24. Februar 2016

Österreichs Rentnern geht es besser

Die Alpenrepublik setzt strikt auf eine starke gesetzliche Rentenversicherung

Felix Austria? Vom „glücklichen Österreich“ war in der Geschichte bisher eher in Sachen kaiserlicher Heiratspolitik die Rede. Nun zeichnet eine Studie auch das Bild von der Alpenrepublik als Rentnerparadies.

Österreich: Land der Berge - und auch das Land mit dem besseren Rentensystem, lautet das Fazit einer aktuellen Studie. | © Imago/blickwinkel

Die Hans-Böckler-Stiftung hat die Alterssicherungssysteme der Nachbarstaaten Deutschland und Österreich verglichen. Grundsätzlich fußen beide Systeme auf dem Umlageverfahren. Das heißt, ein Teil der Gehälter fließt in die Rentenversicherung. Daraus finanziert diese die Altersbezüge der Rentnerinnen und Rentner. Beide Länder sind im Hinblick auf Wirtschaftskraft und Bevölkerungsentwicklung ähnlich. Dennoch haben sie verschiedene Wege gewählt, um die Sicherung des Lebensstandards im Alter zu gewährleisten.

Die Rentenreformen in Deutschland haben das Element der privaten Vorsorge („Riestern“) zum festen Bestandteil der Alterssicherung erklärt. Dafür wurde der Rentenversicherungsbeitrag gesenkt, aber auch das Rentenniveau soll bis zum Jahr 2030 auf 43 Prozent reduziert werden. Österreich hat dagegen die gesetzliche Rentenversicherung gestärkt, nicht zuletzt mit Hilfe deutlich höherer Beitragszahlungen. Zudem werden seit etwa zehn Jahren auch Selbstständige in das allgemeine Rentensystem einbezogen, und die Bestimmungen der Rentenversicherung kommen Schritt für Schritt auch für Beamte zur Anwendung.

Im Einkommensvergleich stehen Österreichs Bezieher einer gesetzlichen Rente deutlich besser da als ihre deutschen Altersgenossen. So erhielt 2013 ein langjährig versicherter Mann als Neurentner in Deutschland etwa 1050 Euro, in Österreich dagegen 1560 Euro – bei 14 Auszahlungen pro Jahr. Neben der Absenkung des Rentenniveaus in Deutschland sieht die Studie die Ursache für diesen großen Unterschied in der Rentenformel, die sich bei den jährlichen Rentenanpassungen an der Lohnentwicklung statt der Inflation orientiert und durch Dämpfungsfaktoren bestimmt ist.

Doch auch im Rentnerparadies gibt es Wolken: So hat man in Österreich erst nach 15 Jahren Versicherungszeit Rentenanspruch. Und die Koppelung an die Inflation könnte sich aktuell zum Dämpfungsfaktor entwickeln.
Der Vergleich lohne sich dennoch, ist VdK-Präsidentin Ulrike Mascher überzeugt: „Österreich zeigt, wie leistungsstark ein rein umlagefinanziertes Rentensystem ist. Finanzkrisen können dem nicht viel anhaben. Private Vorsorge gegen Altersarmut können sich ohnehin zu wenige leisten. In Deutschland muss die gesetzliche Rente deshalb gestärkt werden. Das schafft Vertrauen in den Sozialstaat.“

bsc

Schlagworte Österreich | Rentensystem | Alterssicherung | Rentenreform | Riesterrente | Rentenanspruch | Ländervergleich

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