21. Februar 2022

Frauennetzwerk im VdK Berlin-Brandenburg geplant

Die Liste der sozialen Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern ist lang: Frauen erhalten eine geringere Entlohnung für gleiche Arbeit, sie sind stärker belastet durch Pflege und Kindererziehung, viele von ihnen arbeiten in Teilzeit und werden in Folge eine geringere Rente beziehen mit einem höheren Altersarmutsrisiko. Und durch die Corona-Pandemie haben sich die bestehenden Ungleichheiten beim Lohn und bei der Sorgearbeit wie unter einem Brennglas zu Ungunsten der Frauen verschärft. Missstände, die auch dem VdK Berlin-Brandenburg in seiner Arbeit täglich begegnen.

Vier Frauen unterhalten sich
Austausch, Vernetzung, Impulse geben: Der VdK Berlin-Brandenburg plant eine Plattform für Frauen im Landesverband. | © Unsplash / Linkedin Sales Solutions

Hier setzt Hannelore Schmolling, Mitglied im Landesverbandsvorstand des VdK Berlin-Brandenburg, mit einer geplanten Austauschplattform für Frauen im Landesverband VdK Berlin-Brandenburg an. „Es ist nötig, dass wir die weiblichen Sichtweisen zu den Themen, die wir im VdK bearbeiten, wieder stärker sichtbar machen“. Dabei soll das Forum Frauen, jung und alt, mit und ohne Behinderung, perspektivisch die Möglichkeit geben, sich auszutauschen, zu vernetzen und Themen einzubringen. Dabei müssen es nicht immer die ganz großen Fragen zu Rente und Pflege sein, sondern es geht auch um niedrigschwellige Anliegen. Denkbar ist zum Beispiel die Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren wie dem Senioren-, Behinderten-oder Sozialbeirat vor Ort. Die Idee zu einer solchen Austauschplattform hatte Hannelore Schmolling bereits im Jahr 2019. Doch durch die Corona-Krise traten zunächst andere Schwerpunkte in den Vordergrund. „Was wir in der Pandemie unter anderem gelernt haben, sind die Möglichkeiten sich auch virtuell auszutauschen“, ist Schmolling heute überzeugt. Je nach Infektionslage soll es daher neben physischen Treffen auch Online-Formate geben, auf denen sich interessierte Frauen vernetzen können.

Die Plattform soll zudem zeigen, wie attraktiv und gestaltbar ein Ehrenamt für Frauen im Landesverband sein kann. So sind im VdK Berlin-Brandenburg zwar über 60 Prozent der Mitglieder Frauen, von 28 Kreisverbänden haben allerdings nur neun eine weibliche Vorsitzende (vier Kreisverbandsvorsitze sind aktuell vakant). Laut Schmolling, die auch als Vertreterin des Landesverbands in der Bundesfrauenkonferenz des VdK mitwirkt, hapert es hier oft am fehlenden Selbstvertrauen und einer weit verbreiteten Schwellenangst. „Über die Plattform möchten wir Frauen im Verband ein Rüstzeug mitgeben, ehrenamtlich Aktive als „Vorbilder“ sprechen lassen und interessierten Frauen den Rücken stärken auch eine leitende Position im Ehrenamt zu übernehmen.“

Auch Marianne Förste hätte großes Interesse an einer Plattform, den sie für den Austausch mit anderen Frauen im VdK Berlin-Brandenburg nutzen kann. Förste ist seit 2004 im Vorstand des Kreisverbands Oder-Spree aktiv, von 2009 bis 2021 leitete sie den Kreisverband als Vorsitzende. Auch sie musste in das Amt der Vorsitzenden zunächst hineinwachsen und Erfahrungen sammeln. Den Vorstand hat sie dann mit Frauen und Männern aufgebaut – Ziel war es immer an einem Strang zu ziehen und das habe mit Männern und Frauen gleichermaßen gut funktioniert. Nun plagen aber auch Marianne Förste Nachwuchssorgen. Es sei schwierig überhaupt ehrenamtlich Aktive zu gewinnen, dies gelte sowohl für Männer als auch für Frauen. Sie habe immer viel Überzeugungsarbeit in Gesprächen geleistet, um neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter zu gewinnen und „wenn sich durch ein VdK-Frauennetzwerk mehr Frauen für ein Ehrenamt begeistern würden, freut mich das natürlich.“

Seit 111 Jahren wird der Weltfrauentag in Deutschland begangen. In Berlin ist der Aktionstag seit 2019 ein gesetzlicher Feiertag. Für Hannelore Schmolling ein wichtiges Signal, das auch jenseits der Hauptstadt gesetzt werden sollte. „Ich finde es richtig und wichtig, dass wir diesen Feiertag haben – leider nur in Berlin! Man kann die Leistung von Frauen nicht hoch genug wertschätzen – egal ob in der Berufswelt oder bei häuslichen Tätigkeiten.“ Und Marianne Förste ergänzt „Toll, finde ich das. Wir brauchen eine gerechte Bezahlung in der Arbeitswelt und mehr Frauen als Entscheidungsträgerinnen in Politik, Wirtschaft und Verwaltung. Für mich könnte der 8. März auch ein bundesweiter Feiertag sein.“

Sie möchten sich an einem Frauennetzwerk beteiligen? Schreiben Sie uns eine Mail: presse-berlin-brandenburg@vdk.de

Elisa Kastner

Schlagworte Frauen | Frauen im VdK | Weltfrauentag

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