Verfügungen und Vollmacht leicht gemacht

Vorsorge wird immer wichtiger – Erfolgreiche VdK-Broschüre erneut aktualisiert


Das Thema „Vorsorge im Alltag“ gewinnt unter der deutschen Bevölkerung immer mehr an Bedeutung. Dies gilt nicht nur für die Patientenverfügung, die der Selbstbestimmung in medizinischen Grenzsituationen dient, in denen Menschen ihren Willen nicht mehr selbst äußern können. Auch Betreuungsverfügung und Vorsorgevollmacht, bei ­denen es nicht nur um medizinisch-pflegerische Entscheidungen, sondern auch um Vermögensverwaltung oder Aufenthaltsrecht geht, werden immer häufiger aufgesetzt.

Allerdings gilt auch heute nach wie vor, dass sich mehr Menschen mit dem Thema befassen, als dann auch anschließend tatsächlich zur Tat schreiten. So plant etwa jede(r) zweite Deutsche, eine Patientenverfügung zu verfassen, aber nur jede(r) Siebte hat eine solche bislang auch wirklich aufgesetzt.

Der Sozialverband VdK Berlin-Brandenburg hatte sich deshalb vor zehn Jahren zum Ziel gesetzt, das Thema „Vorsorge für den Ernstfall“ nicht nur in die Öffentlichkeit zu tragen, sondern gleichzeitig einen Beitrag dazu zu leisten, dass es grundsätzlich von jedem Einzelnen auch im Alltag umgesetzt werden kann.

Zu diesem Zweck wurde eine besonders nutzerfreundliche Broschüre mit dem Titel „Ein Augenblick kann alles ändern …“ entwickelt, mithilfe derer die Abfassung von Patientenverfügung, Betreuungsverfügung und Vorsorgevollmacht möglichst einfach gemacht werden sollte.

Hintergrund für diese Initiative war die Erkenntnis, dass die meisten Menschen zwar die Wichtigkeit des Themas durchaus auch für sich selbst erkannt hatten, aber andererseits vor der Komplexität der Themen zurückschreckten. Als schwierig wurde in vielen Fällen nicht nur die unterschiedlichen Bedeutungen dieser Vorsorgearten empfunden, sondern auch das Verhältnis von Verfügungen und Vollmachten zueinander.

Die große Nachfrage der Broschüre über all die Jahre (es wur­den inzwischen mehr als 130 000 Exemplare verkauft), die nicht nur kurze Einführungen zu den Themenbereichen enthält, sondern zudem Formulare, die übersichtlich und doch vollständig gestaltet sind, hat gezeigt, dass viele Menschen bereit sind, Entscheidungen für den „Fall der Fälle“ auch faktisch zu treffen und ihren Angehörigen den Umgang hiermit zu erleichtern.

Schließlich kann es jedem von uns jeden Augenblick passieren, dass er oder sie infolge eines Unfalls oder einer plötzlich auftretenden Krankheit nicht mehr entscheidungsfähig ist.

Zum Beispiel hinsichtlich der Frage, ob notfalls lebenserhaltende Maßnahmen eingeleitet werden sollen. Ob schmerzstillende Medikamente auch dann verabreicht werden sollen, wenn sie den Sterbeprozess beschleunigen. Ob ein bestimmter Freund oder Angehöriger die persönlichen Geschäfte stellvertretend für einen selber weiterführen soll, oder wer andere persönliche Interessen gegenüber Dritten vertreten soll in dem Fall, dass man selbst nicht mehr dazu in der Lage ist.

All dies und mehr kann in den Verfügungen und Vollmachten geregelt und festgelegt werden, und es ist im persönlichen Interesse eines jeden Einzelnen, es auch rechtzeitig zu tun.

Dies ist vor allem vor dem Hintergrund wichtig, dass auch die nächsten Angehörigen ohne die schriftlichen Festlegungen entgegen der allgemein verbreiteten irrtümlichen Vorstellung nicht berechtigt sind, für einen selbst zu entscheiden – das übernehmen dann Ärzte und Behörden, oftmals ohne weitergehende Kenntnis der Bedürfnisse des Einzelnen.

Da dies nicht unseren Vorstellungen von individueller Selbstbestimmung und Entscheidungsfreiheit entspricht, bemüht sich der VdK weiterhin, die jeweils gegebenen gesetzlichen Möglichkeiten jederzeit voll auszuschöpfen, indem er seine Broschüre fortlaufend aktualisiert und weiter vervollständigt. Aktuell haben wir bereits die 36. Auflage der Broschüre neu herausgegeben – mit allen gesetzlichen Neuerungen der letzten Jahre und weiterhin mit dem Anspruch, diese möglichst verständlich zu vermitteln. Zudem wird in der neuen Ausgabe das Verhältnis zwischen Patientenverfügung und Organspende in einem eigenen Kapitel ausführlich thematisiert.

Selbstverständlich können weiterhin alle Vollmachten und Verfügungen einzeln ausgefüllt werden, und auch die kartonierte Notfallkarte im Scheckkartenformat, die man immer bei sich führen sollte, ist weiterhin enthalten.

Unterlagen regelmäßig aktualisieren


Wer bereits vor Jahren Vollmachten oder Verfügungen ausgestellt hat, sollte diese in bestimmten zeitlichen Abständen überprüfen. Manchmal verändert sich die Sichtweise der Dinge in einzelnen Fragen – dann sollte man die neuen Formulare verwenden und die ­alten vernichten. Vielleicht kann die aktuelle Ausgabe ein Anlass sein, einzelne Fragen neu zu überdenken beziehungsweise zu regeln.

Die aktualisierte Broschüre „Ein Augenblick kann alles ändern …“ können Sie für eine Schutzgebühr von drei Euro zuzüglich Porto beziehen.

broschueren
Patientenverfügung, Betreuungsverfügung, Vorsorgevollmacht sind die Themen der VdK-Vorsorgebroschüre. Jetzt informieren | weiter


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