24. Juni 2015

So hilft der VdK: Endlich Recht bekommen dank VdK

Mitglied aus Sachsen erhält unbefristet volle Erwerbsminderungsrente

Unklarheiten bei den Versicherungszeiten führten dazu, dass VdK-Mitglied Holger Näser aus Moritzburg erst nach jahrelangem Hin und Her die volle unbefristete Erwerbsminderungsrente bewilligt bekam. Die Rechtsexperten des VdK Sachsen in der Geschäftsstelle Dresden fanden die Fehlerquelle und verhalfen dem Mitglied zu seinem Recht.

© Thorben Wengert/pixelio.de

Holger Näser (58) stellte am 1. November 2011 einen Antrag auf eine Erwerbsminderungsrente. Die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund) lehnte diesen am 16. Januar 2012 ab. Die Begründung lautete: Näser sei zwar erwerbsgemindert, erfülle aber nicht die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen. Er habe in den vergangenen fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung nur 26 Monate statt der erforderlichen 36 Monate Pflichtbeiträge gezahlt.

Gegen den ablehnenden Bescheid der Rentenversicherung legte er keinen Widerspruch ein. Dafür fehlte ihm gesundheitlich die Kraft. Währenddessen verschlechterte sich sein Gesundheitszustand aufgrund einer chronischen Schmerzerkrankung weiter. Mittlerweile hatte er einen Grad der Behinderung (GdB) von 100 sowie die Merkzeichen „G“ (erhebliche Gehbehinderung), „aG“ (außergewöhnliche Gehbehinderung) und „B“ (Notwendigkeit ständiger Begleitung) von der Versorgungsverwaltung beim Sozialamt Meißen zuerkannt bekommen.

Holger Näser merkte bald, dass es ohne professionellen sozialrechtlichen Rat nicht vorwärts geht und wurde im Jahr 2013 Mitglied im Sozialverband VdK Sachsen. Im Mai 2013 ließ er sich in der VdK-Geschäftsstelle Dresden ausführlich zur Rentenproblematik beraten. Der Beratungsstellenleiter Tobias Balogh nahm sich als Erstes den Ablehnungsbescheid der Rentenversicherung vor und stellte einen sogenannten Überprüfungsantrag. Dies ist möglich, wenn man mit einem Bescheid nicht einverstanden ist, die Widerspruchs- beziehungsweise Klagefrist aber bereits abgelaufen ist, wie es bei Holger Näser der Fall war. Der VdK machte geltend, dass die Behörde beim Erlass des Bescheids von einem falschen Sachverhalt ausgegangen war, und stellte einen neuen Antrag auf Erwerbsminderungsrente. Mittlerweile hatte Holger Näser wegen seiner Erkrankung die Pflegestufe I zuerkannt bekommen.

Widerspruch eingelegt

Die Deutsche Rentenversicherung Bund lehnte den Überprüfungsantrag am 11. Juni 2014 ab. Diesmal erkannte sie zwar 35 Pflichtbeitragsmonate an, weil sie der Argumentation des VdK folgte und den Zeitpunkt des Eintritts der Erwerbsminderung änderte. Für die volle Rentengewährung fehlte damit aber weiterhin ein Monat Pflichtbeitrag im entscheidenden Fünfjahreszeitraum.

Gegen den Ablehnungsbescheid legte der VdK Widerspruch ein, dessen Bearbeitung nun Rechtsanwalt Lars Müller übernahm. Nach nochmaliger Prüfung des Versicherungsverlaufs fiel auf, dass Holger Näser im entscheidenden Zeitraum SGB-II-Leistungen bezogen hatte, für die zu der Zeit noch Pflichtbeiträge durch das Jobcenter zu leisten waren. Diese Zeiten waren von der DRV Bund nicht komplett berücksichtigt worden. Der VdK-Rechtsanwalt wandte sich deshalb an das Jobcenter Meißen. Die Überprüfung der maßgeblichen Leistungsbescheide ergab, dass das Jobcenter von einem früheren Eintritt der vollen Erwerbsminderung ausgegangen war, als ihn die DRV Bund ermittelt hatte. Das Jobcenter hatte Holger Näser fälschlicherweise einige Monate als nicht leistungsfähigen Sozialgeldempfänger geführt und für diese Zeit keine Pflichtbeiträge an die Rentenversicherung überwiesen.

In Folge des Überprüfungsantrags des VdK korrigierte das Jobcenter den Fehler und zahlte die Beiträge nach. Die DRV Bund sah nun die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen von 36 Monaten Pflichtbeiträgen als erfüllt an und bewilligte Holger Näser endlich eine unbefristete Rente wegen voller Erwerbsminderung. Das VdK-Mitglied ist froh, dass es nun die Erwerbsminderungsrente erhält, die ihm zusteht. „Ohne die Hilfe des VdK-Teams in Dresden hätte ich das nicht geschafft“, sagt Holger Näser dankbar. 


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