Neues Büro für VdK-Pflegestützpunkt Tempelhof-Schöneberg

Mit den neuen Räumlichkeiten ist das VdK-Team besser auf die große Zahl der Ratsuchenden eingestellt. Themen wie Antragsstellung und Begutachtung für einen Pflegegrad aber auch Demenzberatung für pflegende Angehörige und Vorsorgevollmacht sind Schwerpunkte der Beratung.

So konnte es nicht weitergehen. Der Andrang im Pflegestützpunkt in der Reinhardtstraße 7 war so groß geworden, dass Beratungen teilweise in der Küche stattfinden mussten. Nun sind neue und größere Räume in der Nähe des Tempelhofer Hafens gefunden, die zudem auch noch barrierefreier zugänglich sind. „Wir freuen uns, dass wir die gute Erreichbarkeit im Bezirk beibehalten können und mit dem Umzug die Beratungssituation für die Ratsuchenden und die Mitarbeiterinnen verbessern können“, erklärt Ariane Rausch, Leiterin des Pflegestützpunkts.

Heikles Thema: Pflegebegutachtung


Besonders wichtige Themen sind zurzeit die Hilfe bei der Antragsstellung zur Pflegeversicherung und Beratung bei der Vorbereitung auf die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) im Hinblick auf einen Pflegegrad. Gerade letzteres Thema ist besonders heikel, weiß Ariane Rausch: „Ich rate jedem, sich vorab zu der Pflegebegutachtung beraten zu lassen - Egal wie stark die körperlichen Einschränkungen sind und egal wie viele Ärzte und Therapeuten sagen, dass man bestimmt einen Pflegegrad bekommt.“ Das neue Begutachtungssystem, das 2017 eingeführt wurde, ist so kleinteilig, dass es für die Ratsuchenden äußerst wichtig ist, das darüberstehende Ziel der Begutachtung zu erkennen, nämlich den Verlust an Selbstständigkeit und den persönlichen Hilfebedarf des Pflegebedürftigen richtig einzuschätzen.

Zeit für ausführliche Beratung

Das Team des Pflegestützpunkts nimmt sich die Zeit, um jede der 64 Fragen aus den 6 Modulen durchzugehen und in Ruhe auch nach geeigneten Beispielen zu suchen. „Viele Ratsuchenden kommen leider erst nach dem Besuch des MDK mit dem Ablehnungsbescheid zu uns. Ihnen ist nicht bewusst, dass sie auch selbst auf die verschiedenen Einschränkungen hinweisen müssen. Dem Gutachter fehlt schlichtweg die Zeit, alle Fragen mit den dazugehörigen Abstufungen zum Selbständigkeitsgrad, abzufragen.“ Die vier Abstufungen von selbstständig bis unselbstständig müssen aber genau betrachtet und mit Beispielen aus dem Alltag belegt werden.

Weiterer Schwerpunkt der Beratungsstelle in Tempelhof ist die Demenzberatung für pflegende Angehörige. Neben der Hilfe zu praktischen Fragen, wie Leistungen der Kranken- und Pflegekassen ist ein wichtiges Ziel, dass die Ratsuchenden die Krankheit verstehen lernen. So fällt es ihnen leichter, in schwierigen Situationen Geduld mit ihren dementen Angehörigen zu bewahren.

Sehr gute Vernetzung im Bezirk

Dass der Pflegestützpunkt so viel Beratung durchführt, die drittmeisten unter allen 36 Berliner Pflegestützpunkten, liege an der sehr guten Vernetzung im Bezirk, meint Ariane Rausch. Sie ist viel unterwegs, knüpft Kontakte und hält zudem viele Vorträge und berät zu Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen. Viele Beratungsstellen leiten Ratsuchende an sie weiter. Rauschs Team berät selbstverständlich auch zu allen anderen Themen, die Pflege betreffend, wie unter anderem den Leistungen der Pflegeversicherung und zur Finanzierung von Pflege und zu präventiven, medizinischen, rehabilitativen, pflegerischen und sozialen Hilfs- und Unterstützungsangeboten. Sie beraten sowohl ältere Menschen und pflegende Angehörige als auch Kinder und Jugendliche mit Hilfebedarf und deren Familien.

VdK-Pflegestützpunkt Tempelhof-Schöneberg
Ottokoarstraße 1
12105 Berlin
Telefon: 030 / 75 50 70 -3
Fax: 030 / 75 50 70 -50
E-Mail: pflegestuetzpunkt.berlin@vdk.de

Sprechzeiten: dienstags von 9 bis 15 Uhr und donnerstags von 12 bis 18 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung.

Bettina Kracht

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