„Die Frage ist, was wir ändern müssen!“

Landesgeschäftsführer Klaus Sprenger verrät im Interview seine Zukunftspläne.

Seit Januar 2014 ist der neue Geschäftsführer des Sozialverbands VdK Berlin-Brandenburg, Klaus Sprenger, im Amt. Zuvor war er 13 Jahre ehrenamtlich im Landesvorstand des VdK tätig, acht Jahre davon als stellvertretender Landesvorsitzender.

Im Interview mit Georg Steinhoff erzählt Klaus Sprenger von seiner Zeit als Geschäftsführer der tandem BQG, wo er den VdK „kennen- und schätzen gelernt hat“, und skizziert die neuen Aufgaben, die auf den Landesverband in den nächsten Jahren zukommen.

Herr Sprenger, Sie sind seit dem 1. Januar 2014 neuer Geschäftsführer unseres VdK-Landesverbands. Was haben Sie vorher gemacht?

Ich war von 1992 bis 2013 Geschäftsführer der tandem BQG. Die tandem BQG ist eine Tochterfirma des Sozialverbands VdK Berlin-Brandenburg e. V. und der Lebens­hilfe Berlin e. V. Die tandem BQG bietet soziale Dienstleistungen in den Bereichen aktive Arbeitsmarktpolitik, Unterstützung und Förderung von Schülerinnen und Schülern mit und ohne Behinderung und ambulante Hilfen für Menschen mit Behinderung an. Außerdem betreibt die tandem BQG Kindertagesstätten und Horte (ergänzende Förderung und Betreuung) für Schulkinder. Die tandem BQG ist außerdem Gesellschafter einer Tochterfirma, der tandem Schulhilfe gGmbH. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der tandem Schulhilfe betreuen im Rahmen der Inklusion Schülerinnen und Schüler mit Behinderung in Regelschulen.

Was hat Sie denn bewogen, Ihre bisherige Position aufzugeben und zum VdK zu wechseln?

Ich war vor meinem Wechsel schon 13 Jahre im Landesvorstand des VdK tätig, acht Jahre davon als stellvertretender Landesvorsitzender. Durch diese langjährige ehrenamtliche Tätigkeit habe ich den VdK gut kennen- und schätzen gelernt.

Die Vielfalt der Aufgaben und Angebote, das ehrenamtliche Engagement der vielen Mitglieder und die professionelle Tätigkeit der hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in vielen Bereichen haben mich schon immer fasziniert. Als ich dann gefragt wurde, ob ich die Nachfolge von Berndt Maier, dem langjährigen Geschäftsführer des Sozialverbands VdK, übernehmen möchte, habe ich spontan ja gesagt. Danach habe ich über meinen Entschluss mit meiner Familie und mit Freunden gesprochen und dabei festgestellt, dass es für mich der richtige Entschluss war.

Wie sind Sie denn bei Ihrem Amtsantritt von Ihren neuen Kolleginnen und Kollegen aufgenommen worden?

Alle Kolleginnen und Kollegen nahmen mich gut und freundlich auf. Ich hatte ja vorher noch nie in einem Großraumbüro gearbeitet und war daher unsicher, ob ich mit den neuen Arbeitsbedingungen klarkommen würde. Die Kolleginnen und Kollegen haben mich dabei sehr gut unterstützt. Auf meinem Schreibtisch lag zur Begrüßung neben dem „Buch des Teufels“ von C. J. Sansom ein Plakat mit einem aufgedruckten Ortsschild und dem Text „Herzlich willkommen beim Sozialverband VdK. Betreten auf eigene Gefahr“. Das hat mich sehr motiviert, die „VdK-Welt“ zu betreten und noch besser kennenzulernen (lacht).

Und welche Ziele haben Sie sich für die zukünftige Verbandsarbeit vorgenommen?

Zunächst ging es ja um meine Einarbeitung. Auch wenn ich, wie schon erwähnt, kein „Neuer“ beim Sozialverband VdK bin, so ist es natürlich ein riesiger Unterschied, ob man im Vorstand sitzt oder in der Geschäftsführung das Schiff steuert. Dank der guten Einarbeitung durch die damalige Geschäftsleitung und der Unterstützung durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Geschäftsstelle ist es mir leicht gemacht worden, mich in die Fülle der neuen Aufgaben einzuarbeiten.

