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Herbstversammlung KV Tübingen erstmals in Hirschau

Wie jedes Jahr lud der VdK Kreisverband Tübingen zu seiner traditionellen Herbstversammlung ein. Diese fand erstmals in der Stefan-Hartmann-Halle in Tübingen-Hirschau statt. Bei herrlichem Herbstwetter füllten sich die Stuhlreihen mit zahlreichen VdK Mitglieder in Windeseile. Liebevoll gestaltete Tische der Familie Moser mit herbstlichen Dekorationen verwandelten die Tische in ein freundliches Flair.

Impressionen aus der Stefan-Hartmann-Halle

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    Gruppenfoto

    Der Kreisvorsitzende Manfred Brüssel konnte zahlreiche Ehrengäste begrüßen, u.a. Herrn Dr. Martin Rosemann, MdB SPD, Frau Heike Hänsel MdB DIE LINKE, Herrn Michael Bulander, Oberbürgermeister der großen Kreisstadt Mössingen, Herrn Jürgen Neumeister, Vorsitzender des Sozialverbandes VdK Bezirksverband Südwürttemberg-Hohenzollern und Herrn Roy Lilienthal Geschäftsführer der GSW Gesellschaft für Siedlungs- und Wohnungsbau Baden-Württemberg mbH in Sigmaringen.Foto: Klaus Kuhm

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    Herbstversammlung 2019 Kreisverband Tübingen

    Vollbesetzte Stefan-Hartmann-Halle in Tübingen-HirschauFoto: Klaus Kuhm

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    Ursula Moosburger

    Durch das Programm führte Frau Ursula Moosburger, Frauenvertreterin im Kreisverband Tübingen.Foto: Klaus Kuhm

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    Scheckübergabe

    Im Eingangsbereich der Halle hat Frau Ursula Sing liebevoll gestaltete Bastelarbeiten zum Verkauf angeboten. Die Einnahmen aus dem Verkauf werden traditionell einem wohltätigen Zweck gespendet. Zum Schluss der Veranstaltung konnte Frau Moosburger den Tübinger Hospizdiensten, vertreten durch Frau Godart, für die Kinderhospizarbeit die stolze Summe von € 800,- überreichen.Foto: Klaus Kuhm

Höhepunkt der Veranstaltung war der Vortrag von Roy Lilienthal, Geschäftsführer der Gesellschaft für Siedlungs- und Wohnungsbau Baden-Württemberg mbH Sigmaringen:

„Bezahlbarer Wohnraum, sozialer Wohnungsbau. Die zentrale sozialpolitische Herausforderung der nächsten Jahre in Deutschland.“

Roy Lilienthal

Roy Lilienthal© Klaus Kuhm

Wohnungspolitik umschreibt Roy Lilienthal als ein tägliches Dilemma, dass mit dramatischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen verbunden ist. Seit 70 Jahren bemüht sich die GSW bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und versucht, die Mieten möglichst stabil zu halten. Einerseits soll sich kostenmäßig für den einzelnen Mieter kaum etwas ändern, andererseits besteht ein Drängen auf Investitionen der Klimapolitiker. Schnelles Handeln in kürzerer Zeit. Dazu kommen ca. 5 Millionen Wohnungen, die altersgerecht umgebaut werden sollen. Die Kosten für soziale Stabilisierung ganzer Wohnquartiere sollen von den Wohnungs- und Immobilienunternehmen übernommen werden. Der soziale Wohnungsbau kommt nicht voran, obwohl der Bund den Ländern 2018 für die Wohnungsraumförderung 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung stellte.

Der Grund der Abnahme der Sozialwohnungen ist, dass die Wohnungen nach Ablauf der in der Regel 30- jährigen Förderfrist herausfallen und danach frei vermietet werden können. Dringend notwendig sei, so Roy Lilienthal, ein politischer und gesellschaftlicher Konsens darüber, was dem Staat das Wohnen tatsächlich wert ist. Ein weiteres Steuerärgernis ist die geplante Grundsteuerreform. Viele Wohnungen von Wohnungs- u. Immobilienunternehmen wurden bereits nach dem Ende des 2. Weltkrieg in den Randgebieten von Städten errichtet. Durch die Ausdehnung der Städte 70 Jahre später sind diese Wohnungen heute in eine zentrale Lage gewandert was zur Folge hat, dass der Wert dieser Wohnungen erheblich gestiegen ist. 1/3 dieses Wohnungsbestandes der GSW ist sozial gefördert und wird unter dem durchschnittlichen Mietpreis bis heute gefördert. Durch die Grundsteuerreform werden nun diese Mieter durch die durchschnittliche Miete und der zentralen Lage ihrer Wohnungen erheblich mehr bezahlen müssen, da die Grundsteuer direkt auf die Mieter umgelegt wird. Somit ist die Grundsteuerreform im hohen Maße unsozial und widerspricht dem Anliegen des bezahlbaren Wohnraumes.


