28. April 2016

Immer mehr Kinder werden abgehängt

Trotz guter Wirtschaftslage steigt die Kinderarmut in Deutschland

Abgestempelt und abgehängt: Gegen den allgemeinen Trend und trotz der guten Wirtschaftslage müssen immer mehr Kinder von Grundsicherungsleistungen leben. Das hat eine aktuelle Studie des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) ergeben.

© VdK

15,6 Prozent aller Kinder und Jugendlichen unter 15 Jahren lebten im Jahr 2015 in Familien, die Grundsicherungsleistungen ("Hartz IV") beziehen. Gegenüber 2014 ist das ein Plus von 0,2 Prozent. Der Bevölkerungsanteil der Hartz-IV- Bezieher in der Gruppe der 15- bis 64-Jährigen hat sich mit 8,2 Prozent stabilisiert. Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften mit minderjährigen Kindern steigt dagegen kontinuierlich an. 

Dass es immer mehr bedürftige Kinder gibt, sei auch deshalb bemerkenswert, so die Studienautoren, weil die Zahl der Kinder in Deutschland insgesamt abnimmt. 1,92 Millionen Kinder leben von Sozialleistungen, fast 40 Prozent bereits vier Jahre oder länger. In Berlin und Bremen gilt jedes dritte Kind als arm, ähnliche Zahlen liegen für Städte im Ruhrgebiet wie Gelsenkirchen vor.

VdK-Präsidentin Ulrike Mascher zeigt sich alarmiert von dieser Entwicklung: "Die Herkunft entscheidet wesentlich über den späteren gesellschaftlichen Status. Wir müssen vermeiden, dass sich Armut verfestigt. Jedes Kind hat eine Zukunft verdient." Sie begrüßte deshalb ausdrücklich die gemeinsame Initiative des DGB und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände für eine engere Vernetzung der Jobcenter mit örtlichen Akteuren wie Jugendhilfe oder Schulverwaltungen, um diese Kinder gezielt zu fördern.

bsc

Schlagworte Kinderarmut | Kinder | Armut | soziale Ungleichheit | Studie

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