Die Ziele für das neue Jahr 2014 sind sehr konkret. Neben der Planung und Durchführung des Umzugs in die neue Geschäftsstelle in der Linienstraße, muss für die Rechtsabteilung eine neue Leitung gefunden werden. Außerdem möchte ich die Öffentlichkeitsarbeit intensivieren, um die Präsenz des Landesverbands in Berlin und Brandenburg zu verbessern. Auch ist ein Zukunftskongress geplant, um nach dem Motto „quo vadis, VdK?“ mit engagierten ehren- und hauptamtlichen VdKlern Ideen zu entwickeln, wohin der Weg gehen soll.

Wo sehen Sie die größten Probleme in der künftigen Umsetzung?

Das größte Problem sehe ich darin, eine Antwort auf die Frage zu finden: „Was müssen wir ändern, damit wir für die Mitglieder so attraktiv werden, dass sie sich kontinuierlich aktiv für den Sozialverband VdK engagieren?“ Hier kreative Lösungen zu finden, die unsere Mitglieder zum Bleiben und zur engagierten Beteiligung bewegen, ist die große Herausforderung für unseren Verband. Dem zugrunde liegt natürlich die Frage nach dem Selbstverständnis des Verbands. Dieser Herausforderung will ich mich gemeinsam mit allen, denen unser Sozialverband VdK am Herzen liegt, stellen.

Gibt es Überlegungen, Haupt- und Ehrenamt beziehungsweise auch die Verbandsmitglieder zusammenzuführen?

In unserem geplanten Zukunftskongress sollen engagierte Haupt- und Ehrenamtliche gemeinsam Zukunftsvisionen für unseren Landesverband entwickeln. Ich habe die Hoffnung, dass sich über die Partizipation von Haupt- und Ehrenamt an der zukünftigen Entwicklung des VdK das Miteinander verbessern wird und vielleicht Strukturen und Projekte entstehen werden, bei denen sich beide Gruppen gemeinsam engagieren und den Verband voranbringen.

Welchen Stellenwert räumen Sie dem Umzug der LV-Geschäftsstelle in die Linienstraße in Berlin-Mitte ein? Wird er 2014 wie geplant vollzogen?

Es gibt ja zwei große Bauvorhaben in Berlin, deren Fertigstellungen dem geplanten Termin deutlich hinterherhinken – eines davon ist der Flughafen Berlin-Brandenburg (lacht). Ich hoffe doch sehr, dass das andere Vorhaben, unser neues Domizil in der Linienstraße, am 1. Juli 2014 bezugsfertig ist. Dies ist der Termin, den uns die Bauleitung genannt hat. Mit diesem Termin planen wir.

Natürlich hat der Umzug für uns einen sehr hohen Stellenwert. In der Berliner Straße sitzen wir ja ­alle sehr beengt. Dieser Zustand muss unbedingt beendet werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kinder- und Jugendambulanz freuen sich auch schon, die erste Etage für sich zu haben und endlich ihre Container auf dem Hof verlassen zu können. Entscheidend ist jedoch, dass wir nach dem Umzug schnell wieder arbeitsfähig sind, um unsere Mitglieder und Klienten wieder beraten und betreuen zu können.

Zum Schluss noch eine persön­liche Frage: Was ist Ihr größter Wunsch für das neue Jahr?

Ich wünsche mir sehr, dass wir alle im Jahr 2014 gesund bleiben. „Gesundheit ist zwar nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts.“ Die Wahrheit dieses Zitates von Arthur Schopenhauer begreift man spätestens dann, wenn man selbst einmal krank gewesen ist. Natürlich wünsche ich mir auch, dass wir unsere für das Jahr 2014 gesteckten Ziele erreichen werden. Jetzt aber wünsche ich allen Mitgliedern und Lesern unserer VdK-Zeitung ein gutes, erfolgreiches und glückliches Jahr 2014.

Herr Sprenger, wir bedanken uns für das Gespräch und wünschen Ihnen für die Zukunft alles Gute.

Das Interview führte Georg Steinhoff.

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Das Bild zeigt einen Kartenausschnitt um die Geschäftsstelle des VdK Berlin-Brandenburg in der Linienstraße 131, 10115 Berlin. Eingezeichnet sind die jeweiligen Haltestellen der U-Bahn, Tram, Busse und S-Bahn.
Adresse Sozialverband VdK Berlin-Brandenburg: Jetzt Kontakt aufnehmen.

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