Manfred Brüssel

Manfred Brüssel© Klaus Kuhm

Manfred Brüssel ging in seiner Rede auf die Erfolgsgeschichte des VdK ein. Mit Stolz konnte er den über 300 anwesenden Mitgliedern berichten, dass der VdK seit wenigen Wochen über 2 Millionen Mitglieder hat. Der Kreisverband Tübingen betreut davon über 3.600 Mitglieder in 24 Ortsverbänden. Er verwies auf viele Mitgliederserviceleistungen die der VdK bereithält, aber auch auf die enorme ehrenamtliche Mitarbeit, auf die der VdK angewiesen ist. In rd. 1250 Orts- und Kreisverbänden engagieren sich eine Vielzahl von ehrenamtlichen und leisten hervorragende Beratungs- und Betreuungsarbeit für unsere Mitglieder. Auch ging Manfred Brüssel auf die große Aktion „Pflege macht arm“ ein. Pflegebedürftigkeit darf nicht zum Armutsrisiko führen. Der VdK fordert die Landesregierung auf, die pflegebedürftigen Heimbewohner bei den Kosten für die stationäre Pflege zu entlasten und die Investitionskosten wie bis vor wenigen Jahren wieder zu übernehmen.

Dr. Martin Rosemann

Dr. Martin Rosemann© Klaus Kuhm

In seinem Grußwort verwies Dr. Martin Rosemann auf ein historisches Jubiläumsjahr 2019. 100 Jahre Weimarer Verfassung, 100 Jahre Frauenrecht, 70 Jahre Grundgesetz und 30 Jahre Wiedervereinigung stehen für Freiheit, Demokratie und Frieden. Der Sozialverband VdK stehe für eine solidarische Gesellschaft, Menschen für Menschen. Ein Sozialverband, der für jeden der Unterstützung benötigt, diese Unterstützung auch bietet. Dr. Rosemann erinnert an die Lebensleistung jedes Einzelnen. Er fordert eine neue Erwerbsminderungsrente, die auch für ältere Verträge auf die neusten Richtlinien angepasst werden muss, damit Betroffene in jeder Lebenslage gut versorgt sind.

Michael Bulander

Michael Bulander© Klaus Kuhm

Michael Bulander, Oberbürgermeister aus Mössingen hob die Standbeine des Sozialverbandes VdK besonders hervor. Gemeinwohl, Solidarität, Engagement, soziale Mitarbeit und eine starke Lobby seien das Aushängeschild mit dem man den VdK verbindet. Der VdK rückt den Menschen in den Mittelpunkt und ist ein verlässlicher und starker Partner.
Jürgen Neumeister zeigte sich erfreut über den starken Zuwachs an Mitgliedern. Im Landesverband Baden-Württemberg sind 237 .000 Mitglieder registriert. Aller Unkenrufe in den 90er Jahren zum Trotz, als ein baldiges Aus des VdK prognostiziert wurde, stieg der VdK zu einem Sozialverband auf, der heute nicht mehr wegzudenken ist. Alleine in Baden-Württemberg machen 58 Rechtsreferenten und das enorme ehrenamtliche Engagement den VdK heute zu einem starken Sozialverband.

Polka-Power-Band Hirschwurm

Für die Unterhaltung der Mitglieder sorgte die Polka-Power-Band Hirschwurm.© Klaus Kuhm

Weitere Informationen zum Kreisverband Tübingen finden Sie hier.

Bericht: Andrea Gruber

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  1. Roy Lilienthal | © Klaus Kuhm
  2. Manfred Brüssel | © Klaus Kuhm
  3. Dr. Martin Rosemann | © Klaus Kuhm
  4. Michael Bulander | © Klaus Kuhm
  5. Polka-Power-Band Hirschwurm | © Klaus Kuhm
  6. Gruppenfoto | © Klaus Kuhm
  7. Herbstversammlung 2019 Kreisverband Tübingen | © Klaus Kuhm
  8. Ursula Moosburger | © Klaus Kuhm
  9. Scheckübergabe | © Klaus Kuhm

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