27. März 2017

In der falschen Klinik - Versorgungsstrukturen oft nicht geeignet

Nicht immer kommen Patienten in das Krankenhaus, das für ihr jeweiliges Krankheitsbild die besten Versorgungsstrukturen bietet. Besonders nach einem Herzinfarkt oder zur Behandlung von Brustkrebs ist diese Entwicklung zu beobachten.

© imago/allOver-MEV

Zu diesem Ergebnis kommt der neue Qualitätsmonitor 2017 von Gesundheitsstadt Berlin e. V. und dem wissenschaftlichen Institut der Ortskrankenkassen (WIdO). Bei Herzinfarktpatienten ist laut Leitlinien vorgeschrieben, dass innerhalb einer Stunde nach Einlieferung in eine Klinik eine Linksherzkatheter-Untersuchung erfolgt sein soll. Doch laut Studie verfügten etwa 40 Prozent der Kliniken, die im Jahr 2014 Herzinfarkte behandelten, nicht über ein Herzkatheterlabor. Laut Studie sind knapp 22.000 Patienten pro Jahr betroffen, die keine optimale Versorgung nach einem Herzinfarkt bekommen.

Dies gelte auch für die Behandlung von Brustkrebs. Laut medizinischen Leitlinien wird zur Diagnosesicherung eine Biopsie vor einer Operation gefordert. Zudem muss die Klinik mindestens 50 mammachirurgische Eingriffe pro Jahr nachweisen können. Laut Studie sieht die Realität jedoch anders aus. Ein Viertel der rund 800 untersuchten Krankenhäuser, die 2014 derartige Eingriffe vorgenommen hat, behandelten weniger als acht Patientinnen im Jahr. Bei vier von zehn Frauen haben die Krankenhäuser die nötigen Biopsien nicht vorgenommen.

Fazit der Studienautoren: Es gibt eine Diskrepanz zwischen der Versorgungswirklichkeit und den fachlichen Anforderungen.

Hier geht es zur Studie: Qualitätsmonitor 2017

ikl

Schlagworte Krankenhaus | Klinik | Versorgung | Versorgungsstruktur | Herzinfarkt | Brustkrebs | Qualitätsmonitor | Patienten

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