29. November 2012

So hilft der VdK: Sozialverband VdK geht erfolgreich in die Berufung

Nach mehr als 13 Jahren Kampf um die Erwerbsminderungsrente erfährt ein VdK-Mitglied endlich Gerechtigkeit

Im Jahr 2009 wusste Berthold Murr (Name von der Redaktion geändert) nicht weiter. Erneut war sein Antrag auf Erwerbsminderungsrente abgelehnt worden. Er nahm den Ablehnungsbescheid aber nicht einfach hin, sondern machte sich kurzentschlossen auf den Weg zur Geschäftsstelle des VdK Ingolstadt-Eichstätt (VdK-Landesverband Bayern). Die VdK-Rechtsexpertin prüfte den Fall und leitete die notwendigen Schritte ein.

Bereits seit 1998 kämpfte Berthold Murr vergeblich um eine Rente. Infolge eines schweren Verkehrsunfalls in der Mittagspause war er erwerbsgemindert und pflegebedürftig. Die Berufsgenossenschaft wollte nicht zahlen. Es handele sich nicht um einen Arbeitsunfall, weil die überwiegende Zeit der Pause mit privaten Einkäufen statt dem Mittagessen verbracht worden sei, wurde argumentiert. Die Deutsche Rentenversicherung erkannte zwar eine volle Erwerbsminderung an, wollte aber ebenfalls nicht zahlen. Sie berief sich auf die Berufsgenossenschaft, die keinen Arbeitsunfall vorliegen sah. Zudem seien die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen, dass in den vergangenen fünf Jahren vor dem Unfall mindestens drei Jahre Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung gezahlt wurden, nicht erfüllt. Statt der erforderlichen 36 Monate seien es bei Berthold Murr lediglich 32 Monate. Das Landessozialgericht lehnte daraufhin eine Erwerbsminderungsrente mit Urteil vom 28. Februar 2007 ab, unglaubliche neun Jahre nach dem Unfall.

Im September 2009 stellte Berthold Murr verzweifelt einen neuen Antrag auf Erwerbsminderungsrente und ging anschließend mit dem Ablehnungsbescheid zum VdK, um sich Hilfe zu holen. Rechtsexpertin Kristina Obermair legte Widerspruch für ihn ein: abgelehnt. Sie reichte Klage beim Sozialgericht ein: abgelehnt. Daraufhin ging sie vor dem Landessozialgericht in Berufung. Zu dem Gerichtstermin musste Berthold Murr persönlich erscheinen. Verbittert nach dem jahrelangen Kampf um seine Rente machte sich dieser gemeinsam mit seiner Ehefrau auf den Weg zum Gericht. Hoffnung hatte er nur noch sehr wenig. Doch es kam anders. Die Richterin des Landessozialgerichts München war nach dem Studium der Akten zu dem Schluss gekommen, dass es sich 1998 tatsächlich um einen Arbeitsunfall gehandelt hatte. Somit seien die Voraussetzungen für einen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente erfüllt, verkündete die Richterin. Berthold Murr bekam daraufhin rückwirkend zum 1. September 2009 die Erwerbsminderungsrente zugesprochen, auf die er mehr als 13 Jahre hatte warten müssen. So siegte mithilfe des VdK, wenn auch spät, doch noch die Gerechtigkeit.

sko

Schlagworte Erwerbsminderungsrente | VdK-Mitglied | Antrag | Ablehnungsbescheid | Rente | Erwerbsminderung | Widerspruch | Sozialgericht

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