25. Februar 2013

Schlüsselfrage soziale Gerechtigkeit

Wie ist es um die soziale Gerechtigkeit bestellt? Diese Frage bewegt die Menschen in unserem Land. An den Positionen der Parteien zu den sozialpolitischen Fragen wird sich die Bundestagswahl am 22. September 2013 entscheiden. "Endlich handeln" ist deshalb die eindringliche Forderung, die der Sozialverband VdK auf seinem Neujahrsempfang an die Politiker aller Parteien stellte.

VdK-Präsidentin Ulrike Mascher bekräftigte: Der VdK wird den Sozialstaat verteidigen. | © Steffen Weigelt

VdK-Präsidentin Ulrike Mascher begrüßte in der Vertretung des Saarlands mehr als 100 Gäste, darunter Annette Widmann-Mauz, parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Gesundheit, Hubert Hüppe, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung, Hans-Joachim Fuchtel, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Dr. Herbert Rische, Präsident der Deutschen Rentenversicherung Bund, Heinrich Alt, Vorstand der Bundesagentur für Arbeit, sowie den VdK-Ehrenpräsidenten Walter Hirrlinger mit Ehefrau Lore.

"Es kommt nicht darauf an, wie alt wir werden, sondern wie wir alt werden." Die renommierte Alternswissenschaftlerin Prof. Ursula Lehr stimmte als Gastrednerin auf dem VdK-Neujahrsempfang auf die Chancen und Herausforderungen des demografischen Wandels ein. Sie plädierte dafür, dass Alter nicht nur an Defiziten gemessen wird. Noch vor 50 Jahren sei die Pensionierung von vielen Menschen als "Anfang vom Ende" erlebt worden. Damals hätten sie zum alten Eisen gehört, wurden nicht mehr gebraucht, nicht mehr gesellschaftlich anerkannt. Wer heute in Rente geht, habe noch mehr als ein Viertel seines Lebens vor sich. Das biete vor allem neue Möglichkeiten, gehe aber auch mit der Notwendigkeit einher, die politischen Rahmenbedingungen für ein aktives und gesundes Altern zu schaffen. Prof. Ursula Lehr nannte hierfür vor allem die Sicherung der Lebensqualität und die Erhaltung von Selbstständigkeit und Unabhängigkeit im Alter.

Alternswissenschaftlerin Prof. Ursula Lehr zeigte Chancen und Herausforderungen des demografischen Wandels auf. | © Steffen Weigelt

Sozialstaat verteidigen

"Demografischer Wandel und Sozialstaat, das geht auch zusammen", bekräftigte VdK-Präsidentin Ulrike Mascher. Der Sozialverband VdK werde den Sozialstaat verteidigen. Oberstes Ziel sei die Stärkung der Solidarität in der Gesellschaft. Sich gegenseitig unterstützen, Schwächere und Benachteiligte schützen, Mitmenschlichkeit praktizieren - all das sei in Deutschland eine noch weitverbreitete Tugend. Die Bereitschaft, für die Gemeinschaft da zu sein, sei groß, so lange jeder nach seinen Kräften belastet wird. Starke Schultern sollen mehr tragen als schwache.

Die Kluft wächst

Doch die soziale Balance gerät immer mehr aus dem Gleichgewicht. "Dass Arm und Reich ständig weiter auseinanderdriften, ist längst mehr als nur eine gefühlte Wahrheit", so Mascher weiter. Der VdK spreche hier nicht nur für seine 1,6 Millionen Mitglieder, sondern für eine große Mehrheit der Deutschen. So empfinden immer mehr Menschen die wachsende soziale Kluft als zutiefst ungerecht. Das Privatvermögen der unteren Hälfte der Bevölkerung entspreche gerade einmal einem Prozent des gesamten Volksvermögens. Die oberen zehn Prozent vereinen dagegen die Hälfte des Vermögens auf sich. Diese Entwicklung beunruhige die Menschen, mache ihnen Angst.

"Viele sozialpolitische Entscheidungen haben dazu beigetragen, dass das Solidaritätsprinzip immer mehr ausgehöhlt wird", so die VdK-Präsidentin. Es werde nach Kassenlage entschieden, und Reformen werden nur halbherzig auf den Weg gebracht. Eine echte Strategie zur Bekämpfung der Armut sei bisher nicht zu erkennen. Auch eine wirkliche Rentenreform sei noch nicht auf den Weg gebracht worden. Doch der Sozialverband VdK werde die Politiker beim Wort nehmen, und zwar in allen Bereichen, die den Menschen wichtig sind. Deshalb stellt der VdK Deutschland seine Aktivitäten im Vorfeld der Bundestagswahlen unter das Motto "Endlich handeln!".

ikl

Schlagworte Neujahrsempfang | soziale Gerechtigkeit | Endlich handeln | Kampagne

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