25. März 2022
VdK-Zeitung Archiv

Studie fordert Umbau des Sozialstaats

Heinrich-Böll-Stiftung stellt den ersten Sozialatlas vor

Wie funktioniert der Sozialstaat? In welchen Bereichen gibt es Verbesserungsbedarf? Welche He­rausforderungen hat er künftig zu bewältigen? Antworten auf diese und weitere Fragen soll der Sozialatlas geben, den die grüne politische Heinrich-­Böll-Stiftung zum ersten Mal herausgegeben hat.

Zwei Frauen sehen im Büro auf einen Bildschirm
Der Sozialatlas nimmt auch die Umsetzung der Inklusion unter die Lupe. | © Andi Weiland, Gesellschaftsbilder.de

„Der Atlas ist die Grundlage für eine Debatte auf der Höhe der Zeit“, sagte Dr. Ellen Ueberschär, Vorständin der Heinrich-Böll-Stiftung, bei der Vorstellung der 52 Seiten umfassenden Studie. Die soziale Frage des 21. Jahrhunderts drehe sich nicht nur um die wirtschaftliche Situation, sondern auch um die ökologischen Risiken, denen jemand ausgesetzt ist. So würden etwa Menschen, die über viel Geld verfügen, eher in einem ruhigen Wohngebiet leben, während jene mit niedrigen Einkommen oft gezwungen seien, eine Wohnung an einer viel befahrenen Straße zu beziehen. Auch die Vermögensverteilung, die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen sowie die mangelnde Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Arbeitsmarkt müssten auf den Tisch.

Der deutsche Sozialstaat biete in vielen Lebenslagen zuverlässig Sicherheit. Doch der gesellschaftliche Wandel, die älter werdende Gesellschaft und eine klimagerechte Umgestaltung des Wirtschaftssystems erforderten neue Ideen. „Die 2020er-Jahre müssen ein Jahrzehnt der Modernisierung, aber auch der Bewältigung von Herausforderungen werden“, forderte Ueberschär. Es gehe darum, den Sozialstaat zukunftsfest zu machen. Dazu zählen gerechte Teilhabe, Chancengleichheit, Sicherheit im Wandel und die Anerkennung von Lebensentwürfen und Lebensleistungen.

Verbände sind wichtig

Eine wichtige Rolle komme den Sozial- und Wohlfahrtsverbänden zu. „Nur gemeinsam mit ihnen kann es gelingen, eine krisenfeste Gesellschaft demokratisch, ökologisch und sozial nachhaltig zu gestalten“, bekräftigte Ueberschär. Dr. Sebastian Bukow, Leiter des Bereichs Inland der Heinrich-­Böll-Stiftung, betonte, dass es keine einfachen Lösungen geben wird. Schließlich sei das Zusammenleben und der Zusammenhalt in einer Gesellschaft äußerst vielschichtig.

Der Sozialatlas will diese Komplexität anschaulich machen. In 19 Beiträgen werden die verschiedenen Bereiche des sozialen Mit­einanders beleuchtet. Dazu zählen die Grundlagen des Sozialen, der Sozialstaat, der Zusammenhalt der Gesellschaft sowie die unterschiedlichen Lebensphasen mit ihren Chancen und Veränderungen sowie deren Absicherung durch den Sozialstaat. Die verschiedenen Themen sind mit zahlreichen Infografiken verständlich aufbereitet.

Mehr Infos unter:

www.boell.de/de/sozialatlas

Annette Liebmann

Schlagworte Sozialatlas | Heinrich-­Böll-Stiftung | Sozialstaat | Teilhabe | Inklusion | Zusammenhalt der Gesellschaft

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