Wege zurück in die Regelschule

In den drei sonderpädagogischen Kleinklassen an der Hans-Fallada- Schule werden Kinder unterrichtet, für die der Schulalltag eine besondere Herausforderung darstellt. Das Ziel: die Reintegration in die Herkunftsschule oder in eine passende Anschlussschule.

Die sonderpädagogischen Kleinklassen sind ein Projekt an der Hans-Fallada-Schule in Kooperation mit der tandem BTL und dem Jugendamt Neukölln. Die tandem BTL ist eine Tochtergesellschaft des VdK Berlin-Brandenburg. | © Barbara Brecht-Hadraschek

Sonderpädagogische Kleinklassen an der Hans-Fallada-Schule – Ein Projekt der tandem BTL

Insgesamt 18 Grundschüler lernen an der Schule. Sie kommen aus Nord-Neukölln und haben alle den Förderstatus sozial-emotionale Entwicklung. In kleinen Klassen mit jeweils sechs Schülerinnen und Schülern ist Zeit und Raum, um jedes Kind individuell zu fördern. „Unsere Teams sind entsprechend der besonderen pädagogischen Erfordernisse sehr breit aufgestellt. Sonderpädagogen, Sozialpädagogen und Facherzieher für Integration arbeiten Hand in Hand mit einer Heilpädagogin und Kollegen mit fachlichen Zusatzqualifikationen in Musiktherapie oder Psychomotorik“, erklärt Lena Rotter, Koordinatorin Sonderpädagogische Kleinklassen an der Hans-Fallada- Schule.

Tagesablauf

Wichtig ist, die Kinder an einen festen Tagesablauf zu gewöhnen – dieser wird individuell an die Erfordernisse der Kinder angepasst. Deshalb unterscheidet sich der Ablauf des Schultages zum Teil von Klasse zu Klasse. Feste Rituale und Regeln des Zusammenarbeitens sind aber überall Programm. Grundsätzlich haben die Schülerinnen und Schüler am Vormittag bis zu fünf Stunden Unterricht, anschließend gibt es Mittagessen. Danach fängt der Freizeitbereich mit seinen vielfältigen Gruppenangeboten an: Es wird gemeinsam gekocht, es stehen Museumsbesuche an oder gemeinsames Musizieren und Tanzen. Im Sommer bauen einige Kinder schon mal ein Insektenhotel oder Hütten aus Holz im Garten oder besuchen eine Waldschule.

Elternarbeit

„Ohne die Eltern geht es nicht“, betont Lena Rotter. Es gibt regelmäßige Elterngespräche und Elternangebote wie gemeinsame Frühstücke und Spielenachmittage mit den Kindern. Diese sind zwar grundsätzlich offen, aber auf deren Teilnahme wird großen Wert gelegt. „Freitags besprechen wir mit den Eltern, wie die Woche für das Kind war“, erklärt Elisa Schramm, Sozialpädagogin. „Wir haben immer mehr Eltern, die engagiert mitmachen, die sich wirklich wünschen, dass es ihrem Kind gut geht und die deshalb in der Elternarbeit auch einen Teil beitragen“, freut sich Lena Rotter. Elisa Schramm ergänzt: „Wir leisten hier auch eine intensive Beziehungsarbeit. Die Eltern haben hier einen Raum, in dem ihnen zugehört wird.“

Reintegration

Die Reintegration in die Regelschule wird von den Pädagoginnen und Pädagogen behutsam angebahnt und gut vorbereitet. „Wir unterstützen die Eltern bei der Suche nach passenden Schulen, sorgen dafür, dass das Kind frühzeitig durch Hospitationen den neuen Lernort und die zukünftigen Klassenkameraden kennenlernen kann“, sagt Lena Rotter. „Wir versuchen den Kindern mitzugeben, was sie schon alles geschafft haben: Ihr könnt jetzt viel mehr und deswegen schafft ihr es auch in der großen Gruppe, denn ihr habt gelernt, was ihr machen müsst, wenn ihr merkt, es ist euch zu viel“, fährt Rotter fort. „Wir versuchen deshalb auch gute Anschlussmaßnahmen zu empfehlen. Psychotherapie, Logopädie, Ergotherapie, Familienhilfe, Einzelfallhilfe – vielleicht gibt es auch eine passende Tagesgruppe, damit das Kind in Zukunft nachmittags weiter an seinen sozialen Kompetenzen arbeiten kann.“

Auch nach dem Wechsel in eine andere Schule sind die Pädagoginnen und Pädagogen für die Kinder da und begleiten die Zeit des Ankommens. „Manche bekommen einmal die Woche noch Besuch von einer Mitarbeiterin aus dem Projekt, dann ist man dabei und guckt, wie es läuft und spricht mit den Pädagoginnen und Pädagogen vor Ort“, erklärt Elisa Schramm. „Leider gibt es definitiv zu wenig Plätze für Kinder mit diesem Bedarf“, so Lena Rotter. „Und wir haben 18 Plätze. Das Projekt funktioniert so gut, weil die Teams personell sehr gut aufgestellt sind und es eine vertrauensvolle, gute Zusammenarbeit aller Kooperationspartner gibt. Das wünsche ich mir für viel mehr Kinder.“

Barbara Brecht-Hadraschek

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