21. September 2015

Kommentar: Hilfe in der Not

Deutschland sagt: „Herzlich willkommen!“ Überall in unserem Land kommen Flüchtlinge aus Kriegsgebieten an. In vielen Städten packen Helferinnen und Helfer mit an, damit erst einmal für das Nötigste gesorgt ist. Der Flüchtlingsstrom hat eine Welle an bürgerschaftlichem Engagement ausgelöst, was auch im Ausland mit großem Respekt wahrgenommen wird.

Schon jetzt setzen sich viele VdK-Mitglieder für die Menschen ein, die bei uns Zuflucht vor der Gewalt in ihren Heimatländern suchen. Traumatisierte Kinder, die von ihren Eltern getrennt wurden, Familien, denen von ihrem Hab und Gut nur eine Tasche geblieben ist, Männer, die zusehen mussten, wie ihre Frauen und Kinder bei der Überfahrt im überfüllten Boot im Meer versanken. Diesen Schicksalen können und müssen wir Menschlichkeit entgegensetzen. Der VdK ist Deutschlands größter Sozialverband. Menschlichkeit und Solidarität sind unsere Pfeiler.

Gewalt, Fremdenhass und Ausgrenzung erteilen wir eine klare Absage. Ich rufe alle Mitglieder, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dazu auf, sich solidarisch zu zeigen. Ich bedanke mich sehr herzlich bei denjenigen, die sich bereits engagieren, und ermutige alle anderen dazu, ebenfalls aktiv zu werden und die Kommunen zu unterstützen. Bringen Sie sich in lokalen Bündnissen mit anderen Vereinen ein, um die Hilfe vor Ort effektiv zu organisieren. Gleichzeitig warne ich davor, das Schicksal der Flüchtlinge für falsche Zwecke zu missbrauchen.

Wer behauptet, durch die höheren Ausgaben für Flüchtlinge würde anderen Gruppen wie Rentnerinnen und Rentnern etwas weggenommen, schürt auf unverantwortliche Weise sozialen Unfrieden. Nur 3,31 Prozent des Bundeshaushalts werden für Flüchtlinge dieses Jahr ausgegeben, diese Ausgaben sind zu schultern. Denn die Steuereinnahmen sind so hoch wie nie. Sie könnten sogar viel höher sein, würde eine gerechtere Besteuerung von großem Reichtum für mehr gesellschaftlichen Ausgleich sorgen.

Zudem kommen mit den Flüchtlingen hoch motivierte, teils sehr gut ausgebildete potenzielle Arbeitskräfte ins Land. Durch rasche Klärung des Bleiberechts könnten aus heutigen Hilfeempfängern bald viele Steuer- und Sozialversicherungszahler werden. Schon heute erwirtschaften in Deutschland lebende Ausländer 22 Milliarden Euro an Überschuss, sie zahlen pro Kopf 3300 Euro mehr Steuern und Sozialabgaben, als jeder Einzelne statistisch an staatlichen Leistungen erhält.

Ehrenamtliche sind wichtige Ersthelfer, doch der Staat muss die Bedingungen für eine schnelle Integration schaffen. Deutschkurse zählen ebenso dazu wie die gesundheitliche und psychologische Betreuung, die Bereiche Schule, Ausbildung und Qualifizierung sowie das Wohnen. Wenn Flüchtlinge bald zu Mitschülern, Kollegen und Nachbarn werden, erst dann sind sie wirklich angekommen. Ulrike Mascher

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Besucher des Sommerfestes des VdK Hofbieber
Viele Mitglieder, Landes-, Kreis- und Ortsverbände des Sozialverbands VdK engagieren sich für die Flüchtlinge. Sie zeigen Menschlichkeit und leisten Großartiges. Exemplarisch für die enorme Hilfsbereitschaft innerhalb des größten Sozialverbands der Bundesrepublik hat die VdK-Zeitung zehn Projekte he­rausgegriffen und stellt sie hier vor. | weiter
24.09.2015

Schlagworte Toleranz | Flüchtlinge | VdK-Präsidentin | Engagement | Ehrenamt | Hilfe | Aktionen | Integration

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