25. März 2022
VdK-Zeitung Archiv

Pausenknopf drücken statt Ärger

Kommunikationstrainerin Beate Waltrup gibt Tipps zur Konfliktlösung

Die Gewaltfreie Kommunikation (GFK), die der US-amerikanische Psychologe Dr. Marshall B. Rosenberg geprägt hat, kann im Alltag sehr hilfreich sein. Wer lernt, die Methoden anzuwenden, löst Konflikte durch Einfühlung. Auch die Generationen profitieren von einem wertschätzenden Umgang mitei­nander.

Symbolbild: Ein Mann und eine Frau stehen mit Abstand und verschränkten Armen nebeneinander
© Pixabay

„Die Gewaltfreie Kommunikation hat mein Leben verändert“, sagt Beate Waltrup. Vor 20 Jahren stieß sie erstmals auf Bücher von Dr. Marshall B. Rosenberg. Angetan von seinen Methoden entschloss sie sich zu einer fünfjährigen Ausbildung bei Rosenberg und seinem Team. Die GFK wandte sie im normalen Alltag an, beispielsweise wenn sie sich auf der Arbeit mit anderen austauschte. „Eine Kollegin bemerkte, dass ich viel gelassener geworden bin“, erzählt Waltrup.

Seit 2007 arbeitet sie als Trainerin für Gewaltfreie Kommunikation. Die Freiberuflerin spricht lieber von „wertschätzender“ Kommunikation. Der Grund: „Oft wird das Wort Gewalt missverstanden. Rosenberg meint damit zum Beispiel das Beurteilen und Bewerten von sich und anderen“, sagt Waltrup. „Wichtig in der GFK ist die Selbstempathie. Mein eigenes Bedürfnis nehme ich dabei genauso ernst, wie das meines Gegenübers. Man lernt zudem, Verantwortung für die eigenen Gefühle zu übernehmen“, sagt die Expertin.

An erster Stelle steht die Selbsteinfühlung: Wie geht es mir mit einer bestimmten Situation? „Indem ich sachlich beobachte, ohne zu bewerten, wachsen die Chancen, zu einer guten Lösung zu kommen“, so Waltrup. Sie nennt ein Beispiel: Ich bin mit einer Freundin abends unter der Woche verabredet, doch diese sagt kurzfristig ab. „Ich merke, dass ich ärgerlich werde. Riefe ich die Freundin jetzt an, würde ich sie mit Vorwürfen konfrontieren.“ Hat man aber gelernt, rechtzeitig den „Pausen­knopf“ zu drücken, wenn der Ärger kommt, kann man in sich hineinspüren: „Ich erkenne, dass hinter der Wut eigentlich Traurigkeit und Enttäuschung sowie das Bedürfnis nach Kontakt zur Freundin stecken.“ Es ist ratsam, mit dieser über die Gefühle zu sprechen und sie zu fragen, wie es ihr damit geht.

Auch folgendes Beispiel zeigt, dass Einfühlungsvermögen hilft, einen Konflikt zu lösen: Eine Mutter geht mit ihrem fünfjährigen Sohn zum Frisör. Beim Haareschneiden weint der Junge. Er wird von der Mutter beschwichtigt („Ist doch nicht so schlimm.“). Auch eine Belohnung verspricht sie ihm („Nachher bekommst du Schokolade.“). Aus Sicht der GFK wird hier das Wichtigste versäumt: „Dem Kind wird keine Empathie geschenkt. Ich würde den Jungen fragen: Hast du Angst?“, sagt Waltrup. Vielleicht bestätigt das Kind die Vermutung. „Entscheidend ist, dass in dem Moment, wo ich mich in den anderen hineinversetze und die Gefühle ausspreche, die Verbindung zueinander hergestellt ist. Jede Bewertung dagegen (‚Stell dich nicht so an!‘) lässt die Verbindung abbrechen,“ erklärt die GFK-­Spezialistin.

Beate Waltrup ist überzeugt, dass sich der Alltag mithilfe der GfK besser gestalten lässt. Sie lädt Interessierte dazu ein, an einem ihrer kostenlosen Informationsabende über die Gewaltfreie Kommunikation online teilzunehmen. Nächster Termin: 27. April, 20 Uhr. Wer daran teilnehmen möchte, schreibt eine E-Mail an beate@waltrup.com und bekommt einen Zoom-Link für die Veranstaltung zugeschickt.

Buchtipp

Konflikte lösen durch Gewaltfreie Kommunikation

von Marshall B. Rosenberg

Verlag Herder, 160 Seiten,
kartonierte Ausgabe
Preis: 12 Euro

ISBN 978-3-451-05447-1

Elisabeth Antritter

Schlagworte Beate Waltrup | Kommunikationstraining | wertschätzender Umgang | Gewaltfreie Kommunikation

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