Fahrkosten bei Krankenbeförderung

Für Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen besteht ein Anspruch auf Übernahme von Fahrkosten, wenn die Krankenbeförderung von einem Facharzt verordnet wurde und wegen einer Leistung der Krankenkasse aus medizinischen Gründen zwingend erforderlich ist. Im März 2020 sind dazu neue Regelungen in Kraft getreten.

Wissenswertes über die aktuelle Rechtslage zu Fahrkosten bei Krankenbeförderung, Stand 5. März 2020. | © Canva Bilddatenbank

Aktualisierung der Krankentransport-Richtlinie

Fahrtkosten einschließlich der Krankentransporte, werden von Krankenkassen übernommen, dafür benötigen Betroffene eine Verordnung des Arztes und grundsätzlich die Genehmigung von der Krankenkasse. Ausgenommen davon sind Patient*innen mit eingeschränkter Mobilität.

Krankentransport von Menschen mit eingeschränkter Mobilität

Menschen mit eingeschränkter Mobilität benötigen bei ärztlich verordneter Krankenbeförderung zur ambulanten Behandlung bei den folgenden Fällen keine Genehmigung der Krankenkasse:

  • bei vorliegendem Schwerbehindertenausweis mit dem Merkzeichen „aG“, „Bl“ oder „H“
  • bei anerkanntem Pflegegrad 4 oder 5
  • bei anerkanntem Pflegegrad 3 mit dauerhafter Beeinträchtigung der Mobilität
  • wenn bis zum 31.12.2016 mindestens Pflegestufe 2 anerkannt war und ab 01.01.2017 mindestens Pflegegrad 3 anerkannt ist


Für den genannten Personenkreis ist das Verordnungsformular (Muster 4) leider nach wie vor nicht angepasst, dennoch ist eine Genehmigung durch die Krankenkasse nicht mehr erforderlich, was von den Krankenkassen entsprechend zu beachten ist.

Was ändert sich im Einzelfall durch die neuen Regelungen zur Krankenbeförderung?

Bisher wurden durch die Krankenkassen Genehmigungen zur Krankenbeförderung pauschal für die Dauer von ein bis zwei Jahren ausgestellt. Mit der neuen Regelung wird dieser Aufwand für die Krankenkassen nun reduziert, da der Genehmigungsaufwand für sie entfällt.

Bei der Arbeit mit schwer mobilitätsbehinderten Menschen entsteht so auf Seiten der Ärzt*innen ein bürokratischer Mehraufwand, so Klaus Körner, Vorstand des VdK Kreisverbandes Märkisch-Oderland, der für die Arzt-Patient-Beziehung nicht unbedingt zuträglich sei.

Krankentransport nach Krankenhausaufenthalt

Früher durften Verordnungen zur Krankenbeförderung nur von Ärzt*innen und Psychotherapeut*innen mit Kassenzulassung ausgestellt werden. Mit der Neuerung zum 11.5.2019 gab es bereits eine Anpassung, nach der auch Krankenhausärzt*innen und Krankenhauspsychotherapeut*innen die Krankenbeförderung nach Entlassung aus dem Krankenhaus verordnen konnten. Dabei gelten die gleichen Voraussetzungen wie bei niedergelassenen Ärzt*innen.

Welche Kosten entstehen für den Patienten bei der Krankenbeförderung?

Hinsichtlich der Zuzahlung bei Krankenbeförderung hat sich die Rechtslage nicht verändert. Die Kosten bei der Krankenbeförderung liegen für betroffene Patienten bei 10 Prozent der Fahrkosten bzw. mindestens bei 5 Euro und maximal bei 10 Euro. Kinder und Jugendliche sind von der Zuzahlung bei Krankenbeförderung nicht ausgenommen.

Kann eine Befreiung von der Zuzahlung bei Krankenbeförderung beantragt werden?

Eine Befreiung von der Zuzahlung bei Krankenbeförderung kann beantragt werden, wenn die Belastungsgrenze erreicht ist.

Corona-Sonderregelung

Bis vorerst 30. September 2020 gilt eine Sonderregelung für Krankentransportfahrten. Menschen, die an COVID-19 erkrankt sind oder unter behördlich angeordneter Quarantäne stehen, benötigen vorübergehend keine vorherige Genehmigung durch die Krankenkasse.

Schlagworte Krankentransport

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