Erinnerung und Gedenken anlässlich 75 Jahre Kriegsende

Der 8. Mai wird von vielen Menschen als ein weiterer Wochentag im Jahr wahrgenommen. Für die Berliner*innen ist er dieses Jahr sogar einer der variablen Feiertage mitten im Frühling, der hoffentlich mit einer Lockerung der Kontaktbeschränkungen und einem Wiederaufleben des öffentlichen Lebens verbunden ist. Es soll ein heiterer Tag werden.

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Tag der Erinnerung und des Gedenkens


Denn vermutlich ist kein weiterer Tag in der deutschen Geschichte mit den Begriffen Frieden und Hoffnung so verknüpft wie dieser. Er ist seit jeher auch ein Tag der Erinnerung und des Gedenkens. Am 8. Mai 1945 um 23 Uhr kam es zur bedingungslosen Kapitulation des Deutschen Reichs. Mehr als 60 Millionen Menschen waren tot, gefallen an der Front, ermordet in Konzentrationslagern, verbrannt in Bombennächten, gestorben an Hunger, Kälte und Gewalt.

Opfer des Euthanasie-Programms


Unter ihnen waren rund 200 000 bis 300 000 Menschen mit Behinderungen oder behaupteten Behinderungen. Sie waren Opfer eines nie da gewesenen akribisch und bürokratisch organisierten unter anderem auf Denunziation beruhenden staatlichen Euthanasie-Programms (Aktion T4 und Kinder-Euthanasie) geworden. Sie wurden in „Heil- und Pflegeanstalten“ und angegliederten Anstalten systematisch durch Vergasen, Verhungernlassen oder durch andere Methoden ermordet. Die im Rahmen dieses Verbrechens gegen die Menschlichkeit erlangten Erkenntnisse wurden eine der Grundlagen des Holocaust.

Warum Erinnern auch heute wichtig ist


Ja, es ist vergangen, aber es ist dennoch sehr aktuell! Denn es ist das, was der Mensch dem Menschen antat. Indem wir uns erinnern und den Opfern gedenken, bilden wir unser Bewusstsein. Ein Bewusstsein, das ein klares Bekenntnis zum „Nie wieder!“ enthält. Als Mensch ein „Nein!“ zu Rassismus, Verfolgung und Ausgrenzung in jeglicher Form. Es ist ein Bewusstsein, das unseren Einsatz für eine freiheitliche, auf den Menschenrechten beruhende demokratische und sozial gerechte Gesellschaft formt. Indem wir uns durch das Erinnern mit dem Vergangenen verknüpfen, gestalten wir unsere Gegenwart und sichern unsere Zukunft in Frieden und Freiheit.

Henrike Weber

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