Gemeinsam für eine bessere Pflege

Bei einem Besuch bei der Berliner Staatssekretärin für Pflege, Barbara König, wurde deutlich, dass Senat und der VdK zur Verbesserung der Pflege ähnliche Vorstellungen haben. Eine stärkere Zusammenarbeit wurde vereinbart.

Der VdK fordert Konzepte, wie pflegende Angehörige unterstützt werden und Beruf und Pflege besser verbinden können. Etwa durch bezahlte Auszeiten, ähnlich dem Elterngeld bei der Kindererziehung. | © Jack Finnigan/unsplash

Viele Räder müssen ineinander greifen, damit die Pflege von pflegebedürftigen Menschen gut funktioniert. Dass das zurzeit in Deutschland nicht der Fall ist, liegt nicht nur an fehlendem Fachpersonal. Auch gesetzliche Vorgaben, wie beim Entlastungsbetrag zum Pflegegrad 1, können verhindern, dass Pflegebedürftigen so geholfen wird, wie es notwendig ist. In der Beratung beim VdK berichten immer wieder Mitglieder von der eigenen Betroffenheit: Die enthaltenen 125 Euro sind keine wirkliche Hilfe im Alltag, solange dieses Budget nicht ausgezahlt wird oder es nur über einen Pflegedienst oder einen von der Kommune anerkannten Dienstleister abrechenbar ist (Die VdK-ZEITUNG berichtete im Februar 2019).

Senat kommt Forderung des VdK nach

Umso erfreulicher ist die Nachricht, dass die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung der langen Forderung des VdK nachkommen möchte, die Unterstützungsleistungen in Berlin auch für natürliche Personen zu öffnen und den Entlastungs­betrag individueller nutzbar zu machen. Dies erfuhren der Landesvorsitzende und die Geschäftsführerin des VdK Berlin-­Brandenburg, Ralf Bergmann und Silvana Radicione, in einem Gespräch mit der Staatssekretärin für Pflege, Barbara König (SPD), im Oktober 2019. Auch darüber hinaus zeigten sich im Gespräch weitere Überscheidungen im Bereich Verbesserung der Pflegesituation in Berlin.

Viele Übereinstimmungen

Die VdK-Forderungen zu Pflegepersonenzeit und Pflegepersonengeld stießen bei der Senatorin auf offene Ohren. Als Antrag „Familiengeld – Pflegende Angehörige unterstützen – Partnerschaftlichkeit fördern“ beschäftigte sich der kurze Zeit später stattfindende SPD-Landesparteitag mit dem Thema. Ein Konzept dazu soll in den Bundesparteitag eingebracht werden. Wesentliche Eckpfeiler des VdK und des Senats gleichen sich darin, wie die Anlehnung an das Elterngeld oder die Anspruchsvoraussetzung ab dem Pflegegrad 2.


Ralf Bergmann und Silvana Radicione brachten außerdem Ideen wie die Möglichkeit „präventiver Hausbesuche“ ab 75 Jahren und das Projekt Pflegelotsen mit ins Gespräch. Hier soll Menschen geholfen werden, im Vorfeld einer Pflegebedürftigkeit, das „Dickicht“ der Beratungsangebote besser zu durchschauen, beziehungsweise hochaltrige alleinlebende Menschen ohne oder mit beantragtem Pflegegrad zu begleiten und zu unterstützen.

Mitglied im Berliner Pakt für Pflege

Alle Anliegen wurden sehr offen und äußerst konstruktiv aufgenommen. Staatssekretärin König zeigte sich sehr erfreut über die Mitwirkung und das Engagement des VdK am „Dialog Pflege 2030“ und bot die Mitgliedschaft im ­Berliner Pakt für Pflege an. Anschließend twitterte sie: „Tolles Gespräch mit @vdk_bb über Pflegelotsen, Pflegestützpunkte, Nachbarschaftshilfe. 150 Prozent einig bei Lohnersatzleistung bei Pflegezeit und Pflegevollversicherung! Gemeinsam für Pflege!“
Bettina Kracht

Bettina Kracht

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