24. Mai 2016

Verlässliche Aussichten fürs Alter schaffen

Ein stabiles Rentenniveau gibt auch jungen Leuten eine Perspektive

Um die Rente wird in der Politik mit neuer Leidenschaft diskutiert. Der Sozialverband VdK erinnert die Parteien an eine seiner Grundforderungen: „Die Rente muss zum Leben reichen.“

Die Gefahr der Altersarmut wächst. | © Imago/epd

Ein großer Streitpunkt ist das Rentenniveau, also wieviel Prozent vom durchschnittlichen Nettoeinkommen vor Steuern nach 45 Beitragsjahren als Rentenzahlung überwiesen wird. Im Jahr 2000 lag es noch bei 53 Prozent, heute bei unter 48 Prozent. Bis 2030 soll es auf 43 Prozent fallen.

„Das ist eine gefährliche Entwicklung, die der Altersarmut Vorschub leistet, denn die propagierte zusätzliche private Vorsorge können sich viele nicht leisten. Deswegen muss das Rentenniveau mindestens auf dem heutigen Stand eingefroren werden“, fordert VdK-Präsidentin Ulrike Mascher. Das sinkende Rentenniveau betrifft kleine Einkommensbezieher deutlich stärker, „denn 48 Prozent von wenig ist viel zu wenig fürs Alter“, erklärt Mascher.

Die Warnungen mancher Arbeitgeber, selbst ein Einfrieren würde die immer weniger Jüngeren mit Milliardenbeiträgen zur Rentenversicherung belasten, weist sie zurück: „Diese Milliarden Euro werden andererseits den Rentnern vorenthalten. Und auch junge Leute wünschen sich später ein ordentliches Rentenniveau.“ Dafür würden viele höhere Beiträge akzeptieren, denn die Rentenversicherung gilt als solides System.

Einen Aspekt vermisst Mascher in der aktuellen Debatte: „Die hohen Gewinne der Wirtschaft sind in den letzten Jahren bei den Löhnen und Gehältern kaum angekommen. So werden viele Arbeitnehmer letztlich auch um ein gutes Alterseinkommen gebracht.“

bsc

Schlagworte Altersarmut | Armut | Rente | Alterssicherung | Rentenniveau | Rentenpolitik | Rentenversicherung

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