Tiere schützen vor Vereinsamung

Ein Haustier als Begleiter kann vor allem für ältere Menschen eine Hilfe sein, die sonst von Einsamkeit bedroht sind, meint Marta Lista. In Kooperation mit dem Kreisverband Tempelhof-Schöneberg informierte die Berliner Tierärztin im Februar über „Tierhaltung im Alter“.

Die positive Wirkung von Haustieren kann man bei VdK-Mitglied Edmund Budrys deutlich sehen; im Bild mit Tierärztin Marta Lista.

Zu alt für ein Haustier?

Er sei zu alt für eine Katze, hatten die Mitarbeiter eines Tierheims Edmund Budrys zu verstehen gegeben. „Dabei hatte ich in meinem Leben schon viele Katzen“, berichtet der VdK-Kreisvorsitzende. Diese Begegnung war ein Beweggrund für ihn, gemeinsam mit der Tierärztin Marta Lista über die Besonderheiten und Vorteile von Haustieren im Alter aufzuklären.

Lista kann sich die Haltung des Tierheims nicht erklären: „Haustiere haben eine positive Wirkung auf ältere Menschen“, erklärt die Tierärztin. Sie war lange Zeit auch in der Kranken- und Altenpflege tätig und hat oft miterlebt, wie die Verantwortung für ein Tier, Ältere aus der Isolation und Einsamkeit holen könne. „Wenn die Gebrechlichkeit zunimmt, werden Menschen immer isolierter. Der Kontakt zu anderen Menschen wird oft als beschwerlich empfunden. Der Kontakt zu Tieren fällt dann vielen um einiges leichter. Egal ob Hund oder Katze, ihre Liebe zum Menschen ist bedingungslos; Krankheiten und Handicaps spielen keine Rolle.

Gleichzeitig fordern sie verantwortliches Handeln, wie Füttern und Fürsorge ein und bringen dadurch wieder Struktur in den Alltag. Das Gefühl gebraucht zu werden, ist für ältere Menschen unglaublich wichtig“, so die Tierärztin.

Bewegung - ja oder nein?

Voraussetzung sei aber, dass das Tier zum Menschen passt: „Bin ich nicht mehr so mobil, nehme ich lieber eine ältere Katze, die am liebsten kuschelt und viel Zeit still auf dem Schoß sitzt. Möchte ich regelmäßig in Bewegung bleiben, ist ein kleiner Hund das richtige, da ich gezwungen bin, jeden Tag vor die Tür zu gehen.“ Über ein Haustier komme man darüber hinaus oft ins Gespräch mit anderen Tierhaltern. Und auch für die Tiere sei es ein Gewinn: Seniorinnen und Senioren bringen viel Zeit mit und gerade ältere Katzen sind kaum an Familien vermittelbar, die meisten sterben daher im Tierheim.

Bedarfsgerechte Vermittlung von Haustieren

Die größte Unsicherheit der Senioren bestehe allerdings darin, was passiert, wenn sie ihr Haustier nicht mehr versorgen können. „Alle Tiere die ich vermittele, nehme ich wieder zurück. Die zukünftigen Halter verpflichten sich sogar vertraglich, die Tiere an mich zurückzugeben und nicht ins Tierheim zu geben oder im Internet zu verkaufen.“ Außerdem akzeptieren immer mehr Pflegeeinrichtungen auch Haustiere, weil sie den positiven Aspekt erkannt haben. Für den Notfall sei es wichtig, neben den eigenen medizinischen Daten, auch einen Zettel mit der Zahl der im Haushalt lebenden Tiere und eine Kontaktperson gut sichtbar in der Wohnung anzubringen, beispielsweise neben der Wohnungstür.

Marta Lista berät und unterstützt auch nach der Vermittlung im Sinne der Tiere und bietet neben Terminen in ihrer Praxis Hausbesuche an, auch abends und nachts. So ist auch der Kontakt zu Edmund Budrys entstanden. Der hatte sich nicht vom Tierheim beirren lassen und hat mit Lista nicht nur eine kompetente Tierärztin für seine Katze, sondern auch eine Mitstreiterin gefunden, über richtige Tierhaltung im Alter aufzuklären. Auf dem VdK-Infoabend in Lichtenrade waren rund 25 Interessierte zusammengekommen: „Die Zeit hat kaum für alle Fragen ausgereicht.“ Weitere Veranstaltungen sind daher in Planung.

Bettina Kracht

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