Wohngeld in Berlin und Brandenburg

Das Wohngeld für Haushalte mit geringem Einkommen wird zum 1. Januar 2020 durch das Wohngeldstärkungsgesetz erhöht. Für rund 180.000 Haushalte entsteht bundesweit erstmals oder erneut ein Wohngeldanspruch. Aus Sicht des VdK Berlin-Brandenburg ein wichtiger und dringender Schritt, denn der Verband beobachtet, dass immer mehr Menschen sich die Mieten nicht mehr leisten können.

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Stärkere Entlastung bei den Wohnkosten

Mit dem Wohngeldstärkungsgesetz sollen zukünftig Haushalte mit geringem Einkommen, also insbesondere Familien und Rentner*innen, stärker bei den Wohnkosten entlastet werden. Über 42.000 Haushalte bezogen laut Amt für Statistik Berlin-Brandenburg im Jahr 2018 in beiden Bundesländern Wohngeld. In 25.000 dieser Haushalte, also bei über der Hälfte, bestand das Haupteinkommen aus Renten bzw. Pensionen.

Erhalt des sozialen Umfelds von entscheidender Bedeutung!

„Der VdK Berlin-Brandenburg begrüßt die Aufstockung des Wohngeldes aus Berliner Sicht sehr", erklärt die sozialpolitische Referentin Henrike Weber, „dies ist ein weiterer und dringender Schritt in die richtige Richtung. Denn gerade in den letzten Jahren beobachten wir es tagtäglich, dass Menschen in besonderen Lebenslagen so geringe Einkünfte haben, dass diese zur vollständigen Finanzierung der Miete nicht genügen."

Es ist wichtig, dass sich das Wohngeld den allgemeinen und individuellen Lebenssituationen anpasst.

Gesundheitliche Entwicklungen sind oft nicht vorhersehbar, haben aber weitreichende Folgen für Betroffene. "Oft reicht bereits eine längerfristige eigene Erkrankung oder eines Familienangehörigen, um den gerade noch gelebten Alltag in eine prekäre Situation zu verwandeln. Dies zieht sich durch alle Altersgruppen und betrifft junge Familien, Alleinerziehende, Menschen mit Handicaps und Altersrentner gleichermaßen," so Weber weiter, "Gerade in solchen Lebensphasen ist aber der Erhalt des sozialen Umfeldes von entscheidender Bedeutung. Ein Umzug in eine preisgünstigere Wohnung ist hier keine Lösung, zumal es nach wie vor einen adäquaten Wohnungsmarkt für preisgünstigen Wohnraum in Berlin nicht wirklich gibt.“

Der VdK berät und vertritt seine Mitglieder in Widerspruchsverfahren zum Thema Wohngeld. Darüber hinaus hilft die EUTB, Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung, beim Ausfüllen des Antrags.

Wohngeld nähert sich der Mietkostenentwicklung an

Mit den Neuerungen wird das Wohngeld an die Entwicklung der Warmmieten und des Einkommens angepasst. Haushalte, die bereits Wohngeld beziehen, müssen keinen neuen Antrag stellen, die Bescheide werden von den Behörden geprüft und ggf. angepasst. Um Haushalte in Regionen mit besonders hohen Mietniveaus gezielter zu entlasten, wird eine neue Mietenstufe eingeführt, um auch in Bezirken unterstützen zu können, die einen überdurchschnittlich hohen Anstieg der Mietpreise erlitten haben.

Wohngeld ab 2020 auf einen Blick

  • Erhöhung des bisher gezahlten Wohngeldes
  • Vielzahl von Haushalten erstmalig bzw. wieder antragsberechtigt
  • Anhebung der Miethöchstbeträge
  • Einführung von Mietstufe VII
  • Erhöhung der Freibeträge für pflegebedürftige Menschen und Menschen mit Schwerbehinderung

Dynamisierung des Wohngeldes

Zum 1. Januar 2022 wird das Wohngeld alle zwei Jahre an die aktuelle Miet- und Einkommensentwicklung angepasst. Steht Haushalten im Laufe der kommenden Jahre also ein höheres Einkommen zur Verfügung, führt das nicht automatisch zu einer Minderung oder dem Verlust des Wohngeldanspruchs. Es soll verhindert werden, dass Haushalte wegen steigender Miet- und Verbraucherpreise auf Grundsicherung angewiesen werden.

Wohngeldberechtigung online prüfen

Haushalte, die bisher kein Wohngeld erhielten, können einen möglichen Wohngeldanspruch vorab auch online prüfen. Auf der Website der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen können Bürger*innen auch aus anderen Städten, Landkreisen und Gemeinden prüfen, ob sie ggf. wohngeldberechtigt sind. Ein Anspruch lässt sich aus dieser Kalkulation nicht direkt ableiten, aber es sollte sich abzeichnen, ob ein Antrag sich ggf. lohnt.

Link zum Wohngeldrechner der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen https://www.stadtentwicklung.berlin.de/wohnen/wohngeld/diwo.shtml

Schlagworte Wohngeld

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