Arm im Alter nach einem Leben voller Arbeit?

Armut hat viele Ursachen – eine geringe gesetzliche Rente ist eine davon.

Ein Übergang in die Rente hat Folgen für das Einkommen: die monatlichen Einnahmen reduzieren sich und können in der Regel nicht mehr aufgebessert werden. Am Ende des Arbeitslebens erwartet viele Geringverdienende die Altersarmut.

© VdK

Wer ein Leben lang hart gearbeitet hat, Kinder erzogen oder Angehörige gepflegt hat, rechnet häufig nicht damit, im Alter zum Sozialamt gehen zu müssen.

„Kleine Renten sind aus unserer Sicht das Resultat von schlecht bezahlten Arbeitsplätzen, langer Arbeitslosigkeit, Kindererziehung und der Pflege von Angehörigen“, sagt Silvana Radicione, Geschäftsführerin des Sozialverbands VdK Berlin-Brandenburg im Gespräch mit der Berliner Morgenpost. Davon seien vor allem Frauen betroffen. Derzeit lebten 31 Prozent der Berliner Erwerbstätigen am unteren Existenzminimum und seien damit von Altersarmut bedroht. Wo vor einigen Jahren noch jeder achte Rentner als armutsgefährdet gegolten habe, sei es jetzt jeder sechste und perspektivisch jeder fünfte.

VdK-Präsidentin Verena Bentele spricht im Podcast über die Rentensituation:

Wir fordern eine Renten- und Arbeitsmarktpolitik,
die Altersarmut verhindert!


Dazu muss die gesetzliche Rentenversicherung gestärkt und Arbeit fair entlohnt werden, damit die Rente später reicht.

Gerechte Rente für alle Geringverdienenden

- Aufwertung geringer Renten:

Auch Geringverdiener, die ein Leben lang gearbeitet,
Kinder erzogen oder Angehörige gepflegt haben, müssen
von ihrer Rente leben können. Wer 40 Jahre auf
dem Niveau des Mindestlohns voll gearbeitet hat, kommt
derzeit auf eine monatliche Rente von 512,48 Euro.
Mit einer Aufwertung, beispielsweise durch eine neu
einzuführende Grundrente, wären es 960,90 Euro.

- Mindestlohn auf über 12 Euro erhöhen:

Damit eine Rente oberhalb des Existenzminimums
möglich ist, muss der Mindestlohn auf mindestens
12,80 Euro steigen.

- Tarifbindung stärken:

Tarifgebundene Arbeitnehmer zahlen im Schnitt
18 Prozent mehr in die Rentenkasse ein als nicht tarifgebundene
Beschäftigte, da sie entsprechend mehr
Gehalt erhalten. Deshalb müssen mehr Unternehmen
nach Tarif bezahlen. Dafür muss der Staat Anreize
schaffen und beispielsweise öffentliche Aufträge nur
an tarifgebundene Unternehmen vergeben.

- Minijobs, Zeit- und Leiharbeit begrenzen:

Jobs im Niedriglohnbereich erhöhen das Risiko,
in Altersarmut zu geraten, weil nur geringe Rentenansprüche
erworben werden. Stattdessen braucht
es mehr reguläre, gut bezahlte sozialversicherungspflichtige
Beschäftigungen.


Das gesamte Interview mit VdK-Geschäftsführerin Silvana Radicione in der Berliner Morgenposthttps://www.morgenpost.de/berlin/article227029677/Vor-allem-Frauen-sind-in-Berlin-im-Alter-arm.html
Mehr Infos:

#rentefüralle | © VdK

Es ist Zeit für eine gerechte #Rentefüralle!


Rente ist das Thema für den Sozialverband VdK in den Jahren 2019 und 2020. Der VdK hat eine Reihe von Vorschlägen gemacht, wie die Rente gerechter gestaltet werden kann – für alle Generationen. Dafür wird Deutschlands größter Sozialverband mit seiner Kampagne #Rentefüralle eintreten und kämpfen. Jetzt dabei sein und mitmachen!

Kampagnen-Website: https://www.rentefüralle.de

Hintergründe und Fakten: https://www.vdk.de/rentefüralle

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