20. September 2022
VdK-Zeitung Archiv

Gleiche Gesundheitschancen für alle

Online-Fachforum informierte über Unterstützungsmöglichkeiten und aktuelle Projekte

Menschen in schwierigen Lebenslagen sollen gleiche Chancen auf eine bestmögliche Gesundheit haben. Wie dies gelingen kann, darüber wurde bei einem Online-­Fachforum der Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit (KGC) Bayern gesprochen.

Frau im Blumenfeld
Das Umfeld und die Lebensbedingungen sind oft entscheidend für die Gesundheit eines Menschen. | © Pixabay/Jill Wellington

Bestimmte Personengruppen haben schlechtere Chancen auf ein gesundes Leben als andere. Dazu zählen beispielsweise Menschen mit einem geringen Einkommen, einem niedrigen Bildungsstand, Alleinerziehende oder Menschen mit einem schwierigen Migrationshintergrund. Daher ist es wichtig, diese Personengruppen gezielt zu unterstützen.

Mittelfrankens Regierungspräsident Dr. Thomas Bauer forderte gleiche Gesundheitschancen für alle. Damit man diesem Ziel etwas näher kommen kann, sei es erforderlich, „Akteurinnen und Akteure aus verschiedenen Bereichen der Gesundheit, Bildung, Soziales, Stadtplanung und Politik zusammenzubringen, um neue Ansätze der Gesundheitsförderung zu diskutieren“.

Kathrin Steinbeißer, Referentin und stellvertretende Leiterin der KGC Bayern, berichtete, dass ihrer Erfahrung nach die besten Effekte dann erzielt werden, wenn man an diejenigen herankommt, „die die größten Gesundheitsprobleme haben und am schwersten zu erreichen sind“. Dabei sollten die Verhältnisse in den Lebenswelten, in denen die Menschen anzutreffen sind, gesundheitsförderlich gestaltet werden. Also zum Beispiel der Kindergarten, die Schule, der Betrieb oder das Pflege­heim.

Kommunaler Austausch

Anschließend stellte Iris Grimm, ebenfalls Referentin der KGC Bayern, den seit 2015 bestehenden Partnerprozess „Gesundheit für alle“ vor, an dem mittlerweile 75 Kommunen in ganz Deutschland, darunter 20 aus Bayern, beteiligt sind. „Im Fokus steht die Förderung eines gesunden und chancengerechten Lebens von Menschen jeden Alters“, erläuterte sie. Ziel des Partnerprozesses ist es, Kommunen beim Aufbau und der Umsetzung von integrierten kommunalen Strategien zu unterstützen. „Mit dem Austausch untereinander kann viel bewirkt werden“, sagte Grimm. So habe man als Mitglied die Möglichkeit, an Treffen, Fortbildungen und Qualifizierungs­angeboten teilzunehmen. Auch die Umsetzung eigener Fachtagungen könne – inhaltlich sowie finanziell – unterstützt werden.

Zu den Teilnehmenden des Fachforums gehörten unter anderem Vertreterinnen und Vertreter der mittelfränkischen Regierung, seiner Stadt- und Kommunalverwaltungen, von Vereinen und Bildungseinrichtungen sowie ehrenamtlich Tätige. Sie erhielten von Sebas­tian Gmehling, Leiter der Gesundheitsregion plus (GR +) Erlangen-­Höchstadt und Erlangen, Einblicke in die Praxis. In einer Umfrage der Frauenklinik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen habe fast die Hälfte aller befragten schwangeren Frauen angegeben, dass sie trotz intensiver Suche keine Wochenbett­betreuung finden konnten. Besonders Frauen in schwierigen Lebenslagen seien davon betroffen gewesen. Eine darauffolgende Analyse ergab, dass aufgrund des hohen Organisationsaufwands die Arbeitszeiten der Hebammen nicht effizient für die Betreuung der Frauen genutzt werden können.

2019 wurde daher das Projekt „Hebammenzentrale“ ins Leben gerufen, mit dem Ziel, die Hebammen zu entlasten, um die Betreuung der Frauen bestmöglich gewährleisten zu können. Die Auf­gaben der Hebammenzentrale umfassen unter anderem die Vergabe von Terminen, die Einteilung von Springer- und Bereitschaftsdiensten, berufsspezifische Fortbildungen, die Nachwuchsgewinnung sowie die Bildung einer Schnittstelle mit Schulen, Kliniken, Ärztinnen und Ärzten.

Ein weiteres Projekt stellte Johanna Knott, Diplomsoziologin im Gesundheitsamt Ansbach, vor: „Gemeinsam fit – Wir machen mit!“. In den 5. Klassen der Mittelschulen in Stadt und Landkreis Ansbach werden jedes Jahr Projektkarten mit Fragen zu verschiedenen gesundheitlichen Themen verteilt. Diese werden selbstständig von den Schülerinnen und Schülern bearbeitet und im Anschluss mit den Lehrkräften besprochen. Damit sollen die Kinder für ihre eigene Gesundheit sensibilisiert werden und zudem ein Grundverständnis für das Thema erlangen.

Fragen und Ideen

Am zweiten Veranstaltungstag wurden drei verschiedene Workshops angeboten: „Gesundes Aufwachsen“, „Gesund im mittleren Lebensabschnitt“ und „Gesundes Altern“. In virtuellen Räumen tauschten sich die Teilnehmenden über verschiedene Fragestellungen zum jeweiligen Thema aus, trugen die in Mittelfranken bereits bestehenden Maßnahmen zusammen, diskutierten Bedarfe und entwickelten Ideen zur Förderung der gesundheitlichen Chancengleichheit. Damit diese möglichst bald Realität wird.

Info

Weitere Informationen über die Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit finden Sie im Internet unter www.gesundheitliche-chancengleichheit.de

Mirko Besch

Schlagworte Online-Fachforum | Unterstützungsmöglichkeiten | Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit | Gesundheitschancen

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