30. August 2011

Kommentar: 65 Jahre VdK-Ehrenamt

In letzter Zeit ist viel die Rede von "Freiwilligenarbeit" und "Bürgerschaftlichem Engagement". Das klingt offenbar moderner als der herkömmliche Begriff "Ehrenamt". Tatsache ist, dass lange, bevor diese neuen Begriffe salonfähig wurden, die Gründerväter und -mütter des VdK vor 65 Jahren die erste große Bürgerinitiative und Selbsthilfeorganisation Nachkriegsdeutschlands aus der Taufe hoben. Kriegsopfer und Hinterbliebene taten sich zusammen, um sich selbst und anderen Leidensgenossen unbürokratisch und selbstlos zu helfen.

Heute ist der VdK der größte Sozialverband in Deutschland, die größte sozialrechtliche und sozialpolitische Interessenvertretung für Rentner, Menschen mit Behinderung, chronisch Kranke, ältere Arbeitnehmer, Pflegebedürftige und deren Angehörige. Die Bedeutung des Ehrenamts im VdK ist ungebrochen. 90.000 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 9000 Ortsverbänden bilden die Seele unseres Verbands. Im VdK war und ist jedes ehrenamtlich tätige Mitglied eine anerkannte Persönlichkeit.
Die Ehrenamtlichen leisten wertvolle Beratungs- und Organisationsarbeit vor Ort. Sie tragen maßgeblich zum Zusammenhalt unseres Verbands bei. Sie machen Geburtstags- oder Krankenbesuche zu Hause oder in Altenheimen, organisieren Ausflüge, Reisen, Informations-, Freizeit- und Kulturveranstaltungen für Jung und Alt, für Menschen mit und ohne Behinderung. Die VdK-Gründer sprachen gerne von der großen Gemeinschaft und der großen VdK-Familie. Dies trifft auch heute noch den Kern der ehrenamtlichen Arbeit an der Verbandsbasis.

Unsere ehrenamtlich tätigen Frauen und Männer geben durch ihre Arbeit vielen Menschen in Deutschland, insbesondere kranken, alten und alleinstehenden Menschen, ein Stück Heimat und Geborgenheit. Ergänzt durch die professionelle Sozialrechtsberatung und -vertretung unserer Mitglieder durch hauptamtliche Experten auf den Gebieten Rente, Behinderung, Gesundheit und Pflege kann der VdK ein Dienstleistungsangebot bieten, das seinesgleichen sucht. Eines der Erfolgsgeheimnisse des VdK ist es, dass Haupt- und Ehrenamt sich nicht gegenseitig im Wege stehen, sondern sich sinnvoll ergänzen und harmonisch zusammenarbeiten.

Wilhelm Busch hat einmal gesagt: "Willst du froh und glücklich leben, lass kein Ehrenamt dir geben." Das reimt sich zwar, ist aber trotzdem falsch. Von einem anderen berühmten Deutschen, Johann Wolfgang von Goethe, stammt der Satz: "Wer nichts für andere tut, tut nichts für sich." Da war Goethe seiner Zeit voraus, denn heute gibt es zahlreiche Untersuchungen, die belegen: Helfen macht glücklich.

Ulrike Mascher

Schlagworte Kommentar | Ulrike Mascher | VdK-Präsidentin | Ehrenamt | freiwillig | Engagement | Ehrenamtler | Mitarbeiter | Interessenvertretung

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