27. Juni 2022
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„Dieses Haus sollte die Regel sein“

VdK-Ehrenamtlicher Markus Preckwinkel baut in Bogen sieben barrierefreie Mietwohnungen – Verena Bentele war zu Besuch

Nach fünf Jahren ist Markus Preckwinkels Traum in Erfüllung gegangen: Das komplett barrierefreie Mehrfamilienhaus in Bogen, das er mit viel Herzblut gebaut hat, ist bezugsfertig. Bei der Einweihung führte der ehrenamtliche VdK-Berater für Barrierefreiheit auch Verena Bentele durchs Haus.

Theresa Hilmer und Kamerafrau
Aufregend: Theresa Hilmer (links) zieht gerade in ihre erste eigene Wohnung und gibt gleich ein Interview für Niederbayern TV. | © Elisabeth Antritter

Theresa Hilmer ist aufgeregt. Die junge Frau hat kognitive Einschränkungen und wagt einen großen Schritt: Sie zieht in ihre erste eigene Mietwohnung. Heute warten ein Fernsehteam von Niederbayern TV und eine Reporterin des Straubinger Tagblatts auf sie. Sie möchten ihr neues Reich ansehen und mit ihr sprechen. Denn die stolze Mieterin wohnt in einer von sieben komplett barrierefreien Wohnungen des Mehrfamilienhauses am Falkenring 26 in Bogen.

Es ist das Herzensprojekt von Markus Preckwinkel. Als Bauherr hat er dafür gesorgt, dass ein Haus für alle Menschen entsteht. Überhaupt: Wer hier Hürden sucht, wird keine finden. Davon dürfen sich die Gäste und die Presse bei der Eröffnungsfeier überzeugen.

Wer bei Theresa Hilmer eintritt, merkt, dass sie gerade erst einzieht. So klafft an der Stelle, wo ein Spülbecken sein sollte, ein Loch. „Das kriegen wir bis morgen hin“, beruhigt Preckwinkel seine Mieterin. Dafür hat sie schon einen Internet­anschluss. „Das ist mir wichtig“, betont die junge Frau. Die Presse möchte noch mehr über sie erfahren. Warum die Wohnung für sie praktisch ist? Da wäre zum Beispiel die Lage: „Mein Elternhaus liegt nicht weit entfernt in Windberg. Ich kann mit dem Rad hinfahren“, erzählt sie. Morgen wird sie die erste Nacht in ihrem neuen Zuhause schlafen. Dass sie ihre Terrasse ohne die geringste Stufe betreten kann und das Bad rundherum barrierefrei ist, sind weitere Vorzüge. Auf dem freien Wohnungsmarkt wäre es ihr sehr schwer gefallen, eine eigene Wohnung zu finden.

Aufwand lohnt sich

Für die Umsetzung seines Traums brauchte Preckwinkel einen langen Atem: „Von der Planung bis zur Eröffnung hat es fünf Jahre gedauert“, erzählt der 49-Jährige. Immer wieder wurde er gefragt, warum er jede Wohnung rollstuhlgerecht ausstattet, auch wenn vielleicht gar kein Rollifahrer einzieht. Seine Antwort: „Sobald eine frei wird, kann ich sie immer an einen Rollstuhlfahrer vermieten. Da hat sich der Aufwand also in jedem Fall gelohnt.

Dass barrierefreie Wohnungen Mangelware sind, weiß der Niederbayer auch durch sein Engagement beim VdK. Seit 2017 ist er für den VdK Straubing-­Bogen ehrenamtlich als Berater für Barrierefreiheit im Einsatz. Es war die VdK-Kampagne „Weg mit den Barrieren!“, die im Jahr 2016 Inklusion für ihn zur Herzensangelegenheit machte. Damals merkte er, dass man selbst anpacken muss, wenn man Inklusion voranbringen möchte. Für seine Wohnungen hat er Interessenten aus ganz Deutschland. Das wundert ihn nicht: Bundesweit sind nur 2,4 Prozent aller Wohnungen barrierefrei. Der Bauherr wünscht sich, dass sein Projekt Nachahmer findet. „Doch die bürokratischen Hürden schrecken viele ab“, bedauert Preckwinkel.

In den Bauordnungen der Länder müsse Barrierefreiheit eine höhere Verbindlichkeit bekommen, forderte Ehrengast VdK-Präsidentin Verena Bentele bei der Eröffnung in Bogen. Sie hat sich von Markus Preckwinkel durchs Haus führen lassen und lobte, dass er an jedes Detail gedacht hat. „So ein Haus sollte nicht die Ausnahme, sondern die Regel sein“, sagte Bentele. Bogens Bürgermeisterin Andrea Probst war ebenfalls zu Gast und begrüßte das Vorzeigeprojekt.

Elisabeth Antritter

Schlagworte barrierefreie Mietwohnungen | Markus Preckwinkel | barrierefreies Mehrfamilienhaus | Berater für Barrierefreiheit | Barrierefreiheit | Verena Bentele

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