Angst, Wut und Aggression positiv nutzen

Gymnastikbälle fliegen durch die Luft. Kinder laufen und klettern durch eine Schöneberger Sporthalle, bewerfen sich gegenseitig mit den großen Bällen. Spielerisch, kämpferisch und auch hochkonzentriert. Alle wissen: Wem es zu viel wird, sagt Stopp, die anderen halten sich daran.

„Kids im Ring“ ist Teil des Therapieangebots der VdK-Tochter Ki.D.T. | © VdK

Sozialverhalten, Selbstvertrauen und Bewegungskompetenz der Kinder werden gestärkt

Alles passiert unter der Aufsicht von Kerstin Matthies und Esther Röhrborn. Sie leiten das soziale Kompetenztraining „Kids im Ring“, mit dem das Sozialverhalten von Kindern in der Gruppe gefördert und ihr Selbstvertrauen und ihre Bewegungskompetenzen gestärkt werden sollen.

Der Körpereinsatz ist ein wichtiges therapeutisches Element


„In unserer Gruppe lernen die Kinder, mit anderen in einen guten Kontakt zu kommen“, erklärt Kerstin Matthies, seit fünf Jahren Ergotherapeutin bei der Kinder- und Jugendambulanz/Sozialpädiatrisches Zentrum der Ki.D.T. gGmbH in Schöneberg-Tiergarten. „Im spielerischen Kämpfen lernen sie sich selbst kennen, aber auch die Grenzen von anderen zu akzeptieren.“ Abhängig vom jeweiligen Kind ist es wichtig, das Selbstvertrauen zu stärken, die individuellen Fertigkeiten zu entdecken und zu entfalten, aber auch, dass es lernt, mit Konflikten umzugehen.

Angst, Wut oder Aggression sind okay


Esther Röhrborn ist Künstlerin und Trainerin und hat selbst geboxt. Ihr Kindersport-Angebot „Ringen, rangeln, raufen“ in der benachbarten Kiezoase brachte Dr. Regina Guttenberger, die ärztliche Leiterin der Ki.D.T. vor zwei Jahren auf die Idee dieses Gruppentrainings. „Das Kämpfen soll helfen, zu zeigen, dass Angst und Wut oder Aggression okay sind. Und dass man lernen kann, sie als Energie für eine positive Kommunikation zu nutzen.“ Es werden Körperwahrnehmung, Geschicklichkeit, Konzentration, Kraft und Ausdauer geübt.

Interdisziplinäre Behandlung von Familien


Die Kinder bekommen bei der Ki.D.T. aus unterschiedlichsten Gründen therapeutische Unterstützung. „Kids im Ring“ ist Teil der interdisziplinären Behandlung der Familien. Dazu gehören neben den Untersuchungen durch die Kinderärztin auch Beratungen für die Eltern durch Therapeutinnen, Psychologinnen und Sozialarbeiterinnen. Durch die kleine Gruppengröße von vier bis sechs Kindern und die intensive therapeutische Begleitung im Zweierteam entsteht eine vertrauensvolle Atmosphäre, die es ermöglicht, individuell auf ihre Probleme und Eigenheiten einzugehen. Erfolge und Therapieziele zeigen sich, wenn die Kinder beginnen, mit sich und anderen positiver umzugehen und im Training, zu Hause und in der Kita oder Schule besser in der Lage sind, mit Ärger, Angst oder Frustration umzugehen.

Zu Anfang und Ende jede Stunde folgt ein Ritual. Es soll betonen, dass es nicht nur um das miteinander ringen, sondern auch um das Erleben von Zusammengehörigkeit und Gemeinschaft geht: Hand in Hand bilden alle einen Ring.

Bettina Kracht

Schlagworte Bewegungskompetenz | interdisziplinären Behandlung | Kinder- und Jugendambulanz | Sozialpädiatrisches Zentrum | Ki.D.T. | Therapieangebot "Kids im Ring"

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