kleines Osterfeuer im Garten veranstalten möchte, sollte sich bei der Gemeinde vorsichtshalber erkundigen, ob das auch erlaubt ist. Hier variieren die Vorgaben je nach Gemeinde.

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) weist darauf hin, dass sich in den gestapelten Holz- und Reisighaufen oft Kleintiere wie Igel, Kaninchen, Spitzmaus, Kröte und Co. verkriechen. Auch Vögel wie Rotkehlchen und Zaunkönig können in den Totholzhaufen Nester anlegen. Daher sollte am Tag des Anzündens das Material vorsichtig umgeschichtet werden, sodass sich die Tiere in Sicherheit bringen können.

Damit die Kleintiere das geplante Osterfeuer erst gar nicht als Wohnstätte in Betracht ziehen, sollte der Haufen erst kurz vor dem Abbrennen aufgeschichtet werden. Ist der Holz- und Reisigstapel schon vor längerer Zeit angelegt worden, darf er eigentlich nicht mehr durch Abbrennen zerstört werden, so der NABU.

Osterräder

Im Vergleich zu Osterfeuern findet man den Brauch des Osterräderlaufs heute nur noch selten. Er ist vor allem in Norddeutschland und im Harz verbreitet. So werden beispielsweise in der lippischen Stadt Lüdge im Weserbergland zu Beginn der Dämmerung mit Stroh oder Reisig ausgestopfte Eichenräder entzündet und die Hänge hinuntergerollt. Diese wiegen bis zu 300 Kilogramm und nehmen zusätzlich bis zu 120 Kilogramm Stroh auf. Die Osterräder können eine beachtliche Geschwindigkeit entwickeln. Erreichen sie das Ende des Hanges und bleiben nicht unterwegs umgekippt liegen, bedeutet das im Sinne des Volksglaubens eine gute Ernte.

sko

Schlagworte Frühling | Ostern | Osterbrauch | Ostertradition | Osterfeuer | Bedeutung | Osterrad

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