Wir haben eine große Seele verloren

Am 26. Februar 2015 ist unser langjähriges Vorstandsmitglied, unser langjähriger Vorsitzender des Kreisverbands Süd, Ehrenmitglied des Vorstands und „Grandseigneur“ des Landes­verbands Berlin-Brandenburg, Kurt Söldner, verstorben.

Mit seinem Tod verlieren wir einen „Großen“ aus unseren Reihen. Wir verlieren jemanden, der neben einem klaren Kopf auch immer zwischenmenschliches Mitgefühl, persönliche Autorität und absolute Integrität ausgestrahlt hat. Er war einer der wenigen Menschen, in deren Gegenwart sich jeder wohl fühlte – ein großer Menschenfreund eben. Wir alle verdanken ihm viel.
Kurt Söldner wurde 1927 in Amsterdam geboren. Seine Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg, wo er als Soldat mehrfach verwundet wurde und in russische Kriegsgefangenschaft geriet, haben seinen weiteren Lebensweg geprägt. Er war Mitbegründer einer Kriegsbeschädigtenorganisation, jahrzehntelang in der Hirnverletztenbetreuung aktiv.
Im Rahmen seiner fast 30-jährigen Tätigkeit im öffentlichen Dienst als Führungskraft im Personalbereich bei der Senatsverwaltung für Bau und Wohnen nahm er sich ganz besonders der Schwerbehinderten an. Zudem fungierte er seit 1972 als ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht Berlin, ab 1984 am Bundessozialgericht. Bereits 1971 war er zum Zweiten Vorsitzenden des BDKK gewählt worden, 1984 wurde er zum Landesvorsitzenden des Landesverbands Berlin-Brandenburg gewählt.
Kurt Söldner war ferner 1988 am Zusammenschluss der acht Berliner Behindertenverbände zur „Liga Berliner Behindertenverbände“ maßgeblich beteiligt. Zudem wurde er zu dieser Zeit als Mitglied in den Landesbeirat für Behinderte berufen.
1992 fusionierte der von ihm auf Landesebene geführte Landesverband des BDKK mit dem VdK-Landesverband Berlin. Von diesem Zeitpunkt an prägte Kurt Söldner auch die Geschicke unseres Verbands entscheidend mit. Seit 1993 als Landesschatzmeister, als Vorbereiter und Wegbegleiter des Zusammenschlusses der Landesverbände Berlin und Brandenburg in 1994, als langjähriges Vorstandsmitglied und schließlich als Ehrenmitglied des Vorstandes.
In all diesen Funktionen hat sich Kurt Söldner mit großem Engagement und überzeugender Persönlichkeit für die Belange sozial benachteiligter Menschen im Allgemeinen, und von Menschen mit Behinderungen sowie von Kriegsopfern im Besonderen eingesetzt. Das hat ihm nicht nur viele Freunde eingebracht, sondern auch viele offizielle Anerkennungen. Hierzu gehörten neben allen Auszeichnungen, die der VdK zu vergeben hat, auch die Verdienstkreuze „1. Klasse“ des Verdienstordens der Bundesrepublik sowie das „Große Bundesverdienstkreuz“.
Angesichts eines solchen Lebensweges bleibt nur, sich in Hochachtung vor einem Menschen wie Kurt Söldner zu verbeugen. Er selbst sah den Realitäten bis zum Schluss ins Auge und analysierte seine abnehmenden Lebenskräfte mit großer Besonnenheit und Klugheit. Er gab seine Ämter nach und nach ab und zog sich zusammen mit seiner Frau Margott zum Schluss ganz aus dem hektischen Berlin zurück. Kurt Söldner verstarb im Krankenhaus von Bad Waldsee nach Angaben seiner Familie friedlich und im Einklang mit seinem Leben.
Ich selbst habe ihn immer mit „mein guter alter Freund“ angesprochen, woraufhin er lachte und meine Hand in seine beiden außergewöhnlich großen, warmen Hände nahm. Ein Ritual, das mir fehlen wird. Als gutem, altem Freund hätte ich ihm gerne nochmal alles Gute für seine letzte Reise gewünscht. Dazu ist es leider nicht mehr gekommen. Aber ich bin sicher, er ist gut angekommen.
Georg Steinhoff

Die Trauerfeier/Urnenbeisetzung findet am Freitag, 10. April, um 14 Uhr in Bad Waldsee auf dem Friedhof am Schorren, Rotkreuzweg 90, statt.

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