1. Februar 2013

Zahnarzt kommt nach Hause - Bessere Versorgung von Pflegebedürftigen

Menschen, die nicht mehr selbst zum Zahnarzt gehen können, werden künftig besser versorgt. Ab April 2013 soll sich die zahnmedizinische Versorgung von Pflegebedürftigen, Menschen mit Behinderung und eingeschränkter Alltagskompetenz verbessern.

Normalerweise behandelt der Zahnarzt in seiner Praxis. Zukünftig könnte die Behandlung zuhause oder im Heim aber leichter werden. | © Imago

Die gesetzlichen Krankenkassen wollen künftig Haus- und Heimbesuche von Zahnärzten besser vergüten. Für betroffene Patienten gibt es ab April 2013 einen verbrieften Anspruch auf eine Versorgung zu Hause oder im Pflegeheim. Dafür wurde im Leistungskatalog der Krankenkassen eine neue Position aufgenommen.

"Diese Änderung war längst überfällig, weil der Rechtsanspruch schon seit 1. Januar 2012 gegeben ist", so VdK-Vizepräsident Roland Sing. Wo der Patient nicht mehr zum Zahnarzt kommen kann, müsse der Zahnarzt eben zum Patienten kommen. Denn oft seien Menschen, die nicht mehr mobil sind, von der zahnmedizinischen Versorgung abgeschnitten. Doch gerade mit zunehmendem Alter dürfe die regelmäßige Kontrolle und Behandlung durch einen Zahnarzt auf keinen Fall vernachlässigt werden.

Regelmäßige Durchsicht für Ältere so wichtig wie für Jüngere

Das wird auch von Zahnmedizinern bestätigt. Eine regelmäßige Durchsicht der Zähne sei für ältere Menschen genauso wichtig wie für jüngere. So können Keime, die Parodontose auslösen, auch eine negative Wirkung auf andere Bereiche des Körpers haben. Laut Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung nehmen Parodontalerkrankungen bei Erwachsenen zu. Der Grund dafür ist, dass die Anfälligkeit für Erkrankungen des Zahnhalteapparates mit dem Lebensalter steigt.

Da Erwachsene immer mehr Zähne immer länger behalten, wächst auch ihr Parodontitisrisiko. Medikamente wie manche Bluthochdruckmittel und Antidepressiva können zudem Zahnfleischerkrankungen und Mundtrockenheit nach sich ziehen, sodass beispielsweise Prothesen nicht halten. Nur der Zahnarzt kann solche Veränderungen erkennen. Er hilft, indem er zum Beispiel eine Totalprothese regelmäßig alle zwei bis drei Jahre unterfüttert und stark beanspruchte Prothesenzähne rechtzeitig durch neue ersetzt. Er glättet raue Oberflächen am Zahnersatz, sodass er sich besser reinigen lässt. Drückende Stellen werden abgeschliffen, bevor weiterer Schaden entsteht.

ikl

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