1. April 2014

Ehrenvorstandsmitglied Kurt Söldner spricht über Politik, Perspektiven des VdK und private Pläne

Kurt Söldner ist Ehrenvorstandsmitglied des Sozialverbands VdK Berlin-Brandenburg. Er ist Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes, war langjähriger Vorsitzender des Kreisverbunds Süd, Vorsitzender der Fachschaft für Hirnverletzte, hatte zahlreiche Ehrenämter inne und gilt als „Urgestein“ unseres Verbands.

Kurt Söldner ist seit zehn Jahren mit seiner Frau Margott verheiratet, die er seit 50 Jahren kennt. Margott Söldner war bei unserem Gespräch zugegen.

Lieber Kurt Söldner, bevor Sie 1991 zum VdK gekommen sind, waren Sie ja bereits viele Jahre Vorsitzender des BDKK (Bund Deutscher Kriegsbeschädigter und Kriegshinterbliebener). Was ist Ihnen aus dieser Zeit als Wichtigstes im Gedächtnis geblieben?

Das Wichtigste für mich war, dass sich beide Organisationen zusammengeschlossen haben, dadurch auch eine gewisse Stärke erreicht haben und in der Sozialpolitik mehr Druck auf alle politischen Parteien ausüben können.

Inzwischen sind Sie auch eines unserer ältesten VdK-Mitglieder. Woran erinnern Sie sich, wenn Sie an die Anfangszeit beim VdK denken?

Wenn ich daran denke, dann muss ich immer wieder sagen, dass Helmut Weber, der erste Landesvorsitzende, den ich hier im VdK kennengelernt habe, ein gutes Vorbild für mich war und dass die gute freundschaftliche Zusammenarbeit mit ihm mich immer wieder mobilisiert hat, mich für den VdK einzusetzen.

Mit dem Fall der Mauer begann vor 20 Jahren eine neue Zeit im Nachkriegsdeutschland. Kann man das auch für den VdK sagen?

Das kann man auch für den VdK sagen, denn unser Weg führte von Anfang an in den Ostteil der Stadt, um auch dort mitzuhelfen, den VdK aufzubauen beziehungsweise den Menschen zu helfen, die nunmehr auch nach der bundeseigenen Rechtsordnung Anspruch auf Versorgung hatten.

Wie hat sich der Verband aus Ihrer Sicht in den letzten zehn Jahren entwickelt?

Kurt Söldner während des Gesprächs

Bedingt durch viele soziale Probleme unserer Mitmenschen, ich denke nur an Hartz IV und Ähnliches, gibt es natürlich immer mehr Menschen, die Hilfe brauchen in ihren Rentensachen oder bei anderen sozialen Problemen. Natürlich mussten wir in diesem Zusammenhang vor allem unsere Rechtsabteilung ausbauen, was wir auch getan haben.

Was müssen wir tun, um den aktuellen politischen Themen gerecht zu werden?

Ich habe die Weihnachtsfeier­tage dazu genutzt, mal zu schauen, wie gut wir früher in der Presse vertreten waren. Da wurde in den letzten Jahren einiges versäumt. Der Hirrlinger war damals der richtige Mann dafür. Er hat sich offen zu seiner Meinung bekannt und damit der Politik Paroli geboten. Das ist in den letzten Jahren nicht mehr passiert.

Aktivere Interessenvertretung

Wir müssen hier in Zukunft unbedingt wieder präsenter werden, sowohl was den Bundesverband angeht als auch in Bezug auf unseren Landesverband. Der VdK muss wieder die Interessen seiner Mitglieder deutlicher nach außen vertreten.

Welche Hoffnungen verbinden Sie mit dem Wechsel in der Geschäftsführung für die Zukunft?

Ich kenne Klaus Sprenger schon seit vielen Jahren und bin sicher, er wird seinen Weg gehen. Ich wünsche mir vor allem eine gute Zusammenarbeit mit den hauptamtlichen Mitarbeitern und mit unserem Landesvorstand. Mit der Person von Klaus Sprenger bin ich da sehr zuversichtlich, dass das auch gelingt.

Und wie sehen Sie den Umzug der Landesverbandsgeschäftsstelle nach Mitte?

Ein Umzug der Landesverbandsgeschäftsstelle einschließlich der Rechtsabteilung macht dann Sinn, wenn sie komplett umzieht. Andernfalls wären die Kosten ja auch viel zu hoch. Ob man durch einen Umzug nach Mitte tatsächlich der Politik näherkommt als bisher, muss sich erst noch zeigen.

Was erwarten Sie für die politische Entwicklung in Deutschland in diesem Jahr?

Dieses Jahr ist ein besonderes Jahr, weil wir eine Große Koalition aus CDU/CSU und SPD haben. Leider gibt es große Meinungsverschiedenheiten der Bundesregierung in der Sozial- und Gesundheitspolitik. Ich weiß nicht, wie die auch nur ein Jahr überstehen wollen.

Politischer Konsens fehlt

Im Koalitionsvertrag stehen außerdem viele Sachen, die schon vor zehn Jahren im Regierungsprogramm enthalten waren und nichts ist passiert. Insofern sehe ich die politische Perspektive für dieses Jahr sehr skeptisch.

Welche Wünsche haben Sie persönlich für das Jahr 2014?

Meine Frau Margott und ich haben uns fest vorgenommen, die „90“ voll zu machen. (Margott Söldner winkt ab und lacht.)

Das Gespräch führte Georg Steinhoff in der Landesverbandsgeschäftsstelle.

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