25. September 2014

Beruf und Pflege besser vereinbaren

Familienministerium legt Pläne zur Entlastung von pflegenden Angehörigen vor

Wer neben dem Job einen pflegebedürftigen Angehörigen versorgt, stößt schnell an die Grenzen seiner Kraft. Von Familienministerin Manuela Schwesig kommen nun Signale, die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege zu verbessern.

© Imago

"Die Pflegereformpläne des Bundesfamilienministeriums sind endlich ein konkreter Schritt hin zu einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Pflege. Das ist zumindest eine kleine Erleichterung für Arbeitnehmer, die sich plötzlich um die Versorgung eines Familienmitglieds kümmern müssen – etwa nach einem Schlaganfall. Das alte Familienpflegezeitgesetz aus dem Jahre 2011 hat sich als nicht praxistauglich herausgestellt", erklärt VdK-Präsidentin Ulrike Mascher.

Endlich auf den Weg gebracht werden soll demnach eine Lohnersatzleistung, die ähnlich wie beim Kinderkrankengeld die Möglichkeit für eine bezahlte zehntägige Auszeit für Angehörige bietet, wenn sie kurzfristig die Pflege eines Angehörigen organisieren müssen.

Eingeführt werden soll auch ein verbindlicher Rechtsanspruch auf Familienpflegezeit, den der VdK immer wieder gefordert hatte. "Es hat sich gezeigt, dass freiwillige Lösungen, auf die man zuvor noch gesetzt hatte, in weiten Teilen nicht gegriffen haben. Sich nur auf den guten Willen der Unternehmen zu verlassen wie bisher, war der falsche Weg. Leider haben wir dadurch aber wieder einige wertvolle Jahre verloren", so Mascher. "Pflegende Angehörige leisten physische und psychische Schwerstarbeit und entlasten Beitrags- und Steuerzahler um Milliardenbeträge", sagt die VdK-Präsidentin.

Der VdK fordert mehr Transparenz und mehr Hilfen für pflegende Angehörige. "Sich bei den unterschiedlichen Hilfsangeboten auszukennen und die vielen komplizierten Anträge auszufüllen, kosten den Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen viele Nerven, Zeit und Geld. Beratung und Information der Betroffenen müssen dringend verbessert werden. Deshalb ist es ganz wichtig, dass der Aufbau der Pflegestützpunkte bundesweit flächendeckend vorankommt", fordert Mascher.


VdK-TV: Die wichtigsten Fragen zur VdK-Kampagne "Große Pflegereform jetzt"

bsc

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