30. Januar 2024

Künstliche Intelligenz für ein gutes Altern

Ältere Menschen begegnen in ihrem Alltag immer wieder Technologien, die mit Künstlicher Intelligenz ausgestattet sind. Doch was verbirgt sich hinter dem Begriff „Künstliche Intelligenz“, kurz KI? Und wie können ältere Menschen von KI-Technologien profitieren?

Das Bild zeigtChristine Gaszczyk vom VdK Berlin-Brandenburg und Martin Werbeck vom Pflegestützpunkt Treptow-Köpenick im Kiezclub bei der Präsentation der KI-Technologien
Christine Gaszczyk vom VdK Berlin-Brandenburg und Martin Werbeck vom Pflegestützpunkt Treptow-Köpenick stellen im Kiezklub Johannistal einen Fensterputzroboter und weitere KI-Technologien für den Alltag vor. | © VdK Berlin-Brandenburg

Seit Mai 2023 bietet das Netzwerk „Leben im Kiez“ (LiK) gemeinsam mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen e. V. (BAGSO) älteren Menschen die Möglichkeit, Künstlicher Intelligenz besser kennenzulernen und KI-basierte Geräte wie Sprachassistenten, Haushaltsroboter, Smart Watches oder Anwendungen wie ChatGPT selbst auszuprobieren.

2007 wurde das Netzwerk „Leben im Kiez“ in Berlin gegründet – mit dem Ziel, selbstbestimmtes Altern im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick zu unterstützen. Dazu setzen sich die Netzwerkpartnerinnen und -partner in den verschiedenen Kiezen für ein gutes Miteinander aller Generationen, für den Erhalt der Lebensqualität im Alter und für gute Bedingungen für Selbstorganisation und Selbsthilfe ein. Projektpartner sind neben dem VdK Berlin-Brandenburg das Bezirksamt Treptow-Köpenick (QPK und Amt für Soziales), die Seniorenvertretung Treptow-Köpenick, TJP e. V., der Pflegestützpunkt Treptow sowie die Volkssolidarität.

KI-Lernorte

Das Bild zeigt eine KI-Katze auf einem Tisch.
Um den Alltag zu verschönern, gibt es für ältere Menschen, die eigentlich nicht mehr in der Lage sind, ein Tier zuhause selbst zu halten, KI-Katzen. | © VdK Berlin-Brandenburg

Deutschlandweit gibt es insgesamt 42 KI-Lernorte für ältere Menschen, beispielsweise Seniorenbüros, Wohnberatungsstellen, Senioreninitiativen und Mehrgenerationenhäuser; sie führen ältere Menschen an KI-basierte Technologien heran. Kompetent und eigenverantwortlich soll man sich dort mit dem Thema KI ausein­andersetzen und sich in aktuelle Diskussionen darüber einbringen können. Die als Modellprojekte geförderten Lernorte erhalten Technik im Wert von jeweils bis zu 5000 Euro. Darüber hinaus werden ehrenamtliche Technikassistentinnen und -assistenten für die Arbeit mit älteren Menschen qualifiziert.

Geräte testen

Bei der Veranstaltung „Künstliche Intelligenz im Alltag“ im Kiez­klub Johannistal im vergangenen November stellten Christine Gaszczyk, Beraterin für technische Hilfsmittel und Wohnraumanpassung beim VdK Berlin-Brandenburg, und Martin Werbeck vom Pflegestützpunkt Treptow-­Köpenick Seniorinnen und Senioren eine Reihe von KI-Geräten vor, darunter einen Fensterputz- und einen Staubsaugerroboter sowie eine KI-Katze. „Das Ziel unserer Veranstaltung war, älteren Menschen eine einfache Möglichkeit zu bieten, KI im Alltag kennenzulernen, auszuprobieren und sich eine Meinung zu bilden. Die Resonanz war sehr positiv“, erklärte Christine Gaszczyk nach der Veranstaltung.

Für die Zukunft sind weitere Veranstaltungen in anderen Kiezklubs und Einrichtungen in Treptow-­Köpenick geplant. Neue Termine werden über die Kiezklubs, die Seniorenzeitung, die Pflegestützpunkte und über das Bezirks­amt bekannt gegeben. Langfristig sollen die KI-Geräte in Einrichtungen wie dem Kiezklub Johannistal zur Verfügung stehen, um Seniorinnen und Senioren die Möglichkeit zu geben, die Geräte auszuprobieren.

Risiken einschätzen

Bundesseniorenministerin Lisa Paus sagte zum Start des Projekts: „Künstliche Intelligenz kann dazu beitragen, im Alter selbstbestimmter und sicherer zu leben.“ Darum fördere das Bundesseniorenministerium das Projekt „KI für ein gutes Altern“. „Das Projekt sorgt dafür, dass ältere Menschen die Möglichkeiten, die Künstliche Intelligenz bietet, kennenlernen, aber auch die damit verbundenen Risiken kritisch einschätzen können. Die KI-Lernorte leisten gute Arbeit, um Seniorinnen und Senioren an diese hochmoderne Technik heranzuführen“, so Paus.

„KI kann das Leben Älterer bereichern und erleichtern, aber es gibt auch Risiken“, gibt die BAGSO-­Vorsitzende Dr. Regina Görner zu bedenken. Denn: „Stereotype Altersbilder in der KI können Ältere diskriminieren. Die BAGSO will helfen, das zu verhindern: durch Aufklärung der Älteren, aber auch durch Druck auf Hersteller und Entwickler, damit sie Ältere rechtzeitig beteiligen – noch ehe ein Produkt auf den Markt kommt. Auch dafür machen wir uns stark.“, so Dr. Görner.

Über das Projekt

Das BAGSO-Projekt „KI für ein gutes Altern“ wird bis 2025 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert. In den kommenden zwei Jahren erhalten noch weitere 20 KI-Lernorte technische Ausstattung und Qualifizierungsangebote. Mit Ideenwerkstätten fördert das Projekt den Austausch zwischen älteren Menschen, Seniorenorganisationen und Akteuren aus Forschung und Entwicklung.

Infos und Kontakt

Sie interessieren sich für KI-Geräte und möchten diese selbst ausprobieren? Christine Gaszczyk von der VdK-Beratungsstelle für technische Hilfsmittel und Wohnraumanpassung berät Sie gerne dazu.

Telefon: 030 / 49 76 96-71

E-Mail: christine.gaszczyk@vdk.de

Weitere Infos zum Projekt:
ki-und-alter.de

Lea Hanke

Schlagworte Künstliche Intelligenz | KI | Alter | Technologie | Fortschritt